"Fides piorum credit, non discutit“ - der Glaube der Frommen vertraut, er diskutiert nicht:
So soll 
Bernhard von Clairvaux, einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens und Lehrer von Papst Eugen III. gesprochen haben.

Quelle

Links der Klerus, in der Mitte der Adel, rechts die Bauern und der Rest der Bevölkerung.
Links der Klerus, in der Mitte der Adel, rechts die Bauern und der Rest der Bevölkerung.

Den ersten Stand innerhalb der Ständeordnung im Mittelalter bildete der Klerus, zu dem alle Geistlichen gehörten. Innerhalb des Klerus gab es jedoch große Unterschiede bezüglich der Machtfülle der verschiedenen Ämter.

 

Der Klerus als Sammelbezeichnung für alle Angehörigen der Kirchen - vom Dorfpfarrer über den Bischof bis hin zum Papst - differenzierte sich in den hohen Klerus und den niederen Klerus. Der Klerus war innerhalb des feudalen Systems selbst eine feudalistische Institution, die über großen Landbesitz verfügte. Er war somit auch Lehensgeber und finanzierte sich daraus. Daneben profitierte der Klerus von der Abgabe des Kirchenzehnt, die eine prozentuale Beteiligung an den Erträgen der Bauernschaft war.

 

Der hohe Klerus

Zum hohen Klerus zählten etwa der Papst, die Erzbischöfe und Bischöfe. Er herrschte über den niederen Klerus, der sich den Anordnungen zu beugen hatte. Der hohe Klerus wurde zumeist von im Adelsstand Geborenen besetzt. Erzbischöfe und Bischöfe, aber auch Domherren entstammten sehr häufig dem Adel. Sie waren zumeist auch in das höfische Leben eingebunden und fungierten als Ratgeber der Fürsten bis hin zum König oder Kaiser. Ihre daraus sich ableitenden Privilegien und ihre hervorragende finanzielle Lage hob sie deutlich von der übrigen Priesterschaft ab, die sich im niederen Klerus konzentrierte.

 

Der niedere Klerus

Dem niederen Klerus gehörten beispielsweise die Dorfpfarrer, die Prediger und Wanderprediger, die Mönche und Nonnen an. Er setzte sich aus einfachen Geistlichen, meist aus dem ländlichen Raum zusammen. Die Pfarrer und Vikare des unteren Standes waren Bürgerliche und aufgrund ihrer Herkunft in Adelskreisen weniger angesehen. Weitere Gründe für die geringere Wertschätzung waren ihre niedrigere Machtposition und ihren geringeren Möglichkeiten der Einflussnahme auf politische Prozesse. Sie hatten allerdings einen wesentlich größeren und engeren Bezug zum Volk und kümmerten sich um die Bedürfnisse der Bauern und einfachen Bürger. Darüber hinaus zählten Mönche und Nonnen zum niederen Klerus. Sie verbrachten ihr Leben überwiegend in Klöstern.

Text-Quelle

Gebete:

Ave Maria, gratia plena;
Dominus tecum;
benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Iesus.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.
Amen.

Text auf Deutsch

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

 

Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Pater noster, qui es in caelis,
sanctificetur nomen tuum.
Adveniat regnum tuum.
Fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie.
Et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.
Et ne nos inducas in tentationem,
sed libera nos a malo.

(Quia tuum est regnum et potestas 
et gloria in saecula.)

Amen.

Der Text auf deutsch

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen. 

(Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.)

 

Amen.

Credo (Glaubensbekenntnis)
Credo in unum deum patrem omnipotentum factorem caeli et terra visibilium et in unum
dominum ihesum christum filium dei unigentum et ex patre natum ante omnia saecula deum de
deo lumen de lumine deum verum de deo vero genitum non factum consubstantialem patri per
quem facta sunt qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de caelis et
incarnatus est de spiritu ex maria virgine et homo factus est crucifixus etiam pro nobis sub pontio
pilato passus et sepultus est et resurrexit tertia die secundum scripturas et ascendit in caelum
sedet ad dexteram patris et iterum venturus est cum glorian iudicare vivos et mortuos cuius regni
non erit finis et in spiritum sanctum dominum et vivificantem qui ex patre filioque procedit qui
cum patre et filio simul adoratur et conglorificatur qui locutus est per prophetas et unam sanctam
christo ecclesiam confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum et expecto
resurrectionem mortuorium et vitam venturi saeculi.
Amen.

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt
unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater (und dem Sohn) hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet
und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, katholische*
und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe
zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben in der kommenden Welt. Amen.

Te Deum laudamus
Te Deum laudamus,
te Dominum confitemur.
Te aeternum Patrem omnis terra veneratur.
Tibi omnes angeli, tibi caeli et universae
potestates, tibi cherubim et seraphim
incessabili voce proclamant:
Sanctus, sanctus,
sanctus Dominus Deus Sabaoth.
Pleni sunt caeli et terra
maiestatis gloriae tuae.
Te gloriosus Apostolorum chorus,
te prophetarum laudabilis numerus,
te martyrum candidatus laudat exercitus.
Te per orbem terrarum
sancta confitetur ecclesia.
Patrem immensae maiestatis;
venerandum tuum verum et unicum filium;
Sanctum quoque Paraclitum Spiritum.
Tu rex gloriae, Christe.
Tu Patris sempiternus es filius.
Tu, ad liberandum suscepturus hominem,
non horruisti virginis uterum.
Tu, devicto mortis aculeo,
aperuisti credentibus regna caelorum.
Tu ad dexteram Dei sedes
in gloria Patris.
Iudex crederis esse venturus.
Te ergo quaesumus, tuis famulis subveni, quos pretioso sanguine

Dich, Gott, loben wir
dich, Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater huldigt das Erdenrund.
Dir rufen alle Engel, die Himmel und Mächte
insgesamt, die Kerubim und die Seraphim
mit nie endender Stimme zu:
Heilig, heilig,
heilig, Herr, Gott der Scharen.
Voll sind Himmel und Erde
von deiner erhabenen Herrlichkeit.
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel,
dich der Propheten lobwürdige Zahl,
dich der Martyrer leuchtendes Heer.
Dich preist über das Erdenrund
die heilige Kirche.
Dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn
und den heiligen Fürsprecher Geist.
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters ewiger Sohn.
Du, um zu befreien den Menschen,
hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht.
Du hast bezwungen den Stachel des Todes
und denen, die glauben, den Himmel aufgetan.
Du sitzest zur rechten Gottes
in der Herrlichkeit des Vaters. Als Richter, so glauben wir, kehrst du einst wieder.

Segensgebet

Latein:
 
Oremus,

Misereatur vestri omnipotens Deus,
et dimissis peccatis vestris,
perducat vos ad vitam aeternam.

Indulgentiam, absolutionem et remissionem
peccatorum nostrorum tribuat nobis omnipotens
et misericors Dominus.

Amen
Deutsch:
  Lasset uns beten,

Der allmächtige Gott erbarme Sich euer.
Er lasse euch die Sünden nach
und führe euch zum ewigen Leben.

Nachlaß, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden
schenke uns der allmächtige und barmherzige Herr.

So soll es geschehen

Das Kloster Marienrode: Monasterium Novalis sanctæ Mariæ.

Das Kloster Marienrode bei Hildesheim wurde am 22. Mai 1125 durch den Hildesheimer Bischof Berthold I. von Alvensleben in der damaligen Siedlung Baccenrode (lat.: Novale Bacconis) gegründet. „Novale“ bedeutet zu bebauendes oder bereits bebautes Ackerland, etwa Neubruch, der erste Siedler könnte demnach Bacco geheißen haben. Es bestand bis 1259 zunächst als Augustiner-, später als Tochterkloster von Kloster Riddagshausen aus der Filiation der Primarabtei Morimond als Zisterzienser-Kloster. Die Zisterzienser gaben dem Ort den heute noch gebräuchlichen Namen Marienrode, nachdem Bischof Johann I. von Brakel im Jahre 1259 die Mönche und Nonnen des Klosters Backenroth wegen sittlichen Verfalls vertrieben hatte. Die Zisterzienser gaben dem Kloster den neuen Namen:Monasterium Novalis sanctæ Mariæ.
Quelle


Der Marienroder Sack, der ehemalige Stadthof der Zisterzienser, in Hildesheim

Das Zisterzienserkloster Marienrode wurde 1259 vom Bischof Johann I mit Stiftungsurkunde dem Zisterzienserorden übertragen, nachdem die bis dahin dort lebenden Augustiner Chorherren in Verruf geraten waren, und durch Mißwirtschaft das Kloster an den Rand des Ruins geführt hatten.

 

 

 

Die Zisterzienser, Mutterkloster und Namensgeber der Zisterzienser ist das 1098 von dem Benediktiner Robert von Molesme († 1111) und zwanzig weiteren Mönchen der Abtei Molesme gegründete Kloster Cîteaux (lat. Cistercium, dt. Zisterze). Abweichend werden Zisterzienser aber auch nach dem hl. Bernhard von Clairvaux Bernhardiner bzw. Bernhardinerinnen genannt.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Zisterzienser

 

 Die Zisterzienser breiteten sich im 12. und 13. Jahrhundert nahezu explosionsartig über ganz Europa aus. 

 

Durch die strikte und konsequente Umsetzung der Regula Benedicti und deren Kernaussage "ora et labora" -bete und arbeite, bekamen die Zisterzienser sehr viel Zulauf aus den adligen Familien des damaligen Europa. 

 

Zudem stellten sie die damalige Ständeordnung und Gesellschaftsnormen der Kirche, des Klerus auf den Kopf, indem sie auf Abgaben und Pfründe durch die Hörigen und Leibeigenen der Klöster verzichteten und die Arbeit mit eigenen Händen vollrichteten. Das war ein Politikum der damaligen Zeit, auch so erfreuten sich die Zisterzienser vieler Schenkungen und Stiftungen, und der großen Beliebtheit im Volk.

 

 Es bestand bis 1259 zunächst als Augustiner-, später als Tochterkloster von Kloster Riddagshausen aus der Filiation der Primarabtei Morimond als Zisterzienser-Kloster. Die Zisterzienser gaben dem Ort den heute noch gebräuchlichen Namen Marienrode, nachdem Bischof Johann I. von Brakel im Jahre 1259 die Mönche und Nonnen des Klosters Backenroth wegen sittlichen Verfalls vertrieben hatte.

Die Zisterzienser gaben dem Kloster den neuen Namen: Monasterium Novalis sanctæ Mariæ.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Marienrode

 

 In Marienrode, bauten die Zisterzienser das verfallene Kloster wieder auf, errichteten eine Klosterkirche, ganz im nüchternen Stil der typischen Zisterzienser Architektur, geradlinig, schmucklos und aus hellem Sandstein.

 

 Der Stadthof der Zisterzienser im "Marienroder Sack" in Hildesheim:

 

Die Schuhstrasse hatte im 13. Jahrhundert noch ein ganz anderes Aussehen als wie wir sie heute kennen!

 

eine schmale Strasse, die durch die Auskragungen der einzelnen Geschosse und der angebauten Erker, der links und rechts stehenden Häuser, nach oben hin, nur einen sehr schmalen Durchlass boten, der auch immer wieder durch die Baupolizei kontrolliert wurde, damit die Kaufmannswagen hindurch passten.

 

In Laufrichtung zum heutigen Hindenburgplatz bildete die damalige Schuhstrasse eine Sackgasse, welche eben im "Marienroder Sack" endete.

 

 

Inschriften-online-Hildesheim:

 

Beschreibung

 

Haus.1) Marienroder Klosterhof. Fachwerk. Die Inschrift befand sich an einem zweigeschossigen traufenständigen Haus im Inneren des Hofes auf dem Schwellbalken des ersten Obergeschosses. Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

 

Inschrift nach Koch.

 

 Cum sol quingentos et mille revolverat orbes

 

Et quinquagesiesa) protulit ecce caput

 

Jodocus fecit quob) condere dominus abbas

 

Attate comis compatiens miseris

 

Übersetzung:

 

Als die Sonne fünfhundert und tausend Umläufe vollendet hatte und gerade wieder zum fünfzigsten Mal den Kopf vorstreckte, veranlaßte Herr Abt Jodokus [dies] zu gründen, ein wahrhaft gütiger und der Armen sich erbarmender Mann.

 

Versmaß: Zwei elegische Distichen, das zweite im Hexameter prosodisch fehlerhaft.

 

 

 

Kommentar:

 

Der in der Inschrift Jodocus genannte Abt ist mit Jobst Henne zu identifizieren, der dem Kloster in den Jahren 1516 bis 1558 vorstand.2) Er wohnte während seiner Amtszeit häufig im städtischen Hof des Klosters und starb dort im Jahr 1558. Die im letzten Vers angesprochene Armenfürsorge, deren Erwähnung den textlichen Rahmen einer bloßen Bauinschrift verläßt, erlaubt die Vermutung, daß dieses Haus der im Rahmen der Klosterregel vorgesehenen Armenpflege gedient hat. Ein Spital im engeren Sinn unterhielten die Zisterzienser in ihrem Klosterhof entgegen der Darstellung Zellers3) aber wohl nicht. Eine curia ... in Sacco sita ist als Klostereigentum bereits im Jahr 1308 genannt.4)

 

Textkritischer Apparat

 

quinquagesies] quinquagenus Koch.

 

quo] Wohl in quod oder hoc zu emendieren.

 

Anmerkungen

 

Beschreibung nach Otto Koch: Zur Geschichte und Baugeschichte des alten Marienroder Klosterhofes. In: Alt-Hildesheim 18 (1939), S. 39–43, hier S. 40.

 

Vgl. Die Männer- und Frauenklöster der Zisterzienser in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg, bearbeitet von Ulrich Faust (OSB). München 1994 (Germania Benedictina XII), S. 430.

 

Zeller in Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 102f. Die Bezeichnung des Marienroder Klosterhofes als Hospital beruht wahrscheinlich auf einer Verwechslung mit dem als städtisches Hospital dienenden benachbarten „Resenhaus“, vgl. Koch (wie Anm. 1), S. 41.

 

Wie Anm. 2, S. 395.

 

Nachweise

 

Otto Koch: Zur Geschichte und Baugeschichte des alten Marienroder Klosterhofes. In: Alt-Hildesheim 18 (1939), S. 40.Slg. Rieckenberg, S. 794.

 

Zitierhinweis:

 

DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 363† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, 

http://www.inschriften.net/hildesheim/inschrift/nr/di058-0363.html#content

 

Bildquelle: https://www.hildesheimer-geschichte.de/das-t%C3%A4gliche-leben/hospit%C3%A4ler-und-spit%C3%A4ler/

 

 

 

Der Stadthof der Zisterzienser ist auch für die Stadt-Gemeinschaft(Rat+Gilden) als solches von großem Interesse, weil die Zisterzienser, als wirtschaftlich effizient arbeitender Orden, die Überschüsse aus der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft dort zu günstigeren Preisen verkauften, als marktüblich. Dort konnten sich dann die ärmeren Schichten im städtischen sozialen Gefüge sehr kostengünstig eindecken, mit Lebensmitteln(=soziale Tafel im 13.Jahrhundert!)

 

Das ärgerte insbesondere die Getreidehändler und Krämer, die sich mit dem Verkauf dieser Waren, zu regulären Marktpreisen beschäftigten und den Rat der Stadt. 

 

Doch der Rat hatte hier keine direkte Handhabe, da ja die Stadthöfe der Zisterzienser dem Bischof unterstanden und auch unter die kirchliche Hoheit fielen, also dem Kirchenrecht und der Domfreiheit unterstanden.

 

Auch Steuerrechtlich flossen die Steuern aus dem Verkauf der Produkte in die Kasse des Bischof und nicht in die Ratskasse.

 

So waren die Stadthöfe sehr beliebt bei den ärmeren Bürgern der Stadt, aber sehr unbeliebt beim Rat und alteingesessenen Kaufmannschaft und dem Patriziat.

 

 

 

Der Konflikt zwischen dem Rat der Stadt und dem Zisterzienser Orden, sollte sich im 15. Jahrhundert noch weiter zuspitzen, als das die Ratsherren, nachdem Teile des Rathauses eingestürzt waren, aufgrund von baulichen Mängeln und Verfall, sich der gerade im Kloster lagernden neu behauenen Steine angenommen haben, die eigentlich für die Erweiterung der Klosterkirche bestimmt gewesen sind, in einer Nacht und Nebel Aktion, mit Fuhrwerken haben nach Hildesheim schaffen lassen, um sie für den Neubau der betroffenen Stellen am Rathaus zu verwenden.


Die Geschichte des Ortes Diekholzen ist eng verknüpft mit der Geschichte des Klosters Marienrode.

 

So wird bereits 1125, in einer Schenkungsurkunde, als das Chorherrenstift der Augustiner von Bischof Berthold gegründet worden ist, in Nova Baccenrode, bereits von einem Holthusen gesprochen.

5 Hufen Land, eine Mühle und der Zehnte waren an das Kloster übertragen worden.

 

Aus den geschichtlichen Überlieferungen wissen wir aber, das es bereits vor diesem Ereigniss das Dorf, oder eine Ansiedlung aus germanischer Zeit in dieser Region gegeben haben muß.

 

1125 aber fällt Diekholzen unter die Herrschaft der Augustiner, und die Dorfbewohner mussten ihre Abgabe und Dienste an die Augustiner abliefern, als da waren:

 

    • Im Jahresdurchschnitt mussten sie 1-2 Tage in der Woche auf den Feldern des Stiftes arbeiten oder andere Dienste verrichten, etwa beim Bierbrauen helfen,Holz abfahren, oder Botengänge erledigen.
    • Außerdem waren sie dazu verpflichtet, von ihrer eigenen Ernte den zwischen Michaelis(29.9) und Martini(11.11.) fälligen Grundzins abzuführen.
    • Die Abgaben an den Grundherren machten insgesamt mindestens ein Drittel der bäuerlichen Erträge aus.
    • Ferner stand dem Stift der Zehnte von der Feldfrucht sowie der meist in Form von Hühnern und Gänsen eingeforderte Fleischzehnte zu.

 

Die gerichts- und schutzherrlichen Rechte über den zu Backenrode gehörenden Besitz in Diekholzen lagen beim Hildesheimer Bischof, der sie aber nicht direkt wahrnahm, sondern einen seiner Gefolgsleute als Vogt einsetzte.

Ob sich die Vogtei im 12. und 13.Jahrhundert auf die gesamte Bevölkerung Diekholzens erstreckte, oder nur über die zum Stift gehörenden Pflichtigen, läßt sich aus den Urkunden nicht erschließen.

 

Doch es ist davon auszugehen das die Augustiner schon seit 1125 eine beherrschende Stellung im Dorf einnahmen.

 

In der ersten Hälfte des 13.Jahrhundert kam es bei den Augustinern zu einem moralischen und wirtsachaftlichichen Verfall und die geistige Disziplin der Ordensmönche ließ in zunehmenden Maße zu wünschen übrig.

 

Berichtet wird über einen "Skandal", das die Augustiner Mönche rege Beziehungen zu den in unmittelbarer Nähe angesiedelten Nonnen des Klosters zu  pflegen schienen, weit über die monastischen Regeln und Disziplin hinaus.

 

So das sich der neu gewählte Bischof Johann gezwungen sah einzugreifen und die Chorherren mussten das Feld räumen. 

 

Der Bischof siedelte darauf hin Zisterzienser in Backenrode an, die dann das Kloster unter ihre Schutzpatronin des Ordens, der hl. Mutter und Jungfrau Maria stellten und ihm den Namen Marienrode gaben.

 

Die arbeitsamen und anspruchslosen Zisterzienser, die wegen ihrer aus grober Schafwolle hergestellten Kutten auch "Graue Mönche" genannt wurden, legten wErt darauf, ihren Unterhalt möglichst nicht aus den Abgaben ihrer Pflichtigen zu bestreiten.

Sie bemühten sich deshalb darum, den Umfang des von ihren Konversen(Laienbrüdern)bewirtschaftete Eigenbetriebes ständig zu erweitern.

 

  

Anno 1267: Ein Rechtsstreit zwischen dem Abt des Kloster Marienrode und der Hildesheimer Familie Pepersack.

aus dem UB HI Bd.I
aus dem UB HI Bd.I
Urkunde über den Rechtstreit zwischen Kloster und Pepersack
1267 wurde das Kloster Marienrode verpflichtet zu Gunsten Johann Pepersack und Albert van Damme 10 Taler für die Kirche in Diekholzen zu zahlen.
Diekholzen,Marienrode2.pdf
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Bruder Severin, der Zisterzienser!

In meiner Darstellung eines Zisterzienser Mönches beschäftige ich mich mit der langen Geschichte des Ordens, und der lokalen/regionalen Geschichte des Zisterzienserkloster Marienrode und dem Wirken der Zisterzienser in Hildesheim.

Natürlich auch mit einem lachenden Auge, und nicht bitterernst, soll die Spiritualität und das Leben an sich nicht zu kurz kommen!


Bildergalerie ehemaliges Zisterzienserkloster Walkenried (2016)

Wappen der Familie Pepersack
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