Die Stadt- und Torwache der Altstadt Hildesheim

Die Hildesheimer Altstadt wurde seit dem 13. Jahrhundert durch eine Befestigung geschützt.
Wie diese Befestigung ausgesehen hat, kann man nicht genau sagen, sie wird aber wie oftmals zu dieser Zeit üblich, aus einem Graben mit Wall und Palisadenbefestigung bestanden haben. Bis dann im 14. Jahrhundert auch die Altstadt und deren Konkurrenzgründungen (Dammstadt und Neustadt) mit einer Stadtmauer und Wehrtürme geschützt gewesen ist.
In einigen Bereichen der Wehranlage erreichte die Stadtmauer eine Höhe von ca. 8 Metern und eine Dicke von 4 Metern.
Sehr wahrscheinlich führte sowohl ein Wehrgang auf der Mauer wie auch als Patrouillenweg an der Mauer entlang.
26 Tore sind bekannt, sowohl kleinere Pforten, wie auch die großen Haupttore.

Die Hildesheimer Stadttürme:

„Die Stadtmauer krönte ein Kranz von Türmen, von wo aus man anstürmende Feinde in der Flanke mit Geschossen überschütten konnte.    

 

Um sie aber auch in Friedenszeiten nutzbar zu machen, wurden diese Bauten schon früh zu Wohnzwecken vermietet. Oft waren die Bewohner ein verheirateter städtischer Söldner oder ein unterer Angestellter, der in diesem Fall die Wache auf dem Turme auf sich nahm. Doch wurde auch sonst hier Bürgern ein Obdach geboten.    

 

Ihre Namen bekamen die Türme gern nach ihren Bewohnern, andere wieder hießen nach angesehenen Familien, die entweder unweit davon ihre Häuser hatten oder auch wohl für den Ernstfall die besondere Verteidigung des Turmes übernommen hatten. So führten ein „Sparkenturm“, ein „Klarenturm“ und ein Turm „Ludwig Helmersen“ ihre Namen offenbar nach Bürgersippen, der „Saldernturm“ aber nach dem bekannten Rittergeschlecht, das in der Nähe wohl ein Stadthaus hatte.    

Ein „roter Turm“ an der Nordostfront erinnert wahrscheinlich weniger an die Farbe seines Gesteins, als daran, daß man in diesen Türmen bisweilen dem Tode geweihte Verbrecher oder sonstige Gefangene verwahrte, während die Bezeichnung „Vogelsang“ wohl eine Huldigung an unsere gefiederten Sängerschaft darstellen sollte, die sich in der Nähe des Tores hören ließ. Ein „Kuhturm“ diente der besonderen Bestimmung, daß man dort in Fehdezeiten die Sicherheit des Weideviehes überwachte und später hieß auch ein Turm unfern des Ostertores der „Schweineturm“ und ein anderer „Schäferturm“.    

 

In Wettbewerb mit den Mauertürmen treten die hochragenden Bergfriede, die vor allem eine weite Ausschau gewähren sollte. Ihre Zeit war vornehmlich wohl das 13. und das 14. Jahrhundert, während sie schon im 15. Jahrhundert in Abgang kamen.    

Zum großen Teile lagen sie, wie der „lange Bergfried“ an der Süsternpforte und ein anderer auf der Dammbrücke, hart an der Stadtmauer. Doch werden auch noch „auf dem Steinen“ und selbst im Kerne der Stadt, in der Judenstraße, beim Marktbrunnen und auf dem Andreaskirchhofe Bergfriede erwähnt, die also der Zeit der ältesten Ummauerung unseres Marktes ihren Ursprung haben werden.“    

 

J. Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim, August Lax 1922, Hildesheim, Bd. I, S. 85

 


Hildesheim hatte, wenn man inneres und äußeres Tor jeweils extra zählt, insgesamt 34 Stadttore. Diese hohe Zahl erklärt sich aus dem Erweiterungsprozeß der Altstadt, der Entstehung der Dammstadt sowie der Vereinigung mit der Neustadt.     

Die Domburg besaß ursprünglich 2 Tore: das Paulstor und das Peterstor.   Die erste Marktsiedlung (Alter Markt) hatte etwa gegen Mitte des 11. Jh. wahrscheinlich 4 Stadttore: einen  Durchlass im Norden, vor dem "Michaelishügel" als Zugang zum   

Michaeliskloster, welchen man jedoch statt „Tor“ eher als „Pforte“ bezeichnen mußte. Im Osten am Ausgang des Alten Marktes lag das Erchmekertor.     

Weiter südöstlich im Bereich der Schuhstraße/Scheelenstraße gab es ein Tor, das wahrscheinlich mit dem Hl. Kreuztor an der Oltböterstraße identisch ist.     

Südlich der Kreuzkirche - in etwa an der heutigen Albertus-Magnus-Schule gelegen - am Vorderen Brühl, befand sich das Brühltor, später inneres Brühltor genannt, welches, nach der Vereinigung der Altstadt mit der Neustadt ohne Bedeutung war, zum Pulvermagazin (Pulverturm) umfunktioniert wurde.     

Eine zweite Theorie deutet die Andreassiedlung als erste befestigte Hildesheimer Siedlung. Bei dieser Auslegung wäre das obenerwähnte Erchmekertor das westliche Tor dieser Siedlung.    

Weitere Tore der Andreassiedlung waren im Norden das Almstor, und das Hagentor sowie im Osten das Ostertor. Im Süden stand das Hl. Kreuztor an der Oltböterstraße.     

Im Zuge der Stadterweiterung im 12. Jh. und der damit vergrößerten Befestigungsanlagen kamen weitere Stadttore hinzu. Im Westen wurde als Durchlass des vom Westen kommenden Hellwegs das Pantaleonstor errichtet und das Süsterntor, wohl eher eine Pforte, diente als Verbindung zur Bischofsmühle, die außerhalb der Befestigung stand.    

Im Osten entstand das Rathaustor. Weiterhin entstand südöstlich das Neue Hl. Kreuztor, welches in etwa im Bereich der heutigen Schuhstraße, Ecke Ratsbauhof gestanden hat. Im Süden entstand   

schließlich die Stinekenpforte als Verbindung der Domburg mit dem Godehardikloster.    

Nach dieser Stadterweiterung des 12. Jh. zählte man nun 14 Tore.

Der konzeptuelle Aufbau einer Stadt- und Torwache

Die Hildesheimer Stadt- und Torwache soll eine eigenständige Darstellung bieten, aber integriert sein in das Gesamtkonzept mit dem Pepersack und den Aktivitäten in Hildesheim.

So sollen sie Veranstaltungen begleiten, als Veranstaltungs- und Personenschutz, sich aber auch bei Veranstaltungen parallel als eigenständige Gruppe mit einbringen, und die Besucher über die Aufgaben der Stadt- und Torwächter informieren und sich so präsentieren.

Eine Gruppengröße von 7-9 Personen wäre optimal.

Wer Interesse und Spaß am dieser Herausforderung und dem organisatorischen Aufbau einer Stadtwache hat, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

2 konzeptionelle Entwürfe zur Hildesheimer Stadtwache:

Entwurf von Sebastian Essmann
Entwurf von Sebastian Essmann
Entwurf von Sebastian Essmann
Entwurf von Sebastian Essmann

Vorstellbar wäre, das wir den bestehenden noch erhalten gebliebenen Stadtturm am Kehrwiederwall, den Kehrwiederturm als Kulisse für die Szenen der Torwache nutzen könnten.
Als Stadtwache wäre natürlich die gesamte mittelalterliche Stadtkulisse nutzbar.

spanische Reiter zur Absperrung am Toreingang
spanische Reiter zur Absperrung am Toreingang
und ein kleines Lager für die diensthabende Wache
und ein kleines Lager für die diensthabende Wache

Erste Bilder vom Sehusa Fest, Seesen 2016

Nach dem klärendem Gesprächstermin mit dem Vorstand und interessierten Vereinsmitgliedern steht es nun mehr fest, dass sich die Stadtwache als unabhängige und selbst organisierende Interessengemeinschaft Stadtwache Hildesheim außerhalb des Vereines Vereinte Banner aufgebaut wird.
Das Ziel ist die Darstellung von Stadtbewohnern die Dienst in der Stadtwache ableisten mussten. Grundvoraussetzung ist eine zivile Darstellung. Für die militärische Darstellung reicht eine Armbinde in den Farben der Stadt Hildesheim und die Bewaffnung und Schutzausrüstung die sich an dem Geldbeutel der gewählten zivilen Darstellung orientieren soll. Die Zeitstellung liegt bei der Mitte des 14. Jahrhunderts. Damit ist von der Gewandung wie Bewaffnung sehr vieles möglich was im 13. Jahrhundert schon getragen wurde und im 15. Jahrhundert fortgesetzt wurde. Das Ziel ist nicht der Aufbau einer uniformen Miliz, sondern Bürger die Wache schieben müssen. Damit steht eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten der Darstellung zur Verfügung. Frauen werden nicht ausgeklammert. Es geht ja um die Darstellung von Stadtbewohnern.

Es gibt keine rigiden Regeln oder Satzungen. Die Darstellung soll sich entwickeln. Angestrebt ist ein kleines a (authentisch, nicht museal). Die Grundvoraussetzungen die erfüllt werden müssen liegen sehr niedrig und Neu- oder Quereinsteigern wird geholfen und Zugeständnisse gemacht. Wird die Stadtwache gebucht, so müssen alle in die Mitte des 14. Jahrhunderts passen wenn authentische Darstellung bestellt wurde.

Oberstes Ziel ist es Spaß dabei zu haben. Den kann man auch mit dem kleinen a haben!

Das ist eine Einladung 😉

Zukünftig wird die Stadtwache im Internet auch unter: http://stadtwache-hildesheim.jimdo.com/ zu finden sein.
Momentan befindet sich die Webseite noch im Aufbau!

 

Interessierte Mitglieder können sic gerne mit uns in Verbindung setzen. 

Die Wachstube ist geöffnet! 

 

Gesucht werden;

  • Schreiber mit Rechen Kenntnisse,  
  • Trommler,
  • Ausrufer
  • Wachposten für die Tor-und Wachen auf den Stadtmauern.
  • Posten für die Marktwache und den Patrouillen Dienst.

 

Grundsätzlich ist eine zivile Darstellung Grundvoraussetzung. 

Wir sind gerne behilflich, wenn es um den Aufbau und die ersten Schritte geht.

Einfach Mail an meine Person.

Das Bild der mittelalterlichen Siedlung Hildesheim war im hohen Mittelalter noch sehr ländlich geprägt. Eine dichte Bebauung gab es nach Ansicht der Fachleute(Archäologen und Historiker) noch nicht.
Ab dem 11. Jahrhundert(1000) hat Bischof Bernward die Domburg mit einer Steinmauer und Wehrtürmen umgeben lassen, als Schutz gegen Überfälle der Normannen und benachbarte Stämme. Ab 1010 begann der Bau der als "Gottesburg" bekannten Michaeliskírche die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Dort siedelte er auch den Benediktiner Orden im benachbarten Kloster an.

Zwischen Domburg und Michaeliskloster und Kirche am Rande der beiden Handelsrouten(Ost-West-Hellweg;Nord-Süd) siedelten sich Handwerker, Kaufleute und allerlei Dienstleistung für die durchziehenden Handelskarawanen an, es gab sehr wahrscheinlich Herbergen, Mietställe, Wagenbauer, Stellmacher und noch viel mehr an nützlichen Handwerk.
Die bischöflichen Ministerialen, die nicht das Geld und Prestige besaßen, um innerhalb der Domburg zu leben, siedelten sich im Bereich zwischen Domburg und Michaeliskirche an(Alter Markt) und bauten dort befestigte Höfe mit Wirtschaftsgebäude und vielleicht einem steinernen Wohnturm(?)(Bergfried).

Bürgerpflichten=Wehrpflicht und Wachpflicht!!

Jeder Bürger, der eine Waffe tragen konnte, hatte je nach Vermögen maximal gerüstet zu sein. Für die Unbemittelten stellte die Stadt ein Arsenal zur Verfügung, das wohl stets aus Beutestücken und Erblaß bereichert wurde. Im Eigentum des Rates befanden sich eine Anzahl Armbrüste.

Die Wehrbereitschaft wurde jährlich in regelrechten Musterungen auf Marktplätzen überprüft. Die Schüler des Klosters St. Andreas hatten dabei Vollständigkeitslisten zu führen. Für Versäumnisse waren Geldstrafen festgelegt. Reihum hatte auch jeder Bürger Wachdienst auf den Mauern. Anreize gab es für die Anschaffung einer Armbrust in Form eines Zuschusses.

Jeder Bürger war aber auch zur Utjacht verpflichtet, also zum Kriegszug außerhalb der Stadt. Dafür mußte er den sogenannten Pfühl und einiges Feldgerät vorweisen können, um übernachten zu können. Allerdings waren die Bürger nur „so lange die Sonne scheint" für den Ausmarsch verpflichtet. Und sie bestanden darauf, bevorzugt als erste gespeist zu werden. Zwei Ratsherren hatten mit zureiten und jede kriegerische Aktion zu beurteilen, notfalls dem Stiftshauptmann umzustimmen.

Zu den Bürgerpflichten der Vergangenheit gehörte auch der allgemeine Wachdienst zur Sicherheit der Stadt.

Was die Wachpflicht anbetraf, so konnte der persönliche Dienst spätestens seit 1423 auf Wunsch durch „Lohnwachen“ anderer Bürger oder Einwohner ersetzt werden. Seit diesem Jahr ist ein „Wachtgeld“ festzustellen, aus dessen Erträgen der Rat nun Lohnwächter auf Mauern und Toren umgehen läßt.

Um den Wachdienst auf den Hildesheimer Mauern und in der Stadt selbst besser zu organisieren – aber gewiß auch um zugleich die Herren der Stadtregierung von ihren alten Pflichten zu entbinden, die sie zwang von Zeit zu Zeit Nachtdienst im Rathaus zu leisten – wurde bereits 1586 die Anstellung eines „Wachtmeisters“ beschlossen. Die Aufgaben dieses Wachtmeisters bestanden u.a. darin, die Leute auf die Wache zu führen und um Mitternacht die „Ronde“ zu gehen.

Dennoch befand sich der Zustand dieses Sicherheitsdienstes in einem desolaten Zustand. Das man „alte, taube, lahme und gebrechliche Personen“ als Ersatz auf die Wache schickte, wurde den damaligen Wachordnungen zufolge zur Regel. Das unpünktliche Erscheinen zum Wachantritt sowie das unentschuldigte Fehlen wurden zur Regel. Den Erschienenen aber mußte immer wieder aufs Neue das „Vollsaufen“, Spielen und unglaublicher Weise auch das einreisen der Hecken, Zäune und Brustwehren verboten werden, mit denen die „Hüter“ der städtischen Sicherheit ihre Wachträume erwärmten.

 

Quellen

J.1116 J. Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim, Gerstenberg 1924, Hildesheim, Bd. 2, S. 43

600 Jahre Hildesheimer Schützen-1367 Schlacht bei Dinklar

600 Jahre Schlacht von Dinklar-600 Jahre Schützenwesen Hildesheim?
1967 hat die Stadt Hildesheim ihren vor 600 Jahren (1367) errungenen Sieg, gemeinsam mit dem Bischof von Hildesheim Gerhard vom Berge über die Truppen der Braunschweiger Welfen-Allianz gefeiert!
600 Jahre Schlacht von Dinklar-600 Jahre Schützenwesen in Hildesheim?
Ein Aufsatz aus dem Heft:"Alt Hildesheim" Nr.38-1967
Schützen Hildesheim-600 Jahre Dinklar.pd
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