Der Pfefferhandel

Pfeffer war eine der ersten Güter, die zwischen dem Orient und Europa gehandelt wurden. Kontrolle über den Handel hatten ursprünglich arabische Händler, die als Mittelsmänner zwischen Indien und Europa fungierten. Im 1. Jahrhundert entdeckten dann die Römer das als Monsun bekannte, weitreichende Windsystem des Indischen Ozeans. Unter Ausnutzung des Monsuns gelang es den großen römischen Schiffen, die Rundreise zwischen der ägyptischen Küste und der Küste von Malabar in weniger als einem Jahr zurückzulegen. Der direkte Kontakt mit einem Pfeffer produzierenden Land brachte eine enorme Ausdehnung des Handelsvolumens mit sich. Durch diese Ausdehnung sank aber der Pfefferpreis keineswegs; im Gegenteil wurde noch mehr Pfeffer nachgefragt, da nun die Verwendung des Pfeffers als Gewürzzutat beim Kochen bekannter wurde. Tatsächlich wurde so viel Pfeffer in das Römische Reich importiert, dass die Handelsbilanz hierdurch defizitär wurde. Pfeffer wurde als ein kostbarer Rohstoff gewertet, vergleichbar mit Edelmetallen oder Juwelen. Diese Tatsache hielt auch unter Alarich dem Gothen Bestand, als dieser im Jahr 408 n.Chr. als Tribut dafür, dass er Rom nicht einnahm, Edelmetalle, Seide und 3000 Pfund Pfeffer verlangte!

Der Fall des Römischen Reiches setzte dem gut organisierten Handel zwischen der Malabar Küste und Europa ein Ende. Erst im 11. Jahrhundert, nach dem Erfolg der Kreuzzüge, wurde der Handel mit dem Orient wiederbelebt. Gewürze spielten eine bedeutende Rolle in dem Handelserfolg von Städten wie Pisa, Genua und Venedig, und in dem durch Handel ausgelösten Wohlstand, der den Orient und Okzident zusammenbrachte und in der Renaissance mündete. Pfeffer war damals, ebenso wie heute, eines der bedeutendsten Gewürze. Im Mittelalter wurde der Pfeffer in großen Teilen Europas als Zahlungsmittel anerkannt, um Steuern, Mieten und Mitgiften zu zahlen.

Im 13. Jahrhundert wurden die Europäer durch Marco Polos Reisen und Erzählungen des Fernen Ostens von östlich des Indischen Subkontinents liegenden exotischen und produktiven Regionen informiert. Da man im Fernen Osten noch mehr Reichtümer wie Gold und Gewürze vermutete, begaben sich die europäischen Seefahrer - zu erwähnen sind nur Vasco da Gama, Ferdinand Magellan und Christopher Kolumbus - auf abenteuerliche Touren Richtung Osten. Von Kolumbus wird behauptet, dass er - abgesehen davon, dass er Westindien für den Fernen Osten hielt - die Chillischote als Pfeffer benannte (so dass im Englischen heute noch chilli und red pepper identische Begriffe sind). In Kuba geriet Kolumbus nämlich mit hellroten Schoten in Berührung, die sehr scharf waren. Man nahm an, dass es sich hierbei um Pfeffer handelte und nannte sie pimienta (Pfeffer auf Spanisch). Aber es waren natürlich Chillischoten, d.h. Nachtschattengewächse mit dem botanischen Namen Capsicum, die mit der echten Pfefferschote, der Piper nigrum, überhaupt nicht verwandt sind.

Das Ergebnis dieser gewaltigen Seeabenteuer war die Erschließung des Fernen Ostens und, im Falle Kolumbus, die Entdeckung Amerikas. Im 16. und 17. Jahrhundert rauften sich die Portugiesen, Spanier, Holländer und Engländer um die Kontrolle des Gewürzhandels in Westindien und dem Malaiischen Archipel. Das Malaiische Archipel war schon immer eine bedeutende Gewürzproduzierende Region. Pfeffer wurde dort bereits von den Indern eingeführt, während des Zeitalters des Hindu-Königreichs auf Java (100 v.Chr. bis 600 n.Chr.). Gewürzproduktion und -handel in dieser Region stiegen so sprunghaft, dass Malacca an der Westküste der Malaiischen Halbinsel sich bis zum 16. Jahrhundert zu einem wichtigen Umschlagplatz entwickelt hatte, der mit Calicut in Indien rivalisierte.

Die Portugiesen waren die ersten, die sich vor Ort etablierten, indem sie zu Beginn des 15. Jahrhunderts einen Handelsposten in Malacca als Festung errichteten. Die Holländer übernahmen die Kontrolle über die Insel Java und begannen dort mit der Errichtung von Pfefferplantagen. Mitte des 17. Jahrhunderts eröffneten schließlich die Briten eigene Pfefferplantagen auf der malaiischen Halbinsel. Die Vereinigten Staaten von Amerika schlossen sich dem Gewürzhandel sehr spät an. Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzten sich amerikanische Schiffe in Richtung Orient in Bewegung, auf der Suche nach Gewürzen, allen voran Pfeffer. Der Handel wurde von dem neuenglischen Hafen Salem dominiert. Zwischen 1800 und 1811 besaß Salem ein regelrechtes Monopol über den Pfefferhandel und trug dadurch wesentlich zu den Staatseinnahmen mittels Importzöllen bei.

Pfefferhandel heute
Heutzutage umfasst der Pfefferhandel die gesamte Welt, wobei Westeuropa, die USA, Japan und Korea die größten Konsumenten sind. Die bedeutendsten Pfefferproduzierenden Länder sind Indonesien, Indien, Brasilien und Malaysia. Praktisch der gesamte Pfefferexport Malaysias stammt aus dem Staat Sarawak. Der systematische Anbau von Pfeffer auf Sarawak begann mit dem "Weißen Rajah" Charles Brooke um 1870. Bezeichnenderweise entwickelte sich Sarawak, obwohl es ein Spätzünder war, zu einem bedeutenden Pfefferproduzenten. Während im Jahr 1870 nur 4 Tonnen Pfeffer produziert worden waren, liegt die Durchschnittsproduktion pro Jahr heute bei ca. 30000 Tonnen. "Sarawak Pfeffer" hat sich zu einem Synonym entwickelt für Qualität im Gewürzhandel.

 

Gewürz Mayer, Stuttgart:

Kubeben-Pfeffer

auch: Stielpfeffer, Schwanzpfeffer, javanischer Pfeffer

Beschreibung:

Der von der indonesischen Insel Java stammende Kubebenpfeffer war bereits im Mittelalter ein beliebtes Gewürz. Später wurde er vom schwarzen Pfeffer verdrängt. Heute wird er vor allem in nordafrikanischen Tagines, langsam geschmorte Fleisch- und Gemüsetöpfe, verwendet. Sein bitter-scharfes pfeffriges Aroma erinnert an Piment und eignet sich vor allem für lange gegarte Fleisch- und Gemüsegerichte, insbesondere Lamm.

Verwendung:

Kubebenpfeffer kann ganz oder im Mörser zerstoßen mitgegart werden. Bei längeren Garzeiten intensiviert sich das an Piment erinnernde Aroma.

Bekannte Gerichte:

Tajines, Ras Al-Hanout Gewürzmischung

Aroma/Geschmack:
bitter-scharf, leicht pimentähnlich

Harmoniert mit:

Kardamom, Lorbeer, Minze, Rosmarin, Thymian, Zimt, Zitrone


Bengalpfeffer


auch: Langer Pfeffer, Stangenpfeffer

Beschreibung:

Bengalpfeffer ist in Europa bereits seit der Öffnung der Handelsrouten von Nordindien im 4. Jahrhundert v. Chr. bekannt und galt in der Antike als höherwertig als schwarzer Pfeffer. Das süßlich scharfe Aroma verfeinerte zahlreiche Gerichte im römischen Reich. Heute findet sich Bengalpfeffer vor allem in der indischen und
ayurvedischen Küche wieder.
Bengalpfeffer passt hervorragend zu geschmortem und gegrilltem Fleisch (auch für die Marinade!), Weinsoßen und süß-scharfen Gerichten.

Verwendung:

Bengalpfeffer kann anstelle von schwarzem Pfeffer eingesetzt werden. Entweder die Schoten als Ganzes mitkochen oder etwas zerkleinern und im Mörser zerstoßen, bzw. in einer Mühle mahlen.

Bekannte Gerichte:

Indische Pickles, Berbere - Gewürzmischung, Wat

Aroma/Geschmack:

süßlich-scharf, pfeffrig-warm

Harmoniert mit:

Nelke, Zimt, Cardamom, Chili, Ingwer, Piment

             

Mohrenpfeffer


auch: Kieng, Selimspfeffer, Senegalpfeffer

Beschreibung:
Mohrenpfeffer ist ein pfefferähnliches Gewürz, das überwiegend in West- und Zentralafrika zum Einsatz kommt. Er wurde zwar bereits im Mittelalter als Pfefferersatz verwendet, verschwand im Laufe der Zeit aber komplett aus der hiesigen Küche.
Mohrenpfeffer besitzt ein pfeffrig-scharfes Aroma und einen bitteren Geschmack. Er wird überwiegend für Schmorgerichte mit Fleisch und Gemüse eingesetzt.

Verwendung:
Bitte beachten Sie, dass sich das Aroma in den Fruchtwänden und nicht in den Samen befindet. Mohrenpfeffer lässt sich nur schlecht mahlen. Sollten Sie es doch versuchen wollen, sollten Sie ihn in kleine Stücke schneiden. Ansonsten einfach mitkochen und vor dem Servieren aus der Speise nehmen.

Aroma/Geschmack:
pfeffrig-scharf und bitter

Harmoniert mit:
fast allen Gewürzen

Kampot Pfeffer rot


auch: roter Kambodscha Pfeffer, echter roter Pfeffer

Beschreibung:
Bei unserem roten Kampot Pfeffer handelt es sich um vollreif geerntete Beeren aus der gleichnamigen Provinz in Kambodscha. Die Beeren werden auf sonnigen Plantagen angebaut und nach der Ernte von Hand verlesen. Durch den späten Erntezeitpunkt und die sonnige Lage erhält dieser Pfeffer ein vollmundiges, fruchtiges Aroma mit ausgeprägter Schärfe und ist dem roten Pondicherry Pfeffer qualitativ und geschmacklich mindestens ebenbürtig. Im Unterschied zum weißen Pfeffer, der ebenfalls vollreif geernetet wird umfasst dieser Pfeffer sowohl Fruchtfleisch bzw. Kern als auch die Schale, die durch den hohen Piperingehalt für die Schärfe des Pfeffers verantwortlich ist.
Wir empfehlen diese Rarität ausschließlich zum Abschmecken von Speisen zu verwenden. Das sehr ausgeprägte Pfefferaroma und die fruchtige Schärfe harmonieren perfekt mit kurzgebratenem Fleisch, gergilltem Fisch, schweren Soßen für Wild sowie Salaten jeglicher Art. 

Verwendung:
Das Aroma des Pfeffers ist nicht hitzebeständig. Aufgrund dessen sollte Pfeffer bspw. in Schmorgerichten nicht zu lange mitgegart werden, da dadurch sein feines Aroma verloren geht. Die ganzen Pfefferbeeren können mit einer Pfeffermühle oder mit dem Mörser zerkleinert werden. Aufgrund der Schärfe vorsichtig dosieren.

Aroma/Geschmack:
pfeffrig-scharf

Harmoniert mit:
Fast allen Gewürzen

Gourmet-Pfeffer (Tellicherry)


auch: Tellicherry-Pfeffer, Thalassery-Pfeffer

Beschreibung:
Das besondere an unserem schwarzen Tellicherry-Pfeffer ist der Zeitpunkt der Ernte. Generell werden zur Produktion von schwarzem Pfeffer  fast Reife Beeren getrocknet, wobei durch pfeffereigene Enzyme eine Fermentation eintritt, die für die Schwarzfärbung verantwortlich ist. Bei der Ernte des Tellicherry-Pfeffers werden einzelne Beeren zum spätest möglichen Erntezeitpunkt gepflückt (wenn sich die Beeren orangegelb verfärben) und anschließend weiterverarbeitet. Die Beeren sind daher auch etwas größer und vom Aroma deutlich stärker ausgeprägt als herkömmlicher schwarzer Pfeffer.
Pfeffer passt zu fast allen Gerichten.

Verwendung:
Die Pfefferkörner eignen sich zum Mahlen in der Mühle, können alternativ aber auch im Mörser zerstoßen werden.

Bekannte Gerichte:
Pfeffersteak, Lebkuchen und Vieles mehr

Aroma/Geschmack:

intensiv pfeffrig, leicht scharf, fruchtig, zitrusähnlich

Harmoniert mit:
fast allen Gewürzen

Wappen der Familie Pepersack
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Siegelmarke
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Der nächste Termin:26.5.2017
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