Die Informationen zum Leben in der mittelalterlichen Stadt, die direkt Hildesheim betreffen stammen von der Webseite:
http://www.hildesheimer-geschichte.de/

Seit dem 10. Jahrhundert war die Hildesheimer Domburg, die Keimzelle des städtischen, und klerikalen Lebens. Der mächtige Dom mit der angeschlossenen Domschule, als elitäre Bildungsstätte im Ottonischen Reich, sorgten dafür das hochgestellte Persönlichkeiten nach Hildesheim kamen.
Natürlich waren es auch die beiden wichtigen Handelswege, die sich im Gebiet der heutigen Altstadt kreuzten, die Ost-West Verbindung, dem Hellweg, und die Nord-Süd Verbindung zwischen den Hafenstädten an Nord und Ostsee mit den wichtigen Messe Städten in Süddeutschland und weiter in Richtung Alpen und Italien.

 

Bischof Bernward ließ um 1000 eine Burgmauer mit Wehrtürmen um die Domburg herum errichten, um sein Bistum gegen die Einfälle der kriegerischen Normannen zu schützen.
Mit dem Bau der Michaeliskirche auf dem gegenüberliegenden Hügel ab 1010 erweiterte er das Siedlungsgebiet.

Das Leben in einer mittelalterlichen Stadt

Der Erwerb der Bürgerschaft

Zur Erwerbung der Bürgerschaft war die freie Geburt und ein „ehrliches Herkommen“, d.h., die Abkunft von solchen Eltern, die keine „verächtliche Handthierung“ getrieben hatten, erforderlich.  

Bei den Kindern der Bürger, die das Bürgerrecht von ihren Eltern ererbt hatten, war weder ein neuer „Einkauf“, - wofür ein Fremder zwanzig Thaler erlegen mußte - noch der Nachweis der erforderlichen „Befähigung“ notwendig. Der Fremde mußte aber bescheinigen, daß er „ehelich geboren, eines ehrlichen freien Geschlechts, Niemands Late, oder Eigen sey“.  

Die Räte in den Städten nahmen es mit diesem Nachweis, um die Zahl ihrer Bürger zu vermehren, nicht immer sehr genau und so schlichen sich häufig „eigne“ (unfreie) Leute in die freie Bürgerschaft. Die Leibherren forderten diese zurück und dann gab es Zwistigkeiten, die den Stoff der unglücklichen Fehden nicht selten vermehrten. Mehrere Städte erwarben daher kaiserliche Privilegien, nach welchen binnen einer bestimmten Frist, von der Erwerbung des Bürgerrechts angerechnet, die „Eigentumsrechte“ des „Leibern“ (Leibeigner) gegen seinen eingebürgerten Leibeignen, durch eine erlöschende Verjährung, aufgehoben wurden. Meistenteils genügte der Ablaufs von „Jahr und Tag“, um den neuen Bürger gegen etwaige, aus seinem vorigen Stande, sich ergebenden Ansprüche zu sichern.  

Die Stadt Hildesheim schloß mit Bischof Heinrich v. Woldenberg unter Zustimmung des Domkapitels am St. Ulrichstage 1313 (4.6.) einen merkwürdigen Vertrag über diese Angelegenheiten ab. Nach diesem Vertrag verzichtete der Bischof und das Kapitel auf die damals in die Bürgerschaft bereits aufgenommenen eigenen Leute, der Rat aber an eidesstatt versprechen, keine Laten oder eigene Leute als Bürger aufzunehmen, diese hätten sich erst von ihrer Herrschaft „geledigt und seyen wirklich frei“. Außerdem so versicherten sich beide Seiten, solle jeder neu aufzunehmende Bürger auf die Heiligen schwören, daß er ein freier Mann ist und sich von dem Rate „hiernächst“ einen Bürgerbrief erteilen lassen. Diesen Brief solle der neue Bürger dem Unterküster beim Dome vorlegen und sich von diesem, mit einem besonders dazu gemachten Siegel, kostenfrei besiegeln lassen, dazu aber das Wachs selbst mitbringen.  

Nach zwei Jahren von der Besiegelung des Briefes angerechnet, verspricht der Bischof und das Kapitel den neu aufgenommenen Bürger als freien Bürger anzuerkennen. Bei einer binnen zwei Jahren erhobenen und begründet gefundenen Einspruch sollte dagegen der Rat den Beschuldigten „ausfolgen mit allem seinen Vermögen, mit Ausnahme eines Drittels, ausschließlich jedoch der Lehn- und Latgüter, welches Drittel der Stadt verbleiben solle“. Das einmal erworbene Bürgerrecht konnte selbst bei dem Fortziehen aus der Stadt erhalten werden, wenn der Fortziehende den städtischen Vorschoß (Kopfsteuer), und wenn er liegende Gründe oder zinsbar ausstehende Gelder in der städtischen Gerichtsbarkeit besaß auch davon den Nachschoß, entrichtete. Auswärtige welche in diesem Verhältnisse standen, nannte man auch hier „Ausbürger“ und wenn sie in die städtischen Mauern zurückkehrten traten sie in den völlig gleichen Genuß aller bürgerlichen Rechte zurück.  

Die strengen Grundsätze einiger Städte welche durchaus keine Ausbürger anerkannten und das Bürgerrecht schlechterdings von dem Wohnsitze in der Stadt abhängig machten, hat man hier nie angenommen.

 

Beitraege zur hildesheimischen Geschichte, Gerstenberg 1829, Hildesheim, Bd. 1, S. 202 Anhang


Die Hildesheimer Holzarchitektur

In der mittelalterlichen Hildesheimer Holzarchitektur unterschied man 3 Hauptabschnitte:

 

1. die gotischen Holzbauten zwischen 1418 bis 1529  

2. der Mischstil 1529 bis etwa 1560 (Übergangszeit)  

3. die Hochrenaissance von 1560 bis in den Dreißigjährigen Krieg

 

Die gotischen Holbauten zeigten in der Konstruktion (Aufbau) das "Auskragen" (Ausladen, Hervorspringen) der oberen Geschosse, welches ein typisches Zeichen der Hildesheimer Architektur war. Die Dekoration (Schmuck) beschränkte sich anfänglich auf die "Knaggen" (Konsolen), Schwellen, Balkenköpfe und Windbretter, um schließlich auch in Einzelfällen die Ständer mit Schnitzwerk zu versehen.

Über dem Erdgeschoß zeigte sich häufig ein nicht auskragendes niedriges Zwischengeschoß, das ehemals die Schlafräume des Hauses enthielt. Ein spitzbogiger Torweg führte auf die große Diele.  

Zur Zeit des Mischstils hatten die Häuser in der Regel die gotischen Konstruktion; die Dekoration aber verwendete die Schmuckmotive der Renaissance, die mit dem Knochenhauser-Amthaus 1529 ihren Einzug in Hildesheim gehalten hat.

In dem 3. Hauptabschnitt, der Hochrenaissance, hörte das Auskragen der Geschosse auf. An die Stelle der nun überflüssigen Windbretter traten die Fensterbrüstungstafeln, die Raum für Bildschmuck boten. Die Ständer wurden reichgeschmückt. Die Hauptblütezeit war um das Jahr 1600.   

In den Hildesheimer Bürgerhäusern fanden sich Typen, die in der Grundrißbildung auf das Altsächsische Bauernhaus wiesen: Dachfirst quer zur Straßenrichtung und den Eingang in der Giebelseite. Die weitaus größte Zahl der Holzhäuser zeigte aber den mitteldeutschen Hausbautyp: die sogenannte Thüringer Hausanlage. Die Dachfirstlinie läuft parallel der Straße, der Eingang ist an der Längsseite.

Hildesheim liegt an der Südgrenze des Verbreitungsgebiets des Altsächsischen Bauernhauses.

Text-Quelle:
- Literatur
A. v. Behr, „Rundgang durch Hildesheim“, Verlag A. Lax Hildesheim 1928, Seite 9

http://www.hildesheimer-geschichte.de/

Text-Quelle:

- Literatur

 

A. v. Behr, „Rundgang durch Hildesheim“, Verlag A. Lax Hildesheim 1928, Seite 9

Upstene

Diese, in der städtischen Ziegelei "vor dem Dammtore" hergestellten Steine waren vermutlich Fliesen zum pflastern von Kellern und Dielen.

100 Stück dieser Steine kosteten laut Rechnung von 1381 1 1/2 Schillinge. 
Text-Quelle:
- Literatur
Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim, August Lax 1924, Hildesheim, Bd. 1, S.
http://www.hildesheimer-geschichte.de/

Die Bebauung am Altstädter Marktplatz

http://www.hildesheimer-geschichte.de/
http://www.hildesheimer-geschichte.de/

Zwei Häuser, Zwei Welten! Die Bildersprache der Fassaden, 2 Häuser in Hildesheim

Die norddeutsche Stadt Hildesheim erlebte gegen Ende des 16. Jahrhunderts eine Phase wirtschaftlicher Blüte, zugleich aber auch heftiger Glaubens - und Bürgerkonflikte, wie sie in Zeiten von Reformation und Gegenreformation europaweit ausgetragen wurden. In diesen wirtschaftlich erfolgreichen, aber politisch instabilen Jahren entstanden in der Stadt zahlreiche Renaissance-Häuser, deren Fassaden mit kostspieligen farbigen Holzschnitzereien verkleidet waren - so auch die Häuser des protestantischen Ratsherrn und Kaufmanns Hans Storre und des bischöflichen Diplomaten Philip Werner. Die Bauherren waren scharfe politische Kontrahenten und nutzten die Fassaden zur Darstellung ihrer je eigenen Positionen. In den annähernd achtzig Allegorien der beiden Häuser spiegeln sich die unterschiedlichen weltanschaulichen, religiösen und politischen Anschauungen, die Ängste, Abneigungen und Vorlieben der damaligen Zeit. Vor diesem Hintergrund interpretiert das Heft die Bilderprogramme und Einzelbilder der Häuser und setzt sie in Beziehung zu den zeitgenössischen Konfliktlinien und Positionen. Über die ikonologische Betrachtung hinaus erinnert das Heft daran, dass das Wernersche Haus als letztes jener berühmten Bilder-Fachwerkhäuser aus der goldenen Epoche im Original erhalten ist, die der Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Prädikat "Nürnberg des Nordens" einbrachten. Die fast einmalige Hildesheimer Tradition der bebilderten Renaissancefassaden ging in den Bombenhageln des Zweiten Weltkrieges unwiderruflich unter. Von daher ist das Wernersche Haus ein unbestrittenes kunst- und bauhistorisches Dokument von Rang. Und zugleich ist es in seinem stummen Streitgespräch mit dem wieder aufgebauten Storreschen Haus ein bedeutendes Zeugnis politischer Bildersprache und politischen Denkens jener Zeit. Insgesamt 120 Abbildungen, davon 98 farbig.

Das Gewerbe der Stadt Hildesheim bis zur Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts.

E. Ebering, 1906 - 156 Seiten
Triptychon des Pierre Bladelin Triptych (Detail), 1445-50, Staatliche Museen, Berlin
Triptychon des Pierre Bladelin Triptych (Detail), 1445-50, Staatliche Museen, Berlin

Stadtleben im späten Mittelalter

 Das 12. u. 13. Jh. ist die Blütezeit des mittelalterlichen Städtewachstums. In Mitteleuropa stieg die Zahl der Städte von 200 um 1150 auf 1500 Städte um 1250.
In den folgenden zwei Jh.en konsolidierten sich die Gemeinwesen u. wuchsen zu regionalen u. überregionalen Zentren. Der Höhepunkt ihrer wirtschaftl. Macht u. Autonomie liegt in der 2. Hälfte des 14. u. 1. Hälfte des 15. Jh.

In Deutschland erreichte die Anzahl der Städte mit rd. 4000 um 1500 ihren Höchstwert (bei insges. 170.000 Siedlungen. Zum Vergleich: 135.000, 1933), 90% davon waren Kleinstädte mit deutl. unter 200 Einwohnern. Der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung schwankt zw. 20-30 % (10-15% Anfang d. 14. Jh.).
Trotzdem sind die ma. Städte der Ursprung unseres heutigen Staats- u. Sozialwesens, denn nahezu alle bedeutenden pol., wirtschaftl. u. kulturellen Entwicklungen vollzogen sich in den Städten.

Worin unterschied sich das Leben in der Stadt von dem auf dem Lande?
Sozialstruktur
Auch in der Stadt gab es eine horizontale Sozialgliederung. Wie auf dem Lande gab es "Herren". Der Anteil der Oberschicht lag bei rd. 2%; schätzungsweise 8% der Stadtbevölkerung verfügten über rd. 80% des städtischen Vermögens. Und auch in der Stadt gab es eine breite Unterschicht, bestehend aus Knechten, Mägden, Tagelöhnern u. Bettlern, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung zw. 20-40% schwanken konnte. Den größten Anteil machten die gewerbl. Mittelschichten (Bürger) mit ca. 40% aus.

Verdichtetes Leben
In den Städten lebte u. arbeitet eine große Anzahl von Menschen auf engsten Raum zusammen. Das brachte nicht nur Vorteile (Arbeitsteilung, rechtl. u. teilw. soziale Absicherung, Handel, Handwerk, Versorgung mit Gütern gehobenen Lebensstandards etc.) mit sich sondern auch eine Menge Probleme (verdichtete Bebauung, soziale Spannungen), die es zu lösen galt.
- Die Stadt u. ihre Bewohner mussten sich ihrer Rechte versichern (Markt-, Münz- u. Stadtrechte) u. diese ggf. auch nach außen hin verteidigen (Wehr- und Wachwesen).
- Das innerstädtische Leben musste organisiert u. reglementiert (Stadtrat, -verwaltung, Gilden u. Ämter), Rechtsnormen für das gesellschaftl. u. soziale Zusammenleben gefunden u. fixiert werden (Statuten, Stadt- Denkbücher).
- Das enge Zusammenleben forderte enorme logistische u. technische Anstrengungen u. Innovationen (Wasserver- u. entsorgung, Hygiene u. medizinische Versorgung).
- Für das Seelenheil, die Alten, Kranken u. Armen musste ebenso Vorsorge getroffen werden wie für Bildung u. Kultur (Kirchenorganisation, Hospitäler, Schulen, Kunstgewerbe).

Quelle: Webseite der Vruntlike Tohopesate
  

Gründungswelle der Städte

Nach dem Zerfall des römischen Reiches erbauten Könige, geistliche und weltliche Fürsten neue Städte. Sie errichteten seit dem 11. Jh. Siedlungen in der Nähe von Kirchen, Klöstern, Burgen und Pfalzen.
Anlässe für diese Gründungswelle waren unter anderem die neuen Erfindungen, die in der Landwirtschaft genutzt wurden, wodurch es auch zu einer verbesserten Ernährung kam.
Dies hatte einen Bevölkerungszuwachs zu Folge und die Arbeit auf dem Land und in der Stadt wurde geteilt.
Außerdem kam es auch zu einem Produktionswachstum und auf Grund des (Fern-) Handels wurde der Wohlstand der Bevölkerung gesteigert.

 

Quellen:
- http://www.studentshelp.de/p/referate/02/5215.htm
- C.C.Buchner, Das waren Zeiten 5, Bamberg 2009; S.76
- http://www.deutschland-im-mittelalter.de/bilder/das-kloster/feldarbeit-moenche.jpg

 

Städtevielfalt im Mittelalter

 

Im deutschen Reich gab es um das Jahr 1320 circa 4000 Städte. (Damals war dies eine hohe Anzahl, aber im Vergleich zu heute ist das eine kleine Menge.)
Von diesen 4000 Städten hatten 50 Städte mehr als 5000 Einwohner. Diese wurden als Großstadt bezeichnet. Den größten Teil der Städte machten allerdings die Kleinstädte, was unseren heutigen Dörfern entspricht, aus.
Die mittelalterlichen Städte wurden durch verschiedene Gründe unterschieden:
wegen ihrer Größe in Klein-, Mittel-, Groß- und Weltstädte
wegen ihrer Entstehung in gewachsene Städte und Gründungsstädte
wegen den wirtschaftlichen Schwerpunkten, wie Handels-, Gewerbe- oder Ackerbürgerstädte
wegen dem Stellenwert des Stadtherrn: ob es eine Bischofsstadt oder eine Stadt ist, in der ein Landesherr oder Kaiser an oberster Stelle war

 

 

Hier noch einige Städte mit den entsprechenden Einwohnerzahlen:

 

Jahr Stadt Einwohner (Schätzungen)
Anfang 14. Jh. Köln 40 000
ca. 1325 Paris 80 000
1338 Venedig 120 000
1339 Florenz 120 000
1350 Hamburg 10 000
1350 Gent 60 000
1350 Genua 60 000
1370 Prag 30 000
1387 Frankfurt a. M. 10 000
1431 Nürnberg 22 000

 

Quellen:
- C.C.Buchner, Das waren Zeiten 5, Bamberg 2009; S.76f
- http://www.heimatweb-eu.de/Heimatorte/Euskirchen/Euskirchen_Geschichte/
   Vom_Dorf_zur_Stadt/vom_dorf_zur_stadt.jpg

 

Kennzeichen einer mittelalterlichen Stadt
Jede Stadt , egal ob groß oder klein, wurde von ihrer Landschaft unterschieden.
Handwerkliche und gewerbliche Produktion und Handel herrschten wirtschaftlich gesehen vor. Ackerbürger verdienten damals ihr Geld als Bauern. Sie bildeten aber nur in kleinen Landstädten die Mehrheit. Außerdem waren der Wandel und die Verteilung ein weiteres ihrer Merkmale, so verteilten sie auf den städtischen Märkten Waren zwischen Stadt und Land und zwischen den Gegenden. Zusätzlich hatten die Städte andere Rechte als die Dörfer. Denn die Städte hatten andere Gerichtsbarkeiten und eine andere Verwaltung. Dadurch entstand die Rechts- und Friedensgemeinschaft der Bürgerschaft. Der Stadtherr verlieh den Bürgern Privilegien, wie die Befestigungs-, Markt-, Münz- und Zollrechte sowie Handelsrechte, die Gerichts- und Wehrhoheit.
Die Bürger, die in der Stadt lebten hatten einige Vorteile:
Keine Verurteilung in fremden Gerichten
Keine Leistung des Frondienstes (=Abgaben an den Grundherren)
Heirat ohne Genehmigung
Ohne Einschränkungen Verkauf oder Vererbung von ihrem Eigentum
Keine Probleme bei Wohnsitzwechsel
Durch die Vorzüge waren die Stadtbürger frei, denn die grundherrschaftliche Landbevölkerung war abhängig. Somit entstand auch der Rechtssatz: „Stadtluft macht frei“.


Quellen:
- C.C.Buchner, Das waren Zeiten 5, Bamberg 2009; S.76f
- http://www.gutefrage.net/frage/was-kennzeichnet-eine-mittelalterliche-stadt
- http://www.klassenarbeiten.de/referate/geschichte/stadtmittelalter/
   stadtmittelalter_36.htm
Eingestellt von Carolin, Patricia, Erik um 18:24:00 
"Stadtluft macht frei!"
Das Sprichwort „Stadtluft macht frei“ bedeutet, dass ein Unfreier oder ein Leibeigener eine bestimmte Zeit, nämlich genau 1 Jahr und einen Tag, in der Stadt lebte. Wenn dies sein Herr nicht bemerkte, war er ein freier Bürger und entkam somit der Leibeigenschaft und der Bindung des Grundherrn. Ab diesem Zeitpunkt war er ein rechtsmäßiger Bürger der Stadt.


Quellen:
- http://www.cosmiq.de/qa/show/590602/Welche-Bedeutung-liegt-in-dem-Spruch-
   Stadtluft-macht-frei-binnen-Jahr-und-Tag/
- http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_staedte_im_mittelalter.htm

 

Die städtische Selbstverwaltung
Die Entwicklung der städtischen Selbstverwaltung änderte sich vom 11. Jahrhundert bis zum 14. Jahrhundert in verschiedenen Bereichen stark.


Bis zum 11. Jahrhundert – Verwaltung durch den Stadtherrn


Die Herrschaft der Stadt hatte im 11. Jahrhundert der Stadtherr alleine. Zur Unterstützung engagierte er einen Burggrafen oder einen Vogt und weitere Beamte. Diese führten die Stadt im Sinne des Stadtherrn. Unter den Stadtbewohnern verstand man Patrizier, reiche Kaufleute, Handwerksmeister, Gesellen, Lehrlinge, Lohnarbeiter, Knechte, Unehrliche, Bettler und alle Frauen.

 


12. Jahrhundert – Selbstverwaltung nach Auseinandersetzungen mit dem Stadtherrn


Ab dem 12. Jahrhundert bestimmte der Bürgermeister und der Ratsherr über die Steuern, die Polizei, die Verteidigung, den Zoll, das Gericht und über den Markt.
Der Oberste der Stadt, der auch die Regierung leitete, wurde damals schon Bürgermeister genannt. Außerdem war neu, dass Patrizier die Ratsherren wählen durften. Diese Ratsherren wählten dann den Bürgermeister. Unter den Patrizier standen alle übrigen Stadtbewohner ohne Wahlrecht und Wählbarkeit.


Seit dem 14. Jahrhundert – Selbstverwaltung nach den Zunftkämpfen


Gleich wie im 12. Jahrhundert, hatte auch im 14. Jahrhundert der Bürgermeister das Sagen. Durch die Wahlen wurde wieder entschieden, wer diesen Posten einnahm. Die Patrizier und die dazugekommenen Zunftmeistermitglieder konnten nun entscheiden, wer die Ratsherren wurden.
Und diese bestimmten wieder durch Wahlen den Bürgermeister.
Was sich seit dem 11. Jahrhundert nicht geändert hatte, waren die Stadtbewohner, denn sie durften nie ihre Stimme abgeben. Alle Ämter waren ehrenamtlich (ohne Bezahlung), was natürlich ein gewisses Vermögen voraussetzte. Und dieses hatten nur die Patrizier und die Zunftmeister.

 

Quellen:
- C.C.Buchner, Das waren Zeiten 5, Bamberg 2009; S.78
- http://www.dadalos.org/deutsch/demokratie/demokratie/grundkurs2/Mittelalter/
  Sozialstruktur.gif

 

Gesellschaftsschichten in einer mittelalterlichen Stadt
Die Aufteilung der Bevölkerung in einer Stadt im Mittelalter kann in vier Schichten dargestellt werden.


Die Menschen in der obersten Schicht waren die Patrizier. Hierzu zählten Adlige und Geistliche, Stadtherren, Grundbesitzer und Fernhandelskaufleute.

Die normalen Bürger stellten die Mittelschicht dar. In dieser Schicht fanden Beamte, Handwerker, Ackerbürger und Krämer ihren Platz.

Die dritte Schicht waren Kleinhändler, Handwerksgesellen, Lehrlinge, Tagelöhner und Dienstleute. Diese Schicht wurde auch Unterschicht genannt.

Die vierte und niedrigste Schicht bestandaus sogenannten "unterständischen Gruppen" oder "Randgruppen". Hierzu gehörten Hausierer, Schausteller, Bettler und Leute unehelicher Herkunft.


Parallel zur Unterscheidung der Schichten, hatten die jeweiligen Dazugehörigen auch unterschiedliche Rechte und Lebensstandarde.

 

Quellen:
- C.C.Buchner Verlag - Das waren Zeiten 5, Bamberg 2009; S.78f
- http://www.deuframat.de/deuframat/images/2/2_2/malettke/abb1_gr.jpg

 

Lebensverhältnisse

 

Schon im Mittelalter gab es starke Unterschiede in Bezug auf die Lebensverhältnisse der Bürger einer Stadt.
Zum einen die Patrizier und reichen Handwerksmeister mit ihren komfortablen Bürgerhäusern und auf der anderen Seite die armen Behausungen der Unterschicht. Auch gab es schon bestimmte Viertel in den Städten, in denen die Reichen von den Armen getrennt lebten. Die Bewohner der reichen Viertel schützten ihre Gegenden mit eisernen Ketten vor Überfallen und Angriffen der ärmeren Bürger.

 

 

Quelle:
- C.C.Buchner - Das waren Zeiten 5, Bamberg 2009; S.79
- http://www.beilstein-stadtfuehrung.de/h-zollhaus.jpg

 

Aufbau einer Stadt im Mittelalter

 

Eine mittelalterliche Stadt war meist kreisförmig und wurde von Mauern geschützt. Die wichtigsten Gebäude waren immer in der Mitte des Ortes vorzufinden, wo auch der Marktplatz war. Dort befand sich die Kirche, denn an diesem Ort versammelten dich stets die Menschen zum Beten. Ebenso waren auch noch das Rathaus und der Brunnen auf dem Marktplatz. Woher sollten die Bewohner ansonsten ihr Wasser bekommen? Da man nie wusste, ob je eine Dürrezeit eintreten würde und wann diese wäre, hatte man in der Vorratskammer mit Reserven vorgesorgt. Nicht wegzudenken war natürlich das Krankenhaus. So konnte man bei einer Erkrankung ärztlich versorgt werden.
Vom Mittelpunkt aus hatte man vier Möglichkeiten die Stadt über die Hauptstraßen zu verlassen. Selbstverständlich waren diese mit Toren verschlossen, so dass nicht ein jeder in die Stadt kommen konnte. Die Hauptstraßen waren mit Nebenstraßen verbunden, wodurch man zu den einzelnen Häusern gelang, in denen die Menschen lebten, denn ohne Bewohner würde eine Stadt nicht existieren.

 


 
1 Rathaus
2 Dom/ Münster
3 Marktplatz
4 Brunnen
5 Zeughaus
6 Stadtmauer
7 Stadttor
8 Friedhof
9 Galgenberg

 

 

Quellen:
- http://www.klassenarbeiten.de/referate/geschichte/stadtmittelalter/
   stadtmittelalter_36.htm
- http://www.hauptschule-penzberg.de/images/stadt.jpg

 

  Quelle: http://geschichte-mittelalter.blogspot.de/

Zu Besuch in der mittelalterlichen Stadt

in die Stadt<klick auf das Bild>
in die Stadt<klick auf das Bild>

Geschichte der Diözese und Stadt Hildesheim(Roemer)

Hildesheim im Mittelalter

Karte des mittelalterlichen Hildesheim
Karte des mittelalterlichen Hildesheim

Die Neustadt Hildesheim(1221)

Im Südosten des Doms gründete der Dompropst zwischen der Altstadt und dem Dorf Losebeck die Hildesheimer Neustadt.47) Die erste urkundliche Nachricht über die Neugründung datiert aus dem Jahr 1221; fünf Jahre später bestätigt König Heinrich Stadt- und Marktrecht. Mittel­punkt der von einer eigenen Befestigung umgebenen Neustadt waren die Pfarrkirche St. Lamberti und das Rathaus am Neustädter Markt. Die Neustadt bestand aus drei Bäuerschaften. Im Jahr 1583 wurden Alt- und Neustadt nach langwierigen Auseinandersetzungen vereinigt. Die Inschriftenüberlieferung der Hildesheimer Neustadt besteht im wesentlichen aus den zahl­reichen Baudaten und Texten von den heute vollständig verlorenen bürgerlichen Bauten in der Wollenweber- und Goschenstraße sowie in der Braunschweiger Straße und am Neustädter Markt. Zur Neustadt gehörte neben St. Lamberti noch die Pfarrkirche St. Annen.

Die Kesslerstrasse in der Hildesheimer Neustadt

Die nordstory ist in einer der ältesten original erhaltenen Straßen Hildesheims unterwegs: in der Keßlerstraße. Hinter den Fachwerkfassaden der Häuser sind unzählige Geheimnisse zu entdecken.

Familie Lindner saniert zum Beispiel ein schiefes Doppelhaus von Grund auf, wohnt aber schon mit zwei kleinen Kindern auf der Dauerbaustelle. Der tägliche Kampf besteht darin, nicht die Lust am Bauen zu verlieren.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_nordstory/Fachwerkgeheimnisse-in-der-Kesslerstrasse,sendung363564.html


Der Pepersack und seine Besitztümer

Adventon

Adventon: Erleben Sie mit, wie eine Stadt des Mittelalters entsteht.

Das ganze Jahr über mit Kursen und Workshops zu hist.Themen und mit vielen Spektakeln und Märkten und Aktionen-sehenswert!!

Flämische Straßenszene, Jean le Tavernier, HSS, Dedikationsminiatur, 1460.
Flämische Straßenszene, Jean le Tavernier, HSS, Dedikationsminiatur, 1460.

Stadt und Handel


 Kaufleute als Stadtgründer
Fast alle ma. Städte haben sich aus Marktsiedlungen entwickelt, die im 9. u. 10. Jh. das Marktregal (=recht) vom jeweiligen Stadtherrn (i.d.R. Kg., Bf., Gf. gelegentl. auch Adel) erhalten haben. Maßgeblichen Anteil am raschen Aufstieg u. Wachstum hatten die Kaufleute.
 Schon früh traten in den Marktsiedlungen die Kaufleute ('mercatores') als rechtl. gesonderte Gruppe auf. Wer auf dem Markt Geschäfte tätigen wollte, musste dafür dem Stadtherrn die Marktsteuer entrichten, erhielt aber im Gegenzug die Königsunmittelbarkeit u. damit Freiheit. Schon früh sonderten sich deshalb die Kaufleute rechtl. von den Handwerkern u. Krämern ab; wer die Steuern nicht entrichten konnte blieb als Höriger dem Stadtherrn verpflichtet.
 
Kaufleute als Eliten
Die Kaufleute erlangten im 11. u. 12. Jh. Zollfreiheiten, niedrige Gerichtsbarkeit, beschränkte eigene Rechtssprechung u. Marktverwaltung. Empfänger dieser Privilegien waren nicht Einzelpersonen sondern „Gilden“, denen  die Aufgaben der städtischen Verwaltung oblagen u. aus deren Führungsschicht die Organe der Selbstverwaltung gewählt wurden. Dieser Gruppe sind definitiv die Kaufleute zuzurechnen, die – mit kurzen Unterbrechungen – bis in das 19. Jh. hinein die städtischen Eliten u. Funktionsträger stellten.
 

Handel im Spätmittelalter
Hauptmerkmal einer Stadt ist die zentrale Bedeutung und der Austausch von Gütern u. Diensten mit dem Umland. Die Marktorte waren zunächst Sammelstellen für Güter aus der Umgebung, die in einem regionalen u. überregionalen Handelsverkehr weitergeleitet wurden. Die Erweiterung des Warenangebots,  Importe od. die Spezialisierung auf bestimmte handwerkl. Produkte auf den lokalen Märkten führten dazu, dass sich die Städte zu Verteilerorten von Produkten aus dem Fernhandel entwickelten.
 
Fernhandelsprodukte
Fernhandel gab es schon im Frühma., aber im hohen u. späten MA entwickelte er sich zum fast schon globalen System.
Auf der Handelsachse „Niederlande-Italien- Orient“ wurden Seide, Lederwaren, Gewürze, auch Drogen (!), Farbstoffe, Südfrüchte, Baumwolle, Rohrzucker u. Alaun nach Nordeuropa verhandelt. Den Norden Europas versorgte die Hanse; z.B. mit Textilien ( fläm. Tuche) im Austausch gegen Massengüter wie Wachs, Fisch, Eisen, Kupfer, Teer, Pelze, Getreide, Bier etc.
 

Zentren des Fernhandels waren vor allem die Handelsmessen (St. Denis [seit 634], Champagne, Ypern, Lille, Brügge, Genf, Antwerpen, Leipzig, Frankfurt a.M.)
Im Spätma. entstanden neue Produktionszentren. Der Fernhandel spezialisierte sich z.B. auf Wolltuche (England, Flandern, Toskana) u. Leinen- u. Barchent (Oberdtschl.). Die Rohstoffe dazu wurden ebf. eingehandelt, z.B. Wolle aus Spanien, Baumwolle u. Alaun aus der Levante od. Bergbaurohstoffe aus Tirol, Böhmen u. Ungarn.
 Abb. re.: Verladekran von Brügge, 15. Jh. Hans Memling, Detail Johannesretabel, 1474-79, Memling-Museum, Brügge.
 
Die „kommerzielle“ Revolution des 13. Jh.
Deren Elemente sind: Vorrang des Handels mit Massengütern vor dem mit Luxuswaren; Übergang zum schriftl. Geschäftsverkehr (Buchhaltung); Trennung der leitenden von der ausführenden Tätigkeit (Sesshaftigkeit des Kaufmann, Vertretung durch reisende Gehilfen bei Fernhandelsgeschäften); Entstehung von mit Fremdkapital arbeitenden Gesellschaften; Herstellung von Fernhandelswaren im Verlag; Aufkommen der Seeversicherung (s.u.) ; Übergang zu bargeldlosen Zahlungsverkehr.
 
Finanzgeschäfte
Ein weiteres Merkmal des ma. Handelsverkehrs ist die Verbindung von Klein-u. Großhandel; es gab keine Spezialisierung bei der Zusammenstellung des Warensortiments. Eine Folge daraus war, dass Handel u. Finanzgeschäfte zusammengingen. Hervorzuheben ist bei Letzterem die sog. Partenreederei u. das Versicherungswesen (spekulative Investitionen) in die Kaufleute investierten, Anlagengeschäfte im Bereich des öffentl. Finanzwesens, als Darlehensgeber, Steuer- u. Zollpächter, Münzmeister etc. sowie im Bankwesen.

 

Die Hanse
Seit dem 13. Jh. wird die Bezeichnung zunehmend für die Gemeinschaft der deutschen Städte an Nordseeküste und im Baltikum gebraucht; 1200 machte sich die in Lübeck ansässige Gesellschaft der „Kaufleute des hl. Röm. Reiches“ zum Hauptträger des Städtebundes.
In der 1. Hälfe d. 13. Jh. wurde die Lübecker Hanse in Dänemark, London, Norwegen und Brügge aktiv meist in Zusammenarbeit mit den Hansen von Hamburg, Bremen u. den Elbe und Weserstädten. Im 13. Jh. vereinigten sich die Städte unter Führung Lübecks zur "Deutschen Hanse“. Ein Gründungsdatum gibt es nicht, der Vereinigungsprozess war im wesentlichen bis 1299 vollzogen. Ab jetzt erst spricht man von „der Hanse“. Ab wann eine Stadt als Mitglied der Hanse gezählt wird ist aus den Hanserezessen (Tohopesaten) – den Beschlüssen der Hansetage (Tagfahrten) – ersichtlich. Auch formelle Beitrittserklärungen gibt es nicht.
 
Die Hanse stellte sich für die nds. (in den Quellen „sächsischen“) Städte als ein unter Führung Lübecks stehender Verband zur Nutzung von Handelsprivilegien dar – ein relativ locker geknüpftes Netz, das sich aber bei ernsteren Belastungen sofort zusammenziehen konnte (z.B. 1462, 1465-67). Mit Ausnahme von Lüneburg und Braunschweig haben die nds. Städte keine nenneswerte Rolle in der Hanse gespielt.
 
© RK-

R. Kasties M.A., Dipl.-Archivar

Das Leben in Hildesheim im 14. Jahrhundert

Die kriegerischen Zeiten forderten zwar weniger Menschenleben als Vermögensverluste, jedoch die unhygienischen Wohn- und Lebensverhältnisse rafften die damaligen Bewohner, besonders die Kinder, dahin. Die durch immer wiederkehrenden Seuchen forderten enorme Menschenleben. Auf der anderen Seite stand der Kinderreichtum der damaligen Zeit – zu

Erwähnen währe der Bürgermeister Henning Brandes mit 21 Kindern. Ehen wurden leichter geschlossen, mehrmaliges Heiraten war nichts Ungewöhnliches. Dazu ergänzte eine starke Zuwanderung größtenteils aus der nahen Umgebung, jedoch auch aus ferneren Gegenden, das die hohe Sterblichkeitsrate rasch wieder auffüllte.

Den Kern der damaligen Bevölkerung nahmen die Bürger im engsten sinn ein. Die „buerscab“ oder auch später „borgerscab“ genannten Bürger erwarben im 14. Jahrhundert ihre Bürgerschaft und –rechte meist durch Erbschaft von den Vätern her, das waren die „geborenen Bürger“, denen das recht wohl immer unentgeltlich erteilt wurde, sobald sie nach städtischem Gesetz mit 18 Jahren die Mündigkeit erlangten (Die Volljährigkeit ist also keine Errungenschaft des 19. Jahr-hunderts gewesen).

 

Ab dem 14. Jh. konnte die Bürgerschaft auch durch Zahlung eines „Einkaufsgeld“ erreicht werden. Der Preis für die Bürgerschaft betrug 1379 eine Viertel Mark Silber oder ein „Ferding“   (Vierling) genannt, also so niedrig, das jeder normal arbeitende Mann diesen Betrag aufbringen konnte, ohne sich zu verschulden. Dieses „Bürgergeld“ wurde von Zeit zu Zeit erhöht  oder herabgesetzt, je nachdem die wirtschaftliche Lage der Stadt es erforderte. Auch nach Seuchen wurden die „Bürgergelder“ herabgesetzt, um neue Einwohner nach Hildesheim zu holen.

Neben dem Geburtsrecht oder kauf, konnte die Bürgerschaft auch durch Schenkung durch den Rat erreicht werden. Handwerkern etwa die dringend in der Stadt gebraucht wurden oder verdienten Männern, die man ehren und in Gunst halten wollte, aber auch Mägden, die längere Jahre Hildesheimer Bürgerfamilien treue Dienste geleistet haben. Unfreien jedoch verweigerte man das Bürgerrecht, um nicht in Streitigkeiten mit den Grundherren zu vermeiden. Bereits

Anfang des 15. Jh. verbot ein Ratsbeschluß bei 5 Mark Strafe die Ehen zwischen Freien und Unfreien.

Die Liste der Hildesheimer Bischöfe von 1221 bis 1398

GERMANIA SACRA
DIE HILDESHEIMER BISCHÖFE
VON 1221 BIS 1398
NF 46 Kruppa, Wilke Hildesheimer Bfe.pdf
Adobe Acrobat Dokument 12.5 MB

Die Standespyramide galt auch für die Stadtbevölkerung

Marktregeln

Die Marktregeln

 

- des kuniges strazen suln sehzehen schouhe wit sin. 

(Die Strassen des Königs sollen sechzehn Fuss breit (weit) sein.)

 

- swelh wagen dez ersten an die brugge kumet, der soll ouch des ersten uber varen.

(Welcher Wagen zuerst an die Brücke kommt, der soll auch zuerst darüber fahren.)

 

- der rat hat gesetzet an erber lüte, die daz brot, win und fleisch besehen.

(Der Rat hat ehrbare Leute eingesetzt, die das Brot, den Wein und das Fleisch kontrollieren.)

 

- swele kramer oder suter sin kram uf richte an dem vischmarkte, der git 3 sol.

(Der Krämer (Händler) oder Schuhmacher, welcher am Fischmarkt seinen Stand aufstellt, der bezahlt drei Münzen.)

 

- diu lant straze sol alse breit sin, daz ein wagen dem andern mag gerumen.

(Die Landstrasse soll so breit sein, dass ein Wagen dem anderen ausweichen kann.)

 

- der lere wagen sol rumen den geladen. 

(Der lehre Wagen soll dem geladenen ausweichen.)

 

- und der ringer wagen sol ie dem sweren wichen. 

(Und der leichtere Wagen soll dem schwereren ausweichen.)

 

- swelher baz entwichen mag, der sol ouch entwichen.

(Wer besser ausweichen kann, der soll auch ausweichen.)

 

- der ritende entwiche dem wagene. 

(Der reitende weiche dem Wagen aus.)

 

- der gende entwiche dem ritenden.

(Der Gehende weiche dem Reitenden aus.)

 

Quelle: http://infoos.de.tl/Handel.htm

Die Wehrpflicht im Mittelalter

 

Jeder Bürger, der eine Waffe tragen konnte, hatte je nach Vermögen maximal gerüstet zu sein. Für die Unbemittelten stellte die Stadt ein Arsenal zur Verfügung, das wohl stets aus Beutestücken und Erblaß bereichert wurde. Im Eigentum des Rates befanden sich eine Anzahl Armbrüste.

Die Wehrbereitschaft wurde jährlich in regelrechten Musterungen auf Marktplätzen überprüft. Die Schüler des Klosters St. Andreas hatten dabei Vollständigkeitslisten zu führen. Für Versäumnisse waren Geldstrafen festgelegt. Reihum hatte auch jeder Bürger Wachdienst auf den Mauern. Anreize gab es für die Anschaffung einer Armbrust in Form eines Zuschusses.

 

Jeder Bürger war aber auch zur Utjacht verpflichtet, also zum Kriegszug außerhalb der Stadt. Dafür mußte er den sogenannten Pfühl und einiges Feldgerät vorweisen können, um übernachten zu können. Allerdings waren die Bürger nur „so lange die Sonne scheint" für den Ausmarsch verpflichtet. Und sie bestanden darauf, bevorzugt als erste gespeist zu werden. Zwei Ratsherren hatten mit zureiten und jede kriegerische Aktion zu beurteilen, notfalls dem Stiftshauptmann umzustimmen.
http://www.hildesheimer-geschichte.de/


Die historische Stadtwache Hildesheim

Seit September 2016 gibt es die neue Interessengemeinschaft (IG) Hildesheimer Stadtwache
Bei dieser IG geht es um das Thema Wehr- und Bürgerpflicht im mittelalterlichen Hildesheim, genauer während des 14. Jahrhundert(1340-1400).
Wir möchten mit unserer IG uns ein wenig mit dem spannenden Thema der Wehrfähigkeit, und des Leben im mittelalterlichen Hildesheim beschäftigen, und bei Mittelalter- Veranstaltungen zeigen, wie vielseitig es bei einer mittelalterlichen Stadtwache zugegangen sein musste.

Dabei stützen wir uns auf Informationen aus dem Hildesheimer Stadtarchiv, aus den Fach- und Sachbüchern rund um das Thema Mittelalter und Leben sowie Alltag in einer Stadt während des Mittelalter. 

Mehr dazu auf unserer Webseite

Meinewerk = Gemeinschaftsarbeit

Zu diesen allgemeinen, ungeliebten Arbeitspflichten - vor allem an der städtischen Festung – war jeder Bürger verpflichtet. Entweder mußte er persönlich erscheinen oder eine „geeignete“ Arbeitskraft  schicken. Wie oft jeder einzelne zum Arbeitsdienst zu erscheinen hatte, hang von der Größe und Eile der zu leistenden Arbeit ab. Bei dem Grabenbau von 1511 wurden z.B. dem Hause des Henning Brandis zwölf Tage Meinewerk angesagt. Später hörte man gelegentlich von noch erheblich höheren Forderungen.

 

Da diese äußerst unbehaglichen Bürden auf dem privaten und gewerblichen Leben des Einzelnen oft lähmend lastete und bei den Einwohnern den Wunsch nach Erleichterung erregte, ist begreiflich. Sehr früh bereits gab deshalb auch der Rat den Bürgern Gelegenheit, die persönlichen Dienste durch Geldzahlungen abzulösen. Für das persönliche Meinewerk durfte man sich nicht mehr allein durch die Stellung eines Vertreters, sondern  seit 1423 auch durch Geldzahlung befreien. 
  http://www.hildesheimer-geschichte.de/

der Viller:

lat.: cavillare, abhäuten 

 

Der "Viller" war der Abdecker in der Stadt.  

Man übertrug ihm neben seinem eigentlichen Aufgaben, der Tierkörperverwertung, auch die verschiedensten unsauberen öffentliche Arbeiten in der Stadt und ließ ihn daher – solange Todesurteile verhältnismäßig selten zu vollziehen waren – auch die Scharfrichteraufgaben erfüllen.  

Als aber etwa mit dem Jahre 1420 in Hildesheim ein längerer Abschnitt schärfsten Zugreifens der Strafjustiz beginnt – von 1379 bis 1420 sind nur 16 Hinrichtungen nachweisbar, welche nun in den  

folgenden zwei Jahrzehnten auf 46 anstiegen – wurde ein eigener Henker berufen. Selbst als Totengräber wird der Viller verwandt, bis vermutlich auf den Widerstand der Gemeinde und der Kirche hin der Rat 1478 zwei Leute dafür anstellte.                                                               

Besonders widerlich war die Unart, verendete Tiere einfach den Straßen, Kirchhöfen, der Treibe oder den Stadtgräben anzuvertrauen. Die Täter selbst zu belangen, fiel offenbar zu schwer. Daher bestellte man den Viller, das Aas zu entfernen und zu diesem Zweck – mindestens zweimal in der Woche sollte es nach einem Erlasse von 1477 geschehen – in der Stadt umherzugehen.          

Auch die Reinigung der Treibe, die gegen ein besonderes „Drievengeld“ der Anlieger seit etwa 1440 die Stadtverwaltung besorgte, gehörte später zu den Geschäften des Abdeckers. Auch die Säuberung der öffentlichen Toiletten für Männer und Frauen, den sogenannten „Neuen Werk“, gehörte zu seinen Aufgaben.

 

Quelle: http://lexikon.unserhildesheim.de/Viller.html

 

Wappen der Familie Pepersack
Wappen der Familie Pepersack
Siegelmarke
Siegelmarke

Mitglied im Händlerbund

Mittelalter- Tanzgruppe

Der nächste Termin:26.5.2017
Der nächste Termin:26.5.2017

1367-2017- 650 Jahre Schlacht bei Dinklar

Hildesheimer Wallungen 2017

Historische Kostümführungen durch Hildesheim

Der Pepersack ist nun auch beim "Kulturium" zu finden!!

Kultur in der Region Hildesheim
Kultur in der Region Hildesheim

Die Kirche(n) in Hildesheim, im Mittelalter!

Der neue Städtebund:"Die Hanse"

Die Hildesheimer Kartause:

Die Zisterzienser in Hildesheim

Hildesheim

Hansischer Geschichtsverein:

Das Bistum Hildesheim

Diekholzen

Die ratsherrliche Gewandschneider Gilde

Das Siegel der Gewandschneider-Gilde
Das Siegel der Gewandschneider-Gilde

Das Dielenhaus(Lübeck)

Die Stadt-/Torwache Hildesheim

Hildesheimer Gemeinheit AD1350

Das Hansevolk zu Lübeck e.V.

Europäisches Hansemuseum,Lübeck

Diese Webseite übersetzen?

Website Übersetzung

Besucher meines Kontor:

Wir sind Unterzeichner der Aachener Erklärung!

Pepersack Podcast

laut fm-Das Mittelalter-Radio:

Diese Webseite wurde vom Pepersack erstellt!  © 2010-2017