Die Hildesheimer Kartause und die Familie Pepersack

Als 1388 der Hildesheimer Bischof Gehard vom Berg die Gründungsurkunde unterzeichnete und die ersten Mönche aus der Kartause aus Erfurt nach Hildesheim kamen, lag die Hildesheimer Kartause noch vor den Toren der Stadt.

Die Kartause Domus Claustri Beatae Mariaelag in der Nähe des Dammtores in Richtung Alfeld.


Die Klosteranlage legte man zunächst außerhalb der Stadt Hildesheim an, vor dem „Dammtor“ (einem Tor der Dammstadt), im Westen der Stadt, auf Grund und Boden der Patrizierfamilie „von Rössing“.

Erst im Jahr 1448 konnte die Kartause volle Eigentümerin des bebauten Grundes werden.

 

Am 20. Juni 1522 wurde die Kartause durch Einwohner der Stadt Hildesheim während der Stiftsfehde in Brand gesteckt.

Im Jahr 1542 beschloss der Rat der Stadt, die Reformation in Hildesheim einzuführen und nach mehrmaliger Plünderung des Klosters in den Jahren 1542 und 1543 zogen sich die Mönche unter ihrem Prior Dietrich Loher zunächst nach Köln zurück.

Als Loher im Jahr 1543 Prior der Kartause Buxheim bei Memmingen wurde, folgten ihm einiger Brüder auch nach Oberschwaben.

 

Am 30. Juli 1545 wurde das Kloster erneut geplündert. Den Klosterschatz und die Dokumente übernahm der Stadtrat. Teile der Gebäude nutzte man als Stadtbefestigung.

 

Erst im Jahr 1613 konnten die Kartäuser das Kloster wieder besiedeln. Am 23. Juli 1626, während des Dreißigjährigen Krieges, zerstörten dänische Truppen und Einwohner Hildesheims die Kartause.

Die Gebäude wurden im Jahr 1632 vollständig abgerissen.

 

Unter Fürstbischof Maximilian Heinrich wurde das Kloster 1659−1660 zum besseren Schutz in Gebäude innerhalb der Stadtmauern verlegt, zwischen Domhof und Langelinienwall.

Und seit 2 Jahren habe ich eine virtuelle Kartause in Hildesheim wieder begründet, wo ich die lange Geschichte des Kartäuserordens erzähle, Hinweise auf die Hildesheimer Geschichte in Verbindung mit der einstmaligen Kartause erforsche und auch ein wenig Spiritualität mit einfließen lasse.

Die Familie Pepersack, als Patrizier in Hildesheim, übten den Gewandschnitt aus, d.h. den Fernhandel mit auswärtigen Tuchen und Stoffen. Die Mitglieder der Gewandschneider Gilde wiederum hatten einen sehr guten Kontakt zu den Kartäusermönchen, die vor der Stadt auf dem Land der Familie von Rössing ihre Kartause errichtet hatten.

So stiftete die Gilde jedes Jahr der Kartause ein Fass des bekannten Einbecker Biers, und es ließen sich sogar Patrizier Familien auf dem Friedhof der Kartause beisetzen.
Ob es eine direkte Verbindung der Familie Pepersack mit dem Kartäuserorden gab, kann ich bislang nicht bestätigen, aber es gab Familienmitglieder der Familie Pepersack, die hier in Hildesheim in hohe geistliche Ämter aufstiegen.
So gab es 2 Äbte, die im Michaelis Kloster und im Kloster des hlg. Godehard die zur Familie Pepersack gehörten.

Als Äbte dieser beiden bedeutenden Klöster, standen sie sicherlich auch im Kontakt zum Prior der Kartause.

Der Karthäuser Mönch Bruder Albertus

Der liebenswerte und ehrwürdige Karthäuser Bruder Albertus, aus der naheliegenden Karthause, hinter der Domburg, ist der Beichtvater von Rahel und mir, sowie unser spiritueller Beistand, wenn es um Fragen der höheren Ordnung geht.

 

Die virtuelle Hildesheimer Karthause „Domus Claustri Beatae Mariae“

Warum gerade ein Karthäuser??

Die Kirche und der Glaube spielt heute auf Mittelaltermärkten keine wesentliche Rolle mehr, man sieht hier und da ein paar Darsteller in den bekannten braunen Ordenskleidern umher laufen, vielleicht auch mal eine Nonne, aber die Karthäuser tauchen auf Mittelaltermärkten gar nicht auf.
Warum nicht?
Zum einen mag das daran liegen, das dieser sehr alte Orden, bis zum heutigen Tag, aufgrund seiner strengen kontemplativen Lebensweise, noch sehr unbekannt geblieben ist.
Er gilt als der strengste Orden der katholischen Kirche, die Speerspitze des Christentum.

Es ist sehr wahrscheinlich auch die zurückgezogene streng kontemplative Lebensweise, die dafür sorgte das Karthäuser Mönche im Stadtbild einer mittelalterlichen Stadt so gut wie nie zu sehen waren.
Wie auch die Zisterzienser sind die Kartäuser darauf bedacht Selbstversorgung zu betreiben, und heute, wie auch in der Vergangenheit, sind es die Laienbrüder, die für die Versorgung des Kloster zuständig sind, während die Patres das geistliche Leben eines Kartäuser führen.

Dennoch, gerade wenn wir die Stadtkartausen uns anschauen, in Hildesheim gab es eine Stadtkartause, neben der in Köln, waren die Mönche eben darauf angewiesen Besorgungen zu machen, um sich mit den lebensnotwendigen Mitteln selbst zu versorgen.

So wird man hier in Hildesheim, neben all den anderen Mönchen und Nonnen, der verschiedenen Klöster auch ab und an, einen weiß gekleideten Mönch erspäht haben?!

Die Kirche war im Mittelalter lange Zeit, bis zur Reformation, Dreh- und Angelpunkt der Menschen im Alltag. Ohne Kirche war kaum geordnetes Leben möglich.
Die Kirche hatte lange Zeit das Monopol und die Deutungshoheit auf das Wissen der mittelalterlichen Welt, und der heiligen Schrift.
Mönche arbeiteten in den Schreibstuben der Klöster und Verwaltungen der Bischöfe an Kopien von Büchern und Abhandlungen über die Heiligen, das medizinische, astronomische Wissen jener Zeit.
Insbesondere die Karthäuser, auch die weißen Mönche genannt widmeten sich, und das bis zum heutigen Tage, der Verbreitung und Herstellung wichtiger Schriften, da sie nicht, wie andere Orden missionarische Aufgaben hatten.
Sie übernahmen auch keine Hospitzarbeit, oder andere fürsorgliche Tätigkeiten außerhalb ihrer Klöster, sondern vertieften sich in die Kontemplation und das allwährende Gebet.

Und gerade weil sie sich nicht einmischten in die tagtägliche Politik und Geschehnisse wurden sie dafür geachtet und für ihre Authentizität und Integrität hoch geschätzt bei vielen angesehenen Adelsfamilien und wohlhabenden Bürgerfamilien, die sie mit Schenkungen und Stiftungen bedachten.
So kam es das die Karthäuser, hier in Hildesheim, in relativ kurzer Zeit bereits zu einem wohlhabenden Orden heranwuchsen, mit vielen Höfen und Grund und Boden rund um Hildesheim.

Mich selbst fasziniert die Lebensweise der Karthäuser, die sich bis zu unserer heutigen Zeit, in 900 Jahren unverändert erhalten hat. Auch die Strenge des geregelten Tagesablauf der Mönche schreckt mich nicht ab.
Vielleicht ein Gegenentwurf zur heute sehr multimedialen und schnelllebigen  Zeit?
Ich sehe darin auch keine Weltflucht, weil man nicht zurecht kommt in dieser Welt, eher das Gegenteil!
Besinnung auf das Wesentliche, die Konzentration auf das Hier& Jetzt, auf das Gebet und die Kontemplation.

Meine virtuelle Hildesheimer Kartause bietet einen geschichtlichen Überblick und ein Portrait der Karthäuser und dem Orden.
Die Stiftungsurkunde wurde am 2. Mai 1388 ausgestellt. Die ersten Mönche kamen aus dem Kartäuserkloster Erfurt.
Das späte 14. Jahrhundert ist auch die Zeit der Familie Pepersack, und es wird Schnittpunkte und Berührungspunkte gegeben haben, die ich gegenwärtig allerdings noch nicht konkret benennen kann. Aber ich weiß, das die Gewandschneider- Gilde jährlich ein Fass Einbecker Bier zugunsten der Kartause gespendet hat, und da die Pepersack Mitglied dieser exklusiven Gilde gewesen waren, könnte es da durchaus Berührungspunkte gegeben haben.
Insbesondere da die Stadtoberen öfters mit dem Bischof als ihren eigentlichen Stadtherren sehr oft quer lagen, in Bezug auf weltliche Interessen und Macht Ausweitung.
Da könnten die Karthäuser vermutlich, aufgrund ihrer gelebten und viel gepriesenen Integrität eine Vermittlerrolle eingenommen haben?
Ich habe meine Rolle als Bruder Albertus so angelegt, das ich als "Beichtvater" und auch als (Haus)Lehrer für die Kinder im Hause Pepersack zuständig bin. Natürlich wird mein spiritueller Rat auch ab und an sehr geschätzt.

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