Kirche im Mittelalter

 

War die Kirche in der Antike noch recht facettenreich, so änderte sich dies im Laufe der Jahrhundert deutlich. Bereits im 4. Jhdt. begannen sich die Christen in östliche und westliche Strömungen zu entwickeln. Im Abendland bildete sich eine Gesellschaftsordnung heraus, die starke christliche Wurzeln zeigte. Dieses Bild blieb bis zum Mittelalter als solches erhalten.

 

 

Wissenschaft und Wertvorstellungen wurden von der Kirche beherrscht

Durch den Untergang des Römischen Reiches änderten sich alle gesellschaftspolitisch bedeutenden Ausrichtungen und wurden vom Kirchlichen eingenommen. Auch die Wissenschaft blieb keine unabhängige Institution mehr und ging fortan Hand in Hand mit der Kirche im Mittelalter. Damit ordnete sie sich den kirchlichen Zielsetzungen unter, die das gesamte Bildungswesen unter ihre Herrschaft nahm. Klöster entstanden und das Kirchliche bestimmte das Gesellschaftliche. Obwohl es Universitäten gab, nahm der Einfluss des Kirchlichen weiter zu und führte entlang der Zielsetzung der Missionierung der gesamten Gesellschaft.

 

Ideale und Wertvorstellungen wurden vorwiegend vom Kirchlichen bestimmt. Die logische Folge davon war der Ausbau des Klerus. Das Volk hatte immer wenig zu sagen, die Kirche im Mittelalter expandierte zur Macht und die Stiftungen und Geldgeschenke taten ihr übriges, so dass Kirche und Gesellschaft kaum mehr voneinander zu trennen waren. Auch Recht und Ordnung ging in die Hände der Kirche im Mittelalter über.

 

Die Kirche entfernt sich vom Volke

Lebensmaximen und Glaubensforderungen passten immer weniger zusammen. Die Kirche im Mittelalter entfernte sich zusehends von den Menschen. Eine neue Form der Frömmigkeit entstand ab dem 11. Jahrhundert durch Wallfahrten und Reliquienkult. Auch Laiengläubige konnten ab dieser Zeit beweisen, wie fromm sie waren und nahmen die Position neben anerkannten Heiligen ein. Sie wurden zu Vorbildern, die allerdings nicht immer nur rein und fromm waren, sondern auch manchen Geldgewinn damit verzeichnen konnten.

 

Standard waren Taufe und die Durchdringung des normalen Alltags mit Glaube und als Kehrseite der Medaille auch mit sehr viel Aberglaube. Priester und Mönche hatten zu beten, so forderte die Kirche im Mittelalter, und das Volk sollte dafür bezahlen. Frömmigkeit wurde zu magischen Handlungen degradiert und in der Kirche im Mittelalter fand teilweise mehr Handel als Glaube statt. Die Ursprünglichkeit einer individuellen Frömmigkeit und Glaubenshaltung zu Gott ging verloren. In dieser Zeit, dem 12. Jhdt. entstanden die ersten caritativen Ausübungen der Kirche.

 

Text-Quelle

Links der Klerus, in der Mitte der Adel, rechts die Bauern und der Rest der Bevölkerung.
Links der Klerus, in der Mitte der Adel, rechts die Bauern und der Rest der Bevölkerung.

Den ersten Stand innerhalb der Ständeordnung im Mittelalter bildete der Klerus, zu dem alle Geistlichen gehörten. Innerhalb des Klerus gab es jedoch große Unterschiede bezüglich der Machtfülle der verschiedenen Ämter.

 

Der Klerus als Sammelbezeichnung für alle Angehörigen der Kirchen - vom Dorfpfarrer über den Bischof bis hin zum Papst - differenzierte sich in den hohen Klerus und den niederen Klerus. Der Klerus war innerhalb des feudalen Systems selbst eine feudalistische Institution, die über großen Landbesitz verfügte. Er war somit auch Lehensgeber und finanzierte sich daraus. Daneben profitierte der Klerus von der Abgabe des Kirchenzehnt, die eine prozentuale Beteiligung an den Erträgen der Bauernschaft war.

 

Der hohe Klerus

Zum hohen Klerus zählten etwa der Papst, die Erzbischöfe und Bischöfe. Er herrschte über den niederen Klerus, der sich den Anordnungen zu beugen hatte. Der hohe Klerus wurde zumeist von im Adelsstand Geborenen besetzt. Erzbischöfe und Bischöfe, aber auch Domherren entstammten sehr häufig dem Adel. Sie waren zumeist auch in das höfische Leben eingebunden und fungierten als Ratgeber der Fürsten bis hin zum König oder Kaiser. Ihre daraus sich ableitenden Privilegien und ihre hervorragende finanzielle Lage hob sie deutlich von der übrigen Priesterschaft ab, die sich im niederen Klerus konzentrierte.

 

Der niedere Klerus

Dem niederen Klerus gehörten beispielsweise die Dorfpfarrer, die Prediger und Wanderprediger, die Mönche und Nonnen an. Er setzte sich aus einfachen Geistlichen, meist aus dem ländlichen Raum zusammen. Die Pfarrer und Vikare des unteren Standes waren Bürgerliche und aufgrund ihrer Herkunft in Adelskreisen weniger angesehen. Weitere Gründe für die geringere Wertschätzung waren ihre niedrigere Machtposition und ihren geringeren Möglichkeiten der Einflussnahme auf politische Prozesse. Sie hatten allerdings einen wesentlich größeren und engeren Bezug zum Volk und kümmerten sich um die Bedürfnisse der Bauern und einfachen Bürger. Darüber hinaus zählten Mönche und Nonnen zum niederen Klerus. Sie verbrachten ihr Leben überwiegend in Klöstern.

Text-Quelle

Mittelalter Fotoshooting ©2015
Mittelalter Fotoshooting ©2015

Das Leben der Menschen während des Mittelalter war von der Religiosität bestimmt, von der Kirche
Bis zur Reformation und Erfindung des Buchdrucks, gehörte der katholischen Kirche im wesentlichen das Bildungsmonopol und die Kirche hütete das vorhandene Wissen. 
In den Klöstern wurden Bücher und Schriften, durch die Mönche, in mühseliger Arbeit kopiert und somit vervielfältigt. 

 

Klöster waren nicht nur ein Ort des Gebet und der vielen Ordensgemeinschaften, hier wurde auch gelehrt und gelernt. Bis zum Beginn des späten Mittelalter, und dem Wachsen der Städte, im 13. Jahrhundert waren die Klosterschulen, der Ort an dem Bildung vorrangig stattfand.

 

Mit dem Aufkommen eines neuen Standes, der des Bürgertum und dem Aufkommen der Universitäten verlagerte sich das Bildungs- und Wissensmonopol in Richtung der Bürger. 

Stadträte gründeten Schulen um dort die Kinder reicher Handwerker und Kaufleute zu unterrichten und damit auszubilden für ihren Werdegang als Kaufmann oder Handwerker.

 

Berufe wie der Drucker und Schreiber, der Schriftsetzer waren Ausdruck einer Evolution der Bildung.

In den Domschulen und Klöstern wurden aber auch weiterhin die Eliten des Landes, die Söhne der Adligen und Mönche ausgebildet für eine Karriere innerhalb des Klerus und im Adel.

So auch in Hildesheim, hier war bis zum 13. Jahrhundert die Domschule der Ort an dem Bildung stattfand und weitergegeben worden ist. Mit der Gründung des Andreanum, gingen die Söhne der Kaufleute und Handwerker hier in die Bürgerschule, dicht bei der Bürgerkirche St. Andreas.

 

Auch die Kaufleute wollten mehr Mitspracherecht bei der schulischen Ausbildung ihrer Söhne haben, wurde doch an der Domschule für den Klerus ausgebildet, und kamen die wichtigen Fächer wie Mathematik, Rhetorik, kaufmännisches Wissen zu kurz. 
Daher trafen die im Stadtrat versammelten Kaufleute, als Ratsherren, die Entscheidung eine bürgerliche Schule in Hildesheim zu etablieren. Wo dann die Söhne von Handwerkern, Krämern und Kaufleuten die 7 freien Künste, und die nötige Schulbildung erwerben konnten. Durch Gelehrte, die vom Rat der Stadt angestellt und überwacht wurden. 

 

Auch dieses Thema: Bildung war ein Streitfall zwischen dem selbstbewussten Stadtrat und dem Bischof als Stadtherren.

 

Neben der Bildung aber war das religiöse Leben stark von der Kirche abhängig! Die Arbeitszeiten orientierten sich an den Stundengebetszeiten und am Glockenschlag der vielen Kirchspiele in Hildesheim.

 

Die Menschen im Mittelalter waren sehr viel religiöser als wir heutzutage und die Kirche hatte einen festen Platz im Leben der Menschen. Auch war die Mitgliedschaft in den vielen Bruderschaften neben der Mitgliedschaft in der Gilde, im Amt oder in der Zunft ganz elementar für die Männer, welche berufstätig waren. 

Für die wohlhabenden Familien in Hildesheim war es selbstverständlich, das Vermögen zu einem Großteil auch in Stiftungen und großzügigen Spenden einzusetzen um die Zeit im drohenden Fegefeuer ein wenig zu mindern, und sein Ansehen vor Gott zu mehren. 

So stifteten die reichen Patrizierfamilien Hospitäler und/oder Altäre in den Kirchen von Hildesheim.So auch die Familie Pepersack.

"Fides piorum credit, non discutit“ - der Glaube der Frommen vertraut, er diskutiert nicht:
So soll 
Bernhard von Clairvaux, einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens und Lehrer von Papst Eugen III. gesprochen haben.

Quelle

Die Geschichte des Hildesheimer Bistums:

Die Gründung des Bistums Hildesheim im Jahr 815 durch Kaiser Ludwig den Frommen, Sohn Kaiser Karls des Großen, erfolgte vor dem Hintergrund der Ausdehnung des fränkischen Reiches und der damit zusammenhängenden Christianisierung weiter Teile des heutigen Niedersachsens. Auf einer Anhöhe in der „Hildesheimer Mulde“ an der Innerste errichtete Kaiser Ludwig eine kleine Marienkirche, welcher der erste Hildesheimer Bischof Gunthar (815-834) einen der hl. Cäcilia geweihten Dom anschloss.

 

Auch wenn dieser Dom sicherlich kein Provisorium war, wurde er doch bereits durch Bischof Altfrid (851- 874) – den vierten Bischof in der heute 70 Bischöfe zählenden Hildesheimer Bischofsliste – durch einen Neubau ersetzt: deutlich größer und deutlich stärker auf „Nachhaltigkeit“ ausgerichtet, weil man inzwischen um das Gelingen der Bistumsgründung wusste. Dieser der Gottesmutter Maria geweihte Dom und die ihm benachbarten Gebäude wurden 1046 durch einen großen Brand vernichtet. Sein Wiederaufbau erfolgte durch Bischof Hezilo (1054-1079), der den neuen Dom 1061 feierlich weihte und für dessen Mittelschiff einen großen, das himmlische Jerusalem symbolisierenden Radleuchter stiftete. Im Laufe der Jahrhunderte immer wieder den Bedürfnissen resp. dem Geschmack der Zeit angepasst, blieb dieser Dom in seinen Grundfesten bis zur Zerstörung der Stadt Hildesheim im Zweiten Weltkrieg bestehen.

 

Quelle

Die Liste der Hildesheimer Bischöfe

Das älteste Zeugnis zur Geschichte des Hildesheimer Bistums liegt in Form einer ungedruckten Bischofsliste vor, die im Sakramentar von 1014 überliefert worden ist. Es gibt wahrscheinlich noch ältere, jedoch nicht mehr erhaltene Bischofslisten. In der Liste, die im Sakramentar von 1014 erhalten ist, werden kurz die ersten dreizehn Bischöfe von Gunthar bis Bernward, jedoch ohne Zählung, für die Zeit von 815 bis 1014 aufgelistet und von zwei späteren aufeinanderfolgenden Schreibern bis zu Bischof Udo (1079 bis 1114) ergänzt.

Das Wappen des Bistums Hildesheim

Wappen des Bistums Hildesheim: Ein in Gold und Rot gespaltener Schild, umrahmt von einer Mitra und zwei Bischofsstäben.

Ein in Gold und Rot gespaltener Schild, umrahmt von einer Mitra und zwei Bischofsstäben, bildet das Wappen des Bistums Hildesheim.

 

Die Farben gelten schon immer als Farben des Bistums Hildesheim, weswegen sie auch von der Stadt Hildesheim verwandt werden: Zeichen der engen Verbundenheit des Bistums und der Stadt. Die Bischofsstäbe und die Mitra symbolisieren die Leitung des Bistums durch den jeweiligen Bischof.

Die Hildesheimer Domburg

Der Domhof in Hildesheim ist der Platz um den Dom mit der umgebenden Bebauung. Es handelt sich um einen relativ geschlossenen Bereich mit nur einer schmalen Autozufahrt. Der Gebäudebestand stammt zu großen Teilen aus dem 18., nur an der Ostseite überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der Zuschnitt ist noch weitgehend der der Domburg Bischof Bernwards. Der Domhof ist neben der jüngeren Marktsiedlung um die Andreaskirche die Keimzelle der Stadt Hildesheim. Der Nordteil trägt auch den Namen „Großer Domhof“, während der kleinere südliche Teil auch „Kleiner Domhof“ genannt wird. Die Grenze zwischen beiden bildet das ehem. Residenzschloss.

 

Bernwardinische Domburg

Im Jahr 815 war auf dem Hügel beim Übergang des Hellwegs über die Innerste das Bistum Hildesheim gegründet und in karolingischer Zeit mit einem bereits ummauerten Bestand von Kirch- und Wohngebäuden für Bischof und Domkapitel rund um den Altfrid-Dom ausgestattet worden.

 

Um 1000 ließ Bischof Bernward diese ältere Domburg mit einer neuen Wehrmauer umgeben, die mehr als die doppelte Fläche umschloss. Dieser Mauerring war mit zwölf vorgesetzten Rundtürmen und zwei Toren ausgestattet. Die Tore befanden sich im Nordwesten und Nordosten der neuen Anlage. Die Handelsstraße, die an der alten Domburg nördlich vorbeigeführt hatte, durchquerte sie jetzt bei diesen Toren. Beide Tore enthielten im Obergeschoss eine Torkapelle und hießen nach diesen Petrustor (im Osten) und Paulustor (im Westen). Aus der Zwölfzahl der Türme und deren zum Teil strategisch nutzloser Lage ergibt sich neben der bloß zweckmäßigen eine symbolische Bauabsicht Bernwards. Die Gottesstadt der Johannesoffenbarung, die auf den zwölf Säulen der Apostel ruht, sollte sichtbare Gestalt annehmen.

Quelle: Wikipedia

Die Domfreiheit

DIE DOMFREIHEIT

(1) In Hildesheim umfaßte die Domfreiheit die Kurien, den Domhof und den Pfaffenstieg, jedoch auch z.B. Teile des Bohlweges und der Kreuz- und Schuhstraße

(2) Auf dem ältesten Teil der Stadtansiedlung, der sogenannte Domburg, dem von BischofBernward 1001 ummauerten Bezirk des ältesten Bischofssitzes, erhebt sich der Dom.

 

In der nebenstehenden Lageplan wird die Lage der wichtigsten Bauten innerhalb der Domfreiheit erwähnt.

In der Mitte, von Nordwest nach Nordost orientiert, liegt der Dom nebst seinen Anbauten, im südlichen Kreuzgangflügel die später selbständig gewordene Antonius- oder Gymnasialkirche. Jenseits der Domwestseite, sind – punktiert mit ihr verbunden – die Reste des Azelinschen Dombaues nach Südwesten angedeutet.

An Stelle des Gebäudes Nr. 21 lag die ehemalige Schlüsselkorpkapelle; über dem westlichen bzw. östlichen Durchgang der Straße, genannt „Am Domhofe“ an der Nordseite der Dominsel die ehemaligen Torkapellen St. Paulus und St. Petrus. Von Privatkapellen ist im Anwesen Nr. 27/28 noch erhalten die ehemalige Kapelle der Domdechanei  St. Andreas.

Die gleichfalls auf dem Plan links dargestellte ehemalige Martinikirche und die ehemaligePortiunculakapelle liegen außerhalb der Domfreiheit.

Quelle

Die Kirchen und Kapellen in Hildesheim

Die Kapellen in Hildesheim

1) Ägidien-Kapelle

2) Andreas-Kapelle

3) Antonius-Kapelle

4) Crucis-Kapelle

5) Cyriaci-Kapelle

6) Egidien-Kapelle

7) Egidius-Kapelle

8) Epiphanius-Kapelle

9) Georgs-Kapelle

10) Godehards-Kapelle

11) Jakobi-Kapelle

12) Johannis-Kapelle

13) Kaldaunen-Kapelle

14) Katharinen-Kapelle

15) Laurentius-Kapelle

16) Magdalenen-Kapelle

17) Marien-Kapelle

18) Mathilden-Kapelle

19) Martinus-Kapelle

20) Nikolai-Kapelle

21) Pantaleons-Kapelle

22) Philippus und Jakobus-Kapelle

23) Portiunkular-Kapelle

24) Rats-Kapelle

25) Schüsselkorb-Kapelle

26) Severi-Kapelle

27) Steinberg-Kapelle

28) Stephans-Kapelle

29) Vinzenz-Kapelle

30) Walpurgis-Kapelle

 

Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1911, Band II, Heft 4, Teil 1, Vorwort
Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1911, Band II, Heft 4, Teil 1, Vorwort

St. Andreas Kirche in Hildesheim

Die Andreaskirche des 12. Jh.

Der früheste Kirchbau mit dem Patrozinium des Apostels Andreas war eine schlichte vorromanische Kapelle, deren Existenz schon für das Todesjahr Bischof Bernwards 1022 angenommen wird. Bischof Godehard wurde hier nach seinem Tod 1038 für die Trauer-bekundung des Volkes aufgebahrt. 

 

Die Andreas-Kirche ab 1389

Die evangelisch-lutherische Bürgerkirche St. Andreas ist eine der großen Hauptkirchen von Hildesheim. Mit 114,5 Metern Höhe ist der 1883 errichtete Turm der St. Andreaskirche der höchste Kirchturm Niedersachsens. Er ist über 364 Stufen zugänglich und bietet einen weiten Rundblick über die Stadt und das Umland. Vorbild für diese Kirche könnten außer französischen Kathedralen der St. Veitsdom in Prag gewesen sein.

Die Bauzeit dauerte weit über einhundert Jahre, bis zur Fertigstellung des Turmes in seiner jetzigen Höhe sogar fast fünfhundert Jahre. Viele Bauunterbrechungen waren durch Kriege, Fehden, Materialmangel, fehlende Finanzmitteln und Pestzeiten bedingt.

Der früheste Kirchbau mit dem Patrozinium des Apostels Andreas war eine schlichte vorromanische Kapelle, deren Existenz schon für das Todesjahr Bischof Bernwards 1022 angenommen wird. Bischof Godehard wurde hier nach seinem Tod 1038 für die Trauerbekundung des Volkes aufgebahrt. In romanischer Zeit verlagerte sich das Zentrum der Markt- und Handwerkersiedlung aus der feuchten Niederung zwischen Domburg und Michaeliskirche („Alter Markt“) hierher, und die Kapelle wurde durch eine romanische Kirche mit mächtigem Westwerk ersetzt.

Im Jahre 1389 begann der Bau der Andreaskirche, unter Einbeziehung des romanischen Westwerks und Beibehaltung des basilikalen Querschnitts, der von der Bürgerschaft der Stadt in den jetzigen Maßen geplant war. Diese Bürgerkirche sollte durch Größe und Ausstattung des 80 m lange, 35 m breite und 27 m hohe Kirchenbau vom Selbstbewusstsein, Stolz und Reichtum der Bürger künden. Ihr Standort im Bereich zweier wichtiger sich kreuzenden Handelswege war ein bedeutender Platz, wo sich im Mittelalter Handel, Handwerk, Schule, Krankenpflege und kirchliches Leben zusammenfügten. Der Baumeister war vermutlich Peter Parler oder ein Schüler.

Das nördliche Kirchenschiff wurde 1404 errichtet, der Turm 1503. 1504 wurde das Langhaus mit den Seitenschiffen bis an den Turm herangeführt. Der Turm erreichte jedoch erst 1883 seine endgültige Höhe, vorher ragte er kaum über den Rest des Gebäudes hinaus. Erst am 10.11.1883, dem 400. Geburtstag Martin Luthers, wurde der Grundstein zum Weiterbau des Turmes zu seiner jetzigen Höhe von 114,5 m gelegt. (siehe Bild: unvollendeter Turm; gesehen von der Eckemeckerstraße) 

Quelle

 

Die evangelisch-lutherische Bürgerkirche St. Andreas ist eine der großen Hauptkirchen von Hildesheim. Mit 114,5 Metern Höhe ist der Turm der Kirche der höchste Kirchturm Niedersachsens. Er ist über 364 Stufen zugänglich und bietet einen weiten Rundblick über die Stadt und das Umland.

 

Der früheste Kirchbau mit dem Patrozinium des Apostels Andreas war eine schlichte vorromanische Kapelle, deren Existenz schon für das Todesjahr Bischof Bernwards 1022 angenommen wird. Bischof Godehardwurde hier nach seinem Tod 1038 für die Trauerbekundung des Volkes aufgebahrt.

In romanischer Zeit verlagerte sich das Zentrum der Markt- und Handwerkersiedlung aus der feuchten Niederung zwischen Domburg und Michaeliskirche („Alter Markt“) hierher, und die Kapelle wurde durch eine romanische Kirche mit mächtigem Westwerk ersetzt.

Der Bau der gotischen Kirche wurde, unter Einbeziehung des romanischen Westwerks und Beibehaltung des basilikalen Querschnitts, Ende des 14. Jahrhunderts begonnen, der Chor 1389, das nördliche Seitenschiff 1404, der Turm 1503. 1504 wurde das Langhaus mit den Seitenschiffen bis an den Turm herangeführt. Der Turm erreichte jedoch erst 1883 seine endgültige Höhe, vorher ragte er kaum über den Rest des Gebäudes hinaus. Der Innenraum erinnert mit Chorumgang und Kapellenkranz im Osten an französische Kathedralen.

Wie die Marktkirchen in vielen anderen deutschen Bischofsstädten repräsentierte St. Andreas im Hochmittelalter das bürgerliche Selbstbewusstsein gegenüber der landesherrlichen Gewalt des Bischofs (Hochstift), die sich im Dom darstellte. In der Reformationszeit verband sich dieser alte Machtgegensatz mit der religiösen Frage. Folgerichtig war St. Andreas 1542 die erste Kirche Hildesheims, in der lutherisch gepredigt wurde und von wo aus Johannes Bugenhagen die neue evangelische Kirchenordnung einführte. Daran erinnert seit 1995 ein Brunnen-Denkmal von Ulrich Henn auf dem südlichen Vorplatz der Kirche.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Andreaskirche am 22. Februar 1945 bei einem Luftangriff im Rahmen der Operation Clarion an mehreren Fenstern beschädigt. Beim schwersten Luftangriff auf Hildesheim vom 22. März 1945 brannte sie völlig aus, nur die schwer angeschlagenen Umfassungsmauern und der Turm blieben stehen. Abgesehen vom Dom wurde keine andere Kirche in Hildesheim so stark beschädigt wie St. Andreas. In den 1950er-Jahren wurde sie annähernd originalgetreu rekonstruiert.

Wikipedia

Hildesheimer Klöster

Hildesheimer Klöster

1) Annuntiaten-Kloster

2) Cölestin-Kloster

3) Dominikaner-Kloster

4) Godehardi-Kloster

5) Kapuziner-Kloster 

6) Kloster Backenrode

7) Kloster Marienrode

8) Michaelis-Kloster

9) St.-Moritz-Kloster

10) Alte KartauseKarthäuser-Kloster

11) Sülte-Kloster → Bartholomäus-Stift

 

12) Franziskaner-Kloster(St. Martini)

 

©2013
©2013

Als Kartäuser Mönch bin ich seit 2013 unterwegs, und interessiere mich für die Geschichte der Hildesheimer Kartause(1388-1777). 

Der Zisterzienser Mönch...

Christliche Bruderschaften und Beginen

BRUDERSCHAFTEN DER GILDEN

Die Hildesheimer Gilden gliederten sich in einer kirchlichen Bruderschaft, die vornehmlich das Begräbnis verstorbener Mitglieder zu besorgen.

Die Schmiede hielten ihre Feierlichkeiten in der Kapelle der 10000 Märtyrer beim Dominikanerkloster; die Leinenweber stifteten 1381 ein Licht in der Franziskanerkirche St. Martin.

Im Jahre 1400 verbot der Rat jedoch Gesellen und Dienstknechten die Bildung eigener Bruderschaften, um die verhältnismäßig großen Aufwendungen dafür zu verhindern.

Text-Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81

 

BRUDERSCHAFT DES GROSSEN KALAND

Gemeinsame Unterstützung, Wohltätigkeit und gegenseitiges Vertrauen verband die als „Kaland“ bezeichnete private Organisation, die in Hildesheim als „Bruderschaft des großen Kalands“ 1320, später, 1402 als „Kaland Unserer lieben Frau am Dome zu Hildesheim“ genannt wurde.

Text-Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81 

 

BRUDERSCHAFT "UNSERER LIEBEN FRAU"

1362 wurde diese Bruderschaft von Hildesheimer Schneidern und anderen gegründet.

Sie spendete bei Trauerfällen ihrer Mitglieder Almosen, ihr Hospital „Unserer lieben Frauen Haus auf dem Damme“, diente sechs armen Frauen als dauernde Unterkunft. 

Text-Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81

 

BRUDERSCHAFT "VOM GÖTTLICHEN HELFER"

Ähnlich der Bruderschaft „Unserer lieben Frau“ war die Bruderschaft „vom göttlichen Helfer“ in der Andreaskirche, die 1389 ihren Dienst aufnahm.

Text-Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81 

 

BRUDERSCHAFT ZUM HL. JOHANNES

Die Kramergilde stiftete diese Bruderschaft in der Andreaskirche. Sie diente hauptsächlich dazu das Begräbnis ihrer Mitglieder zu besorgen.

Text-Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81 

 

ERASMI-GEORGII-BRÜDERSCHAFT

Die Aufgaben dieser geistlichen Bruderschaft waren, sich gegenseitig mit Fürbitten, Vigilien, Messen und Seelbädern zu unterstützen.

 

GODEHARDI-BRUDERSCHAFT

Die Schmiede- und Zimmerleute stiftete diese Bruderschaft in der Godehardikirche. Sie diente ebenfalls hauptsächlich dazu, das Begräbnis ihrer Mitglieder zu besorgen.

Text-Quelle: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hannover 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81 

 

KALAND UNSERER LIEBEN FRAU AM DOME ZU HILDESHEIM

→ Bruderschaft des großen Kaland

 

LAMBERTUS-BRÜDERSCHAFT

Diese geistliche Bruderschaft, diente der Aufgabe, sich gegenseitig mit Fürbitten, Vigilien, Messen und Seelbädern zu unterstützen. In der Lambertus-Brüderschaft waren hauptsächlich Schuhmacher - wegen der Stiefel die der Heilige als Attribut trug - vertreten.

 

DIE ALEXIANERBRÜDERSCHAFT

lat.: Congregatio Fratrum Alexian", Ordenskürzel, :CFA), auch: Kongregation der Celliten, Lülkenmänner oderLollardener genannt. Die Alexianer  sind eine Brüdergemeinschaft, die in der Krankenpflege tätig ist.

Die Verheerungen der Pest und der Mangel einer geordneten Bestattung wurde Anlaß zur Gründung einer klösterlichen Genossenschaft, der „willigen Armen“, „Alexianer“ oder „Zellenbrüder“.

Ihre Regel war die des Hl. Augustin, die Brüder waren Laien.

Sie dienten der Krankenpflege, hielten Nachtwache am Krankenbett, beteten mit den Sterbenden und begruben die Toten.

Text-Quelle:

- Literatur

- Webseite

 

Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover; Selbstverlag der Provinzverwaltung; Hann. 1912, Band II, Heft 4, Teil 2, Seite 81 

https://de.wikipedia.org/wiki/Alexianer

 

Seit den 1430er Jahren plante die junge Bewegung der Brüder vom gemeinsamen Leben (später „Fraterherren“ genannt) unter Führung von Gottfried Borninck eine Niederlassung am Alten Markt, dem Luremannshof, in Hildesheim.  Nach zwei Provisorien  konnten sie 1443 denLüchtenhof  beziehen und 1444/46 Grundstück und Gebäude kaufen. Durch verschiedene Baumaßnahmen, darunter die Errichtung einer Kirche mit Krypta und eines Skriptorium, passten sie das Anwesen ihren Bedürfnissen an.

Erster Rektor in Hildesheim war Bernhard von Büderich; zu den bedeutendsten Konventualen gehörte Peter Dieburg, der eine bemerkenswerte Chronik verfasste. Die Fraterherren wirkten hier wie überall vor allem durch Herstellung und Verbreitung von Büchern sowie durch Predigt und Seelsorge im Geist der Devotio moderna. Der Hildesheimer Konvent wandte sich gegen die in anderen Niederlassungen der Brüder bestehende Tendenz, das Leben mehr und mehr nach klösterlichem Vorbild zu gestalten.

Im 16. Jahrhundert wurde den Fraterherren durch den Buchdruck die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Gleichzeitig verringerte die Reformation im Umland und in der Stadt Hildesheim ihren Einfluss, wenn auch die Klöster und Konvente in der Bischofsstadt nicht aufgehoben wurden. 1604 wurde der Lüchtenhof gegen Wohnrecht und Unterhalt für die letzten beiden Brüder dem bischöflichen Stuhl überlassen. Ernst II.  richtete in den Gebäuden ein Alumnat für bedürftige Schüler des Jesuitengymnasiums (siehe  Josephinum-Gymnasium) ein. 

 

DIE SÜSTERN

„de Süstern“ – die Schwestern

 

Dieser hildesheimerische, schlichte Name für die Gemeinschaft der „Büßenden Schwestern von der Heiligen Maria Magdalena“ vom Magdalenakloster, die andernorts „Magdalenerinnen“ oder, wegen ihrer weißen Kleidung, auch  „Weißfrauen“ genannt werden, zeigte die Bedeutung des Hildesheimer Klosters für die Bevölkerung der Stadt. 

Dieser Frauen-Bettelorden (wie die Franziskaner u. Dominikaner) sollte sich um die Rehabilitierung und Resozialisierung einer, wie man heute  sagen würde, gesellschaftliche Randgruppe kümmern. Gemeint wurde damit die sogenannten "gefallenen" oder "sittlich gefährdete" Frauen und Mädchen der Stadt und deren Umfeld.

Ihnen sollte in der Ordensgemeinschaft ein neues, christlich geprägtes Leben ermöglicht werden. Also sie wurden Ordensschwestern. 

Das "Vater unser" im Hildesheimer Platt:

DAS "VATERUNSER" UND DIE "10 GEBOTE"  IM HILDESHEIM'SCHEN PLATT

Als der Kardinal Nikolaus von Cusa im Jahre 1451 nach Hildesheim kam, fand er solch große Unwissenheit in religiösen Dingen beim Volke, daß er in den Kirchen Tafeln aufhängen ließ, auf welche in plattdeutscher Sprache das Vaterunser, der Glaube, die 10 Gebote  und der englische Gruß geschrieben waren.

Das Vaterunser

 

Vader unser, de du bist in den Hymmeln.

Gehylliget werde dyn name. To kome dyn Rike.

Dyn wille, de werde in den Hymmeln und in der Erde.

Unse degelike Brod gif uns hyte.

Unde vorgif uns unse Schulde, alse wy ock vorgewen unsen Schuldener.

Und enleyde uns nicht in Bekoringe.

Under lose uns van Quale.

Amen.  

 

Die 10 Gebote

 

Dit sünt de hilgen X Bode Goddes:

Boven alle ding hebbe lew dynen God.

Nicht idel - noch in spott.

Viere de hylgen Dage aller Gader.

Ehre Moder und Vater.

Mydt Willen eder myt werke sla nemende dot.

Stel nicht, viel hestu Not.

Buten dem Echte do nene Unkuscheyt.

Begere  nemendes Beddegenot,

Noch myt Unrechte nemedes Goet.

We nicht enthalt desse teyn Gebot de mag nümmer komen to Godt.  

Pater noster-Vater unser

Pater noster, qui es in caelis,

sanctificetur nomen tuum.

Adveniat regnum tuum.

Fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.

Panem nostrum cotidianum da nobis hodie.

Et dimitte nobis debita nostra,

sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.

Et ne nos inducas in tentationem,

sed libera nos a malo.

(Quia tuum est regnum et potestas 

et gloria in saecula.)

Amen.

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung, 

sondern erlöse uns von dem Bösen. 

(Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.)

Amen.

Quelle

 

Ave Maria

Ave Maria, gratia plena;

Dominus tecum;

benedicta tu in mulieribus,

et benedictus fructus ventris tui, Iesus.

Sancta Maria, Mater Dei,

ora pro nobis peccatoribus

nunc et in hora mortis nostrae.

 

Amen.

 

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.

Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

 

Amen.

Olivenholz pur: Nicht nur die Perlen, auch das kunstvoll geschnitzte Kreuz des geknüpften Rosenkranzes bestehen aus Olivenholz - mit sehr schöner Maserung!
Olivenholz pur: Nicht nur die Perlen, auch das kunstvoll geschnitzte Kreuz des geknüpften Rosenkranzes bestehen aus Olivenholz - mit sehr schöner Maserung!

Das Rosenkranzgebet

 

Viele Katholiken halten an dem schönen alten Brauch fest, im Mai und Oktober Rosenkranzandachten zu besuchen: Der Mai ist der Marienmonat, der Oktober der Rosenkranzmonat. Am 7. Oktober gibt es gar das Fest "Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz". Das Perlengebet gibt Kraft für den Alltag, Trost in Krankheit, Trauer und Leid. Es ist uralt, geht bis zu den Anfängen des Christentums zurück.

 

 

Die Perlenkette ist ein Hilfsmittel beim Beten. Die Betenden lassen sie durch die Finger gleiten. Dies erinnert auch an die Gebetsketten und -schnüre anderer Religionen. Der Name Rosenkranz passt zur Mutter Gottes. Über sie gibt es viele Blumenlegenden. Und im Adventlied "Maria durch ein Dornwald ging" werden Rosen besungen.

 

Der Rosenkranz besteht aus einem Kreuz und 59 Perlen. 55 davon - 50 kleinere und fünf größere - bilden eine zusammenhängende Kette. Eine der größeren Perlen dient als Verbindungsglied zu einer weiteren Kette mit drei kleineren Perlen, einer größeren und einem Kreuz. Das Kreuz erinnert an Jesu Liebe zu uns und an seinen Kreuzestod.

 

So wird der Rosenkranz gebetet

 

Wir machen das Kreuzzeichen und sagen dazu: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Es folgt das Glaubensbekenntnis:

 

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen" Es folgt: "Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen"

Über dem Kreuz befindet sich eine einzelne große Perle. Wir berühren sie und sprechen dazu das "Vaterunser". Die drei Perlen, die dann folgen, sind ganz besondere: Wir beten, indem wir sie berühren, je ein "Gegrüßet seist du, Maria" (siehe auch Video), fügen aber nach dem Wort "... Jesus" noch etwas dazu. Bei der ersten Perle ist das "... Jesus, der in uns den Glauben vermehre", bei der zweiten Perle "... Jesus, der in uns die Hoffnung stärke" und bei der dritten Perle "... Jesus, der in uns die Liebe entzünde".

 

Es folgt vor der ersten Perle der zusammenhängenden Kette das "Ehre sei dem Vater ..." und das "Vaterunser". Dies gilt auch für die vier weiteren, etwas größeren Perlen des Rosenkranzes. Nach jeder großen Perle folgen zehn "Gegrüßet seist du, Maria".

 

Die Gesätze des Rosenkranzes

 

Je zehn Perlen bilden ein Gesätz. In einem Gesätz sprechen wir jedes Mal beim "Gegrüßet seist du, Maria" nach dem Wort "Jesus" dieselben Worte. Es sind die "Geheimnisse" des freudenreichen, des lichtreichen, des schmerzhaften oder des glorreichen Rosenkranzes (siehe unten); außerdem gibt es individuelle Formulierungen. Gebetet wird immer nur ein Rosenkranz. Auch bei Fronleichnamsprozessionen und auf Wallfahrten wird der Rosenkranz gebetet.

 

Von Magret Nußbaum

Das Ave Maria

 

Viele Katholiken verehren die Mutter Gottes. Sie bitten sie um Fürsprache bei ihrem Sohn Jesus Christus. Maria ist für viele ein Vorbild im Glauben. Sie befolgt den Willen Gottes, nimmt großes Leid auf sich und weiß, wie es um uns bestellt ist, wenn wir selber unser Kreuz tragen müssen.

Gegrüßet seist du, Maria

"Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen"

 

Mit diesen Worten kündigt der Erzengel Gabriel Maria die Geburt ihres Sohnes an. Maria erschrickt: Wie soll dies möglich sein? Sie war doch noch nicht mit ihrem Verlobten Josef intim? Gott aber spricht durch seinen Engel: Du musst dich nicht fürchten, ich habe dich angenommen und ausgewählt. Ich sage Ja zu dir. Wenig später besucht Maria ihre Verwandte Elisabeth. Diese ist selber schwanger und trägt Johannes den Täufer, unter ihrem Herzen.

 

Elisabeth wird beim Kommen ihrer Verwandten Maria vom Heiligen Geist erfüllt und ruft: "Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lukas 1,42-43) Da bricht Maria in den Lobpreis Gottes aus, den "Magnificat". Es gehört zum Stundengebet der Kirche und bildet den Höhepunkt der abendlichen Vesper:

 

Magnificat

"Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig."

 

Gott hat auch uns angenommen

 

Wir dürfen uns mit Maria freuen. Denn auch wir sind als Getaufte von Gott als seine Kinder angenommen. Der Herr ist mit uns – ohne Verdienste und fromme Werke, ohne Opfer und machtvolle Taten. Gott, der Herr, ist mit uns – bei Tag und bei Nacht, in Freude und Leid, im Leben und im Tod. Er gibt uns nicht auf, er hält uns die Treue. Und Maria? Sie kann uns Vorbild sein. Sie fühlt sich geborgen bei Gott, von ihm angenommen, von ihm auserwählt. Das lässt ihr Selbstvertrauen wachsen – und ihr Vertrauen darauf, dass alles gut ausgehen wird.

 

Von Maria können wir lernen, uns deutlicher als vielleicht bisher als Christinnen und Christen zu bekennen, uns stärker als bisher für christliche Werte einzusetzen. Maria ist auch unsere Mutter, in deren liebevolle Arme wir uns fallen lassen können, wenn wir Beistand in Not und Trauer brauchen. Sie tritt für uns ein, wenn wir vor Gott stehen. Darum bitten wir mit jedem Ave Maria.

 

 Von Margret Nußbaum

Das Stundengebet

Blatt aus den Heures de Notre-Dame de Pitié, 15. Jahrhundert. Unter der Darstellung der Verkündung der Vers Herr, öffne meine Lippen, mit dem das Stundengebet eines jeden Tages eröffnet wird.
Blatt aus den Heures de Notre-Dame de Pitié, 15. Jahrhundert. Unter der Darstellung der Verkündung der Vers Herr, öffne meine Lippen, mit dem das Stundengebet eines jeden Tages eröffnet wird.

Das Stundengebet (lat. liturgia horarum), auch Offizium oder Officium divinumTagzeiten und Tagzeitengebet (evangelisch) genannt, ist die Antwort der Kirche auf das Apostelwort „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17 EU) und das Psalmwort „Siebenmal am Tag singe ich dein Lob und nachts stehe ich auf, um dich zu preisen“ (vgl. Ps119,62.164 EU).

Die Tradition des Stundengebetes wird in der orthodoxen, der römisch-katholischen, der anglikanischen Kirche und den evangelischen Kirchen gepflegt. Das gemeinschaftlich vollzogene Stundengebet in einer Ordensgemeinschaft wird Chorgebet genannt.

Die liturgischen Bücher, die die Texte des Stundengebets enthalten, heißen Horologion (orthodox), Stundenbuch (katholisch), Book of Common Prayer (anglikanisch) undTagzeitenbuch (protestantisch). Die früher für die Weltpriester gedachte kürzere Form des monastischen Stundengebetes wurde auch Brevier (lat. breve „kurz“) genannt.

Quelle-Wikipedia

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