Sagen, Märchen, Schwänke und Gebräuche Aus Stadt und Stift Hildesheim

Pappenheim vor Hildesheim

 

 

Als die Schlacht von Leipzig am 2. September 1631 zugunsten der Protestanten entschieden war, suchten sich die Städte des nördlichen Deutschlands diesen Sieg zu Nutzen zu machen und sich von den Besatzungen und den damit verbundenen Drangsalen der Kaiserlichen zu befreien.

Die Stadt Hildesheim, die in Folge dieses Krieges und des häufigen und mannigfaltigen Wechsels der Herrschaft oft in große Not geriet, trat jetzt offen dem Leipziger Bunde bei und setzte sich den Kaiserlichen gegenüber auf den Kriegsfuß und in Verteidigungszustand; fühlte sich aber allein zu schwach einer etwaigen Belagerung zu wiederstehen und nahm deßhalb eine schwedische Besatzung unter dem Obersten Marettig ein, die sieben Wochen lang auf Kosten der Stadt verpflegt wurde.

Diese Schweden, in Verbindung mit dem Lüneburg‘schen „Hülfsvölkern“, erstürmten am 10.6.1632 das feste Schloß Steuerwald, wo der kaiserliche General Graf v. Pappenheim sich festgesetzt hatte, und der sich nach einem blutigen Scharmützel den Siegern auf Gnade und Ungnade ergeben mußte.

Jetzt zog der Herzog Georg von Lüneburg in Hildesheim ein und nahm hier als General des niedersächsischen Kreises und Befehlshaber von 14,000 Kriegern sein Hauptquartier. Der größere Teil seines Heeres hatte auf dem Galgenberge sein Lager aufgeschlagen und der nach Westphalen sich zurückziehende Pappenheim schickte der Stadt durch von dem Moritzberge aus hineingeworfene Kanonenkugeln seine Abschiedsgrüße zu. Der ihm nachgesandte General Baudissin wagte nicht sich mit ihm zu messen und kehrte unverrichteter Sache wieder um. Am 3 August verließen auch die Lüneburger die Stadt um den Braunschweigern, die, das von den Kaiserlichen besetzte Wolfenbüttel belagerten, zu Hilfe zu eilen.

Hildesheim war jetzt von freundlichen und feindlichen Truppen entblößt. Ganz sich selbst überlassen, blickte seine Einwohnerschaft mit banger Besorgniß in die Zukunft, zumal sie keinen Mann in ihrer Mitte ausfindig machen konnte, der ihnen im Fall einer feindlichen Belagerung als Führer hätte dienen könne. Pappenheim, der bereits Mastricht erreicht hatte, wurde, wie man damals allgemein vermutete, durch die katholische Geistlichkeit von der Lage der Stadt in Kenntniß gesetzt, und verfehlte nicht, diese günstige Gelegenheit zu benutzen, um die Scharte wieder auszuwetzen. In Doppelmärschen eilte er nach Hildesheim zurück. Sein Reiterregiment unter dem Obersten von Paland kam zuerst vor der Stadt an, umschwärmte dieselbe von allen Seiten und setzte sich auf dem Galgenberge fest, während der Oberfeldherr selbst in dem nahe gelegenen Steuerwald, dessen Festungswerke von den Hildesheimer selbst zerstört waren, sein Hauptquartier nahm. Wer mal den Schreck, das Entsetzen und das Wehklagender Einwohner, als sie auf den Festungswerken in Gruppen geteilt, aus den Schalllöchern der Türme oder aus den Giebelöffnungen der Häuser in ängstlicher Neugierde nach dem Galgenberge hinaufschauten, wo die blanken Kürasse und Spieße der Wallonen, in der Sonne blitzend, sie unwillkürlich an das grausige Geschick der Schwesterstadt erinnerte.

Die Läden der Häuser wurden geschlossen, die Weiber und Kinder im Innern derselben weinten und wünschten, daß man die Stadt ohne Schwertstreich dem Feinde übergeben möchte. Aber nicht so dachten ihre Männer und Väter. Diese waren entschlossen, das Leben für die Rettung der teuren Vaterstadt in die Schanze zu schlagen und nur über ihre Leichname den Feind in die Tore zu lassen.

Während dessen machte eine Abteilung der Pappenheimschen beim Hauptscheibenstande des Schützenhauses ihre Laufgräben nach dem hohen Rundteil (Rondell) hinter dem Kloster St. Michael; eine zweite neben der Lademühle, und richtete ihre Laufgräben auf dasselbe Ziel; eine dritte bei Hoensen (Hohnsen) hinter dem Kloster St. Godehard, und strebte nach dem neuen Tore; eine vierte hinter der Sülte in der Richtung nach dem Ostertore. Alle diese Punkte waren mit Mörsern und Haubitze stark besetzt.

Drei Tage nach dem ersten Erscheinen der Plänkler dem Galgenberge schickte Pappenheim einen Trommelschläger mit nachfolgender Aufforderung an den Rat:

„Gottfried Heinrich Graf von Papenheim, Römisch Kaiserlicher Majestät und Churfürstlicher Durchlaucht in Baiern resp. Reichs-, Erb- und Feldmarschalk, Reichs-Hofrath, Kämerer und Oberster.

Demnach der Rath und Bürger der Stadt Hilde heim nunmehr klärlich sehen können, daß ihnen die Straf Gottes (wegen Abbrennung so vieler Gotteshäuser und ihrer verübten vielfältigen Rebellion) nunmehr vor der Thür, der Baudissin verjagt und das Lüneburg‘sche Lager vor Wolfenbüttel (Gottlob) vorgestern auf's Haupt erlegt ist und Wir aber dennoch das Blutvergießen so vieler Armen Verführten, insonderheit der unschuldigen Kinder und Weibspersonen billig, und so viel an Uns ist, gern vermieden sehen wollten; so haben Wir sie hiemit öffentlich warnen und auf Gnad zu ergeben auffordern wollen.“

Sollten sie sich aber der angebotenen Gnad vor dieses Mal nicht gebrauchen, so haben sie sich ferner keiner Gehör zu getröste, sondern protestiren hiemit vor Gott und der ganzen Welt, daß Wir an alle dem Plündern, Mord-Brand, so ihnen sammt ihren Weib und Kindern (gleich den Magdeburgern geschehen) widerfahren mögte, erkusirt und entschuldigt sein wollen. Erwarten durch Zeigern, deßwegen abgefertigten Trommelschlägern, ihrer Runden Antwort mit Ja oder Nein.

Gegeben im Feldlager zu Hildesheim d. 7. Okt. 1632

(L.S.)   Papenheimb“

Diese Aufforderung hatte keinen Erfolg, und die Bürgerschaft entschloß sich zum Kampfe. Mehre Ausfälle derselben, namentlich gegen die Laufgräben der damals noch mit Wein bepflanzten Anhöhen am Michaeliskloster, bewirkten nur, daß die Baiern dort zurückgeschlagen und fünf Gefangene gemacht wurden. Als indeß aus den Hoenser Weinbergen mehrere Hunderte von Bomben, zwei- bis dreihundertpfündige, in die Stadt geschossen und viele Häuser der Neustadt, nebst der Lambertikirche, dadurch beschädigt wurden, sahen sich die Bürger, die keine Hülfe von Außen zu erwarten hatten, zur Ubergabe der Stadt genötigt.

In einer zwischen der Bürgerschaft und dem Rathe stattgehabten Berathung war dieser Entschluß gefaßt worden, eine Deputation der drei Befehlshaber der Miliz wurde zu Papenheim nach Steuerwald gesandt, um mit ihm zu unterhandeln. Das Resultat dieser Unterhandlung war, daß die Stadt zur Abwehr der Plünderung zweitausend Soldaten verpflegen und die für die damalige Zeit erstaunliche Summe von 150,000 Reichstaler bezahlen mußte. Mit klingendem Spiele, unter Pauken- und Trompetenschall hielt am 28. September Morgens 8 Uhr, der furchtbare General Graf Pappenheim, ganz in die feinsten Silberstoffe gekleidet und umgeben seinem Generalstabe, seinen pomphafte Einzug durch Almstor. Er wurde von den Behörden auf das feierlichste begrüßt und empfangen, obwohl man ihn in's Pfefferland wünschte. Die Schwadronen der Reiter und Fußgänger folgten ihm mit Fahnen und mit Trommelschall nach: die Scharfschützen, die Holkischen reitenden Jäger, die Buttler’schen Dragoner, die lombardischen und wallonischen Kürassiere, die Tiefenbach‘schen Arkebusiere, die Uhlanen und Kroaten und endlich leichte und schwere Artillerie.

Es war ein schrecklich schöner Anblick für die Hildesheimer, die ein aus so vielen verschiedenen Völkern und Kriegsgattungen zusammengesetztes Heer im Laufe des Krieges noch nicht gesehen hatten und bis zum Jahre 1850 nicht wieder sahen.

Wenn nun auch in Folge des Vertrages die einzelnen Familien vor Plünderung bewahrt wurden, so muß man doch bekennen, daß die ganze Stadt durch die Einquartierung, die Brandschatzung und andere Gewaltmaßregeln ausgeplündert und ihre Wohlhabenheit gänzlich zu Grunde gerichtet wurde.

Schutz fanden jetzt nur solche und wurden von den Abgab befreit, die zur katholischen Kirche übertraten, deren Zahl in dieser verhängnißvollen Zeit nicht gering gewesen sein mag. Die Stadt Hildesheim, bis dahin eine der blühendsten des deutschen Reiches, wurde von jetzt an zu den ärmsten gezählt. Sie hat sich noch heute nicht von ihrem Fall gänzlich erholt.

Hildesheim schien vor allen andern Städten damals ausersehen, die größten Wechselfälle des Krieges kennen zu lernen.

Im Augustmonat des folgenden Jahres 1633, rückten die Braunschweig-Lüneburgischen Kriegsvölker wieder vor die Stadt und begannen dieselbe vom Galgenberge aus zu beschießen. Die Noth der Bürger wuchs immer mehr und mehr, so daß bei steigendem Mangel an Nahrungsmitteln ein Hausarrest über die ganze Bürgerschaft verhängt wurde. Pappenheim, der Hülfsvölker erwartete, welche Hildesheim entsetzen sollten, sah sich endlich im Juli 1634, als diese am Hülfersberge von den Lüneburgern geschlagen waren, zur Übergabe der Stadt genötigt. Er verließ mit seinen Truppen die Stadt, und die Sieger zogen ein, die nun ihrerseits mit ebenderselben Unduldsamkeit gegen die Katholiken verfuhren, die diese vorhin gegen die Protestanten bewiesen hatten.  

 

siehe auch:

Quelle:

 

Webseite:

ERZÄHLUNGEN,GESCHICHTEN UND ANEKDOTEN

W. Andreä, Erheiterungen - Eine Hausbibliothek der Unterhaltung und Belehrung - "Pappenheim - Hildesheim", Karl Müller & Co. Stuttgart 1867,

Band 39, Seite 82f

Das geopferte Huhn

Auf dem Lamberti-Kirchhofe liegt ein Schatz vergraben, der brennt alle 99 Jahr in der heiligen Christnacht. Aber Jeder kann ihn nicht sehen. Wer ihn brennen sehen will, muß mit einem kohlschwarzen Huhn dreimal um die Kirche gehen und sich durch Nichts irre machen lassen. Ist man zum drittenmale herumgekommen, so schlagen die Flammen lichterloh aus der Erde, dann muß man das Huhn dem Bösen opfern und rückwärts sehend in die Flammen werfen.

Das wußte auch vor 99 Iahren eine Frau auf der Knollenstraße, die sagte keinem Menschen Etwas, nahm in der Christnacht ein kohlschwarzes Huhn - welches sie sich aufgezogen hatte - untern Arm und ging auf den Lamberti - Kirchhof. Nachdem sie drei Vaterunser gebetet hatte fing sie ihren Gang an. Als sie nun zum erstenmal an die Ecke kam, wo die Sakristei ist, hätte sie fast vor Schrecken das Huhn fallen lassen, denn an der Ecke stand ein längst verstorbener Nachbar und sagte: „Guten Abend Liesbeth, nimm mich mit, mich friert's!“ - „In Gottes Schoß ist es warm“, sagte die Frau und ging weiter. Da flogen blaue Funken aus der Erde, auf der Stelle, wo der Schatz lag. - Die Frau ging zum zweitenmal herum und als sie an die Stelle kam, wo der tote Nachbar gestanden, da pupperte ihr erst recht das Herz, denn jetzt lag da ein kohlschwarzer Hund mit glühenden Augen, der tat seinen Rachen auf und rief: „Nimm mich mit, mich friert's!“ „In der Hölle ist es heiß“, antwortete die Frau und ging weiter. Nun schlugen helle Flammen empor auf der Stelle, wo der Schatz lag und die Frau dachte „Gottlob nur noch einmal herum“. Sie trat den dritten und letzten Gang an. Da stand auf der gefährlichen Stelle der Böse selbst und brüllte: „Nimm mich mit, nimm mich mit, sonst bist du mein!“ „Das Huhn ist dein!“ rief die beherzte Frau, lief ohne sich umzusehen auf die hellen Flammen zu, die jetzt über dem Schatz aus der Erde flackerten, und warf das Huhn in die Glut. In Augenblicke war Alles verschwunden, und der Frau wurde es in der stockfinstern Nacht mit einemmal so grausig, daß sie sich nicht weiter nach dem Schatze umsah, so schnell sie konnte nach Haus lief und sich unter der Bettdecke verkroch.

Am anderen Morgen wurde sie durch ein lautes Gackern geweckt. Verwundert ging sie nach dem Hühnerwiehmen (Stall?) und fand das schwarze, geopferte Huhn gesund und munter auf dem Neste. Als das Huhn nun vom Neste aufstand, lag ein goldenes Ei darin und so ging's Tag für Tag bis zur nächsten Christnacht; da fand sie am Weihnachtsmorgen den Hühnerwiehmen voll Blut und es war im ganzen Stalle ein brandiger Geruch.

Auf das laute Schreien und Jammern der Frau liefen die Nachbarn zusammen und als sie den blutigen Wiehmen (Stall?) sahen, meinten sie: Das hat der „Ilk“ (Iltis) getan, aber wer wird denn um ein lumpiges Huhn einen solchen Lärm machen!? - Die Nachbarn aber wußten nicht, was für Eier das Huhn gelegt hatte und welch ein „brandiger Höllenilk“ (der Teufel) der Räuber war.

Das Turnier der Mägde

   

Einen recht derben Spaß leistete sich in den Mittfasten(* Mitte der Fastenzeit, Mittwoch vor dem Sonntag Lätare (4. Fastensonntag) des Jahres 1619 der hildesheimische Bürger Jobst Ahrens dadurch, daß er der Stadt das Schauspiel eines Turnieres, ausgeführt durch zwei Dienstmägde, bieten wollte.

Seiner Magd Grete Pagels hatte er, ehe er zum Feiern in das Amtshaus der Knochenhauer ging, den Auftrag gegeben, ihn abends abzuholen. Als das Mädchen pünktlich zur Stelle war, ihm heimzuleuchten, gelüstete es dem wackeren Meister noch gar nicht nach Bett und Schlaf. So erlaubte er seiner Grete, ein paar Tänze lang an dem allgemeinen Vergnügen teilzunehmen. Hierbei kam es zu einem Wortgefecht mit der Magd des Bürgers Lüder Greven, und bald wurde aus dem gegenseitigen Schimpfen und Schmähen eine handfeste Rauferei.

Am anderen Tage überredete Jobst Ahrens, kräftig unterstützt von seiner Eheliebsten, das Mädchen zu einem „stekent“ (stechen) mit der Gegnerin. Ja, er schickte sogar einen Boten los, einen Harnisch und das sonst benötigte Gerät zu entleihen. In Windeseile sprach es sich in Gassen und Gängen herum, daß die Magd auch vor den Meistern und Olderleuten der Knochenhauergilde darum gebeten und darauf beharrt hatte, mit Lüder Grevens dienstbarem Geist öffentlich zu kämpfen.

Auf dem Markt, wo die Gegenspielerin allerdings nicht erschien, wurde das streitbare junge Mädchen von der Jugend mit tosendem Lärm begrüßt. Es versuchte, sich diesem unerwarteten, durch Steinwürfe unterstützten Empfang durch die Flucht zu entziehen. Das Geheul der Verfolger weckte die Bürger aus ihrem Mittagsschlaf; immer größer wurde die Zahl der Mittläufer. In ihrer Not griff Grete Pagels zum Messer, setzte sich zur Wehr und verwundete einen der Angreifer.

Mit keuchendem Atem erreichte sie den Alten Markt und das Haus ihres Dienstherrn, wo ihr Frau Ahrens das Messer entwand und für einen sicheren Unterschlupf sorgte. Einen solchen Ausgang des „Scherzes“ hatte sie nicht vermutet. Nachgerade fühlte sich nicht nur das Ahrenssche Ehepaar schuldig an dem üblen Spiel, das hier mit einem Mädchen getrieben ward, dessen geistige Kräfte sicherlich nicht die Tragweite des ganzen Vorhabens zu übersehen imstande waren. Auch jene fühlten sich nicht mitverantwortlich, die nicht alles darangesetzt hätten, dieses „Turnier“ zu verhindern.

Dann wäre es auch nicht notwendig geworden, ein solches Vorkommnis aktenkundig zu machen und es im Stadtarchiv aufzubewahren. 

siehe auch:

ERZÄHLUNGEN,GESCHICHTEN UND ANEKDOTEN

Quelle:

H.H., Hildesheimer Heimat-Kalender “Das Turnier der Mägde"; Gerstenberg-Verlag Hildesheim; 1969, Seite 115

Teufel am Rathausfenster

 

Als eine Art „Wahrzeichen“ galt (vor 1945?) eine Figur, die sich am Fenster eines Rathauszimmers auf dem Sockel des Mauerwerks befand.

Sie schaute mit vorgestrecktem Kopf in das Zimmer hinein und stellte wohl den Teufel dar. Dessen Anblick sollte angeblich Personen, die einen Eid leisten mußten, zur Gewissenhaftigkeit mahnen.

Schauteufellauf (Brauchtum)

 

Es war in der Stadt Hildesheim seit alters her brauch, daß unter öffentlicher Autorität alljährlich eine politisch - religiöse Farce unter dem Namen: „das Laufen der Schauteufel“ oder „das Laufen der Teufel zur Schau“ aufgeführt wurde. Der Sinn war die bildliche Darstellung, daß durch Christus Geburt der Teufel als Feind und Nachsteller des Menschengeschlechts gedemütigt wurde.

Die Schauteufelei war eine Art Maskerade, die in einer Prozession durch die Stadt von Verlarvten (maskierten) aus der vornehmen Bürgerschaft bestand, und den Maskierten war nach der Prozession erlaubt, in den Straßen allerlei Neckereien zu treiben.

Sage vom Schauteufelkreuz

 

 

Vor vielen Jahren wohnte an der Ecke des Alten Marktes ein Schuster, der vor Hunger und

Kummer weder aus noch ein wußte. Endlich faßte er den gottlosen Entschluß, einen Bund mit

dem Teufel zu machen. Er stahl deshalb bei Nacht und Nebel von der Dombibliothek den

Höllenzwang, der dort an einer großen Kette lag, und beschwor den bösen Feind. Dieser

erschien auch bald und fragte nach seinem Begehr. Der Schuster sprach:“ Gib mir drei

Himpten Geld, so will ich dir meine Seele verschreiben! Wenn du jedoch nach Jahresfrist

wiederkehrst und findest, daß das ganze Geld nur zu einem Gott wohlgefälligen Zwecke

angewendet ist, dann mußt du mir meine Seele lassen!“ Damit war der Teufel gern zufrieden,

denn er dachte sich, daß der verhungerte Schuster sicherlich einen Teil des Geldes für seinen

bellenden Magen und seine durstige Kehle verwenden würde.

Der Schuster aber war nicht auf den Kopf gefallen und dachte bei sich: „Hast du so lange in

Hunger und Kummer gelebt, so wirst du es auch noch ein Jahr aushalten.“ Er trug also seine drei

Himpten Geld zum Goldschmied und ließ ein großes silbernes Kreuz daraus machen; das nahm

er mit sich nach Hause und erwartete nach Ablauf des Jahres ganz ruhig den Teufel.

Dieser blieb auch nicht eine Minute länger aus, war aber sehr erstaunt, als er den

halbverhungerten Schuster noch ebenso wie vor einem Jahre in seiner ärmlichen Schusterstube

den Pechdraht ziehen sah. „Was hast du mit dem Geld gemacht?“ fuhr ihn der Teufel an. –

„Schau, Teufel dieses Kreuz!“ rief der Schuster aufspringend und hielt ihm das silberne Kreuz

entgegen. Da zerschlug der Teufel bitter und böse ein Fach Fenster und fuhr fluchend davon.

Der Schuster aber lachte sich ins Fäustchen, ließ sein Kreuz wieder einschmelzen und war von

nun an ein steinreicher Mann. Zum Dank für seine Erlösung aus des Teufels Kralle ließ er den

Denkstein setzen, der noch heute das Schauteufelkreuz heißt.

süddeutsche.de:München: Auf Tuchfühlung mit dem Krampus
süddeutsche.de:München: Auf Tuchfühlung mit dem Krampus

 In der Stadt Hildesheim steht an der Ecke Alter Markt und Eckemeckerstraße der untere Teil eines Denksteines, schriftlos, sehr beschädigt und verwittert. Löcher im Steine lassen darauf schließen, daß der nicht mehr vorhandene Oberteil, ein Kreuz, ehemals mit Eisenklammern darauf befestigt war. Auf dem noch vorhandenen Unterteil ist eine knieende betende Gestalt neben einem behelmten Wappenschilde zu sehen. Eine Abbildung findet sich in den "Kunstdenkmälern Hannover". Nach Mithoff soll auf dem vorhandenen Stücke oben ein Kruzifix in durchbrochener Arbeit, von einem Blumenkranze umschlossen, mit der Inschrift in gotischen Buchstaben: "Anno MCCCCXXVIII in die St. Steffani hic fuit interfectus Johannes", d.h. Im Jahre 1428 am Tage Sankt Stephanus wurde hier Johannes getötet, gestanden haben.
   Der Stein wird allgemein "das Schauteufelkreuz" genannt. Nach Mithoff ist die seltsame Bezeichnung darauf zurückzuführen, daß an bestimmten Festtagen als Teufel vermummte Bürgersöhne mit ihren Knechten in feierlicher Prozession, gefolgt von einigen Ratsherrn, die Stadt durchzogen. Dadurch sollte dargestellt werden, daß "durch Christi Geburt der Teufel als Feind und Nachsteller des Menschengeschlechts gedemütigt worden". Nach dem Umzuge sollen sich dann die "zur Schau gelaufenen Teufel" in den Straßen herumgetrieben haben. Bei einer solchen Gelegenheit soll 1428 der Lehrjunge eines Kürschners von einem Schauteufel durch einen im Scherze auf das Haupt geführten Schlag getötet sein. Seinem Andenken wurde der Stein errichtet. (Hoffmann 1935)

Bis zur Bombardierung der Stadt im Jahre 1945 vor einem Wohnhaus an der Grenze von Eckemekerstraße / Alter Markt.
Von dem "Schauteufelskreuz" genannten Radkreuz existierte nur noch das Unterteil. Zusammen mit anderen bedeutenden Steinen ist es während der Aufräumungsarbeiten zur vorläufigen Lagerung in die Ruine der Martinikirche (Bauteil des Roemer-Pelizaeus-Museums) gebracht worden, seitdem aber verschollen. Obwohl sehr verwittert und beschädigt, waren daran in Flachrelief eine in Beterhaltung mit erhobenen Armen knieende Gestalt, davor ein Wappenschild mit Schrägbalken sowie Helmzier mit Flügeln (oder Hörnern) zu erkennen. Der Archivar I. Zeppenfeldt, der das Denkmal noch unverstümmelt gekannt haben will, sagt aus der Erinnerung im Jahre 1811 über das fehlende Oberteil aus: Es war
"in durchbrochener Arbeit ein Kruzifix, mit einem Blumenkranze eingeschlossen in welchem rund herum die Inschrift stand: Anno MCCCCXXVIII in Die St.Steffani hie fuit interfectus Johannes".

Sage: 1. Bezieht sich voll auf den o.a. Vorfall.
2. Ist ähnlich, nur daß hier der Schauteufel den Jungen erschlägt.
3. Den Schauteufeln begegnet eine Gruppe "echter" Teufel, wobei der oberste Höllenfürst den ihn am meisten Verhöhnenden tötet.
4. Ein in Not geratener Schuster bittet den Teufel um Geld. Er verspricht diesem dafür seine Seele, vorausgesetzt, daß er die ihm überlassene Summe nicht für einen Gott wohlgefälligen Zweck, trotz seiner Not, verwendet. Der Teufel geht auf das Geschäft ein, in der Annahme, der Schuster werde einen Teil des Geldes in seiner Not verbrauchen. Nach Jahresfrist kehrt er zurück. Auf die Frage an den Schuster, was dieser denn mit der Summe gemacht habe, hält dieser ihm ein von einem Goldschmied aus dem Gelde gefertigtes Kreuz entgegen mit den Worten: "Schau, Teufel, dieses Kreuz!" worauf der Böse das Weite sucht. Der Schuster läßt dann das Kreuz wieder einschmelzen, ist reich geworden und veranlaßt die Setzung des Denksteins als Dank an Gott für die Errettung.
(Quelle)

Die Rauhnächte(24.12.-05.01.) und das Schauteufel Laufen in Hildesheim:

Die Rauhnächte (auch Raunächte oder Rauchnächte), zwölf Nächte (auch Zwölfte), Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die Zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar), aber auch andere Zeiträume, beispielsweise zwischen dem Thomastag und Neujahr, kommen in Frage.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt.
(Wikipedia)

Wortherkunft

Die Etymologie des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Einer vertretenen Ansicht zufolge geht es auf das mittelhochdeutsche Wort rûch ‚haarig‘ zurück,[1] das heute in dieser Bedeutung in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren noch in Verwendung ist. Es würde sich dabei auf mit Fell bekleidete Dämonen beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh.

Eine andere Herleitung des Wortes Rauhnacht geht vom traditionellen Beräuchern der Ställe mit Weihrauch durch den Priester oder den Hofbauern aus.[2] Diese Interpretation ist ebenfalls recht alt, schon Johannes Boemus (1520) und Sebastian Franck (1534) berichten über das Beräuchern: „Die zwolff naecht zwischen Weihenacht und Heyligen drey Künig tag ist kein hauß das nit all tag weiroch rauch in yr herberg mache / für alle teüfel gespenst vnd zauberey.“[3]

Je nachdem, ob man die erste oder die zweite Deutung bevorzugt, wird die jeweilige andere als sekundäre Umdeutung interpretiert. Die Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch.

Das Schauteufel Laufen in Hildesheim:

Die Wilde Jagd und andere Geister

Zur Mitte der Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, soll die Wilde Jagd aufbrechen. In dieser Zeit stehe das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang. Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der Wilden Jagd durch die Lande ziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten (etwa im Baltikum, in Westdeutschland, speziell in der Eifel und den benachbarten Ardennen, oder in Bulgarien und Griechenland).

Diese Vorstellung spiegelt sich in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. In Norddeutschland ist bis heute das Rummelpottlaufen verbreitet.

Perchten sind im bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtum vorkommende Gestalten, die vor allem Ende Dezember und im Januar auftreten. Ihr Name steht wohl im Zusammenhang mit der Sagengestalt der Perchta, die allerdings ihrerseits eine ungeklärte Herkunft hat. Eine Theorie zur Namensgebung geht davon aus, dass sich der Begriff von mittelhochdeutsch berchttac, berchtnacht, dem mittelalterlichen Wort für den Feiertag der Erscheinung des Herrn (Epiphanias), heute das Dreikönigsfest am 6. Januar, herleitet; mittelhochdeutsch bercht bedeutete ‚glänzend‘, ‚leuchtend‘ (vgl. englisch bright ‚hell‘).

Die Perchten verkörpern allgemein zwei Gruppen, die „guten“ Schönperchten, und die „bösen“ Schiechperchten (obdt. schiech, ausgesprochen schiach, betont auf i: hässlich, schlimm, böse). Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der nach populärer Deutung der Winter – bzw. die bösen Geister des Winters – ausgetrieben werden soll (Winteraustreiben bzw. Austreiben des alten Jahres). Der Besuch von Perchten wird bisweilen im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten. Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten.

Die Rauhnächte, das Schauteufel Laufen und ein Sühnekreuz in Hildesheim

München: Auf Tuchfühlung mit dem Krampus
München: Auf Tuchfühlung mit dem Krampus

Nach Mithoff ist die seltsame Bezeichnung darauf zurückzuführen, daß an bestimmten Festtagen als Teufel vermummte Bürgersöhne mit ihren Knechten in feierlicher Prozession, gefolgt von einigen Ratsherrn, die Stadt durchzogen. Dadurch sollte dargestellt werden, daß "durch Christi Geburt der Teufel als Feind und Nachsteller des Menschengeschlechts gedemütigt worden". Nach dem Umzuge sollen sich dann die "zur Schau gelaufenen Teufel" in den Straßen herumgetrieben haben. Bei einer solchen Gelegenheit soll 1428 der Lehrjunge eines Kürschners von einem Schauteufel durch einen im Scherze auf das Haupt geführten Schlag getötet sein. Seinem Andenken wurde der Stein errichtet. (Hoffmann 1935)

Für Westfalen und das Gebiet um Braunschweig und Hildesheim sowie in Rostock ist schon früh ein Fastnachts- und Weihnachtsbrauch überliefert, der eventuell auch Hinweise auf die Nutzung solcher Masken im Küstenraum geben kann. Der Lauf der Schreck bzw. Schauteufel ist in Braunschweig zur Fastnacht bereits 1293 belegt. Der Rat ließ durch Bürgermeister und Schreiber bekannt machen "wo de schodüvele ore dingk holden schullen".
Verschiedene Quellen beschreiben diesen Brauch als wildes Umherlaufen, bei dem es oft genug in echte Raserei ausgeartet zu sein scheint. So hatten die Anführer einer jeden Rotte des Stadtteils, in dem sie laufen wollten, einen Geldbetrag zu hinterlegen, um eventuelle Schäden im Voraus abzudecken. Schodüvele durften sich nicht in Kirchen, auf Kirchhöfen, in Badestuben oder Schulen zeigen. Despektierliche Aktionen gegen geistliche Personen waren verboten.
Das Aufeinandertreffen zweier Rotten führte in Hildesheim, wohl im Jahre 1378, zu einem Totschlag, von dem noch heute das Hildesheimer Schauteufelkreuz in der Nähe des alten Marktes zeugt. Aber schon 100 Jahre später war dieser Brauch so weit gezähmt, dass es feste Bekleidungsvorschriften gab und sich der Lauf der Schreckteufel zum Lauf der Schauteufel gewandelt hat. Das wilde Treiben hatte sich zu einem Festumzug entwickelt, der gesellschaftlich akzeptiert war. (Rasink 2004)

die Hildesheimer Jungfrau

Der Legende nach liebete eine Hildesheimer Jungfrau aus reichem Hause einen armen Müllerssohn. Da er bei Ihrem Vater, einem reichen Kaufmann, nicht gern gesehen war traf man sich heimlich im Wald . Bei einem Unwetter wurde er vom Blitz erschlagen und die Jungfrau irrte verzweifelt durch den Wald. Sie betete zur Jungfrau Maria das sie ihr den Rückweg in die sichere Stadt weisen soll, welche darauf den Kehrwiederturm läuten ließ. Der Klang der Glocken hörte sich an wie Kehr wieder !! Kehr Wieder !!! Die Jungfrau fand zurück und stellte aus Dankbarkeit ihre Taten und ihr Vermögen den Hilftebedürftigen der Stadt zr Verfügung.

„Dat is de Garen mate“

Am Rathause in Hildesheim finden sich auf der Seite nach der Marktstraße zu die Worte eingehauen: „Dat is de Garen mate“*. Daran hat ein geiziger Kaufmann Schuld, der einen großen Garnhandel hatte und die Leute übervorteilte. Kaufte er den armen Leuten ab, so konnte er das Maß nicht groß genug kriegen, verkaufte er aber, so verkürzte er das richtige Maß.

Als dieser Kaufmann gestorben war, trat er seiner erschrockenen Frau Nachts vor das Bett, klagte und jammerte, daß er so viel Pein in der Hölle leiden müsse, weil er immer unrichtig gemessen habe und warf eine eiserne Elle mit den Worten auf den Tisch: „Dat is de Garen Mate“. Dann ermahnte er die Frau, doch ja nach diesem richtigen Maße immer zu kaufen und zu verkaufen, damit es ihr dereinst nicht gehe wie ihm. Darauf verschwand der Mann und die Frau hatte vor Schrecken beinahe den Tod. Am andern Morgen fiel ihr erster Blick auf den Tisch auf welchen ihr unseliger Mann die Elle geworfen hatte. Aber es war keine Elle zu sehen, statt dessen sah die Kaufmannsfrau eine ellenlange Ritze im Tische, als ob sie hineingebrannt wäre; dieselbe Ritze ging auch unterm Tische durch den Fußboden und durch alle Decken des Hauses bis auf die Diele, wo sie so tief eingebrannt war, daß man den Grund nicht sehen und auch mit dem längsten Stocke nicht fühlen konnte.

Die Frau konnte in ihrer Seelenangst die Geschichte nicht verschweigen und als der Magistrat die Sache erfuhr, ließ er von einem Rathausdiener die Länge der eingebrannten Ritzen messen und diese stimmte genau mit dem gebräuchlichen, richtigen Garnmaß. Da ließ der Magistrat zur ewigen Warnung jene Worte in einen Stein der Rathausmauer hauen.

 

* „Das ist das Garnmaß“

Der Katzenbrunnen am Neustädter Markt:

Katzenbrunnen


Der Katzenbrunnen auf dem Neustädter Markt inszeniert die Hildesheimer Legende "Hexen als Katzen":

»Ein Nachtwächter in Hildesheim schlug, als er die Runde machte, nach einer großen, schwarzen Katze, die ihm im Weg saß; knurrend und prustend sprang die Katze zur Seite. Als aber der Nachtwächter ans Ende der Straße kam, saßen ihm zwei solcher Katzen im Wege. Ärgerlich nahm er seinen Spieß und warf ihn nach den Katzen; diese sprangen wieder prustend zur Seite, taten zum Schrecken des Nachtwächters ihren Mund auf und sprachen: "Wenn wir erst zu dreien sind, wirst du deinen Lohn schon bekommen." – Da schlug der erschrockene Mann ein Kreuz und tutete seine Kameraden herbei, allein statt der übrigen Nachtwächter kam ein ganzes Heer von Katzen und stürzte sich auf den Mann los. Ein Glück war’s für ihn, daß eben auf dem Turme die "Eins aushob", denn noch war der Schlag nicht heraus, als die Katzen nach allen vier Winden auseinanderstoben und verschwanden. Die übrigen Nachtwächter hatten von seinem Tuten nichts gehört. – Der hat des Nachts nie wieder nach einer Katze geschlagen.«

So schreibt es Karl Seifart in seinem Buch "Sagen aus Stadt und Stift Hildesheim". Bereits 1913 ist der ehemalige Katzenbrunnen nach einem Entwurf des Wiener Bildhauers Ferdinand Seeboeck entstanden. Der damalige Nachtwächter erschien jedoch nicht wie heute mit einer Patina an der Bronze-Oberfläche, sondern war mit filigranen Arabesken und Ornamenten verziert. Am 05. Juni 1976 übergab der Rotary-Club Hildesheim der Stadt diesen neu geschaffenen Katzenbrunnen, dessen Wächterfigur von dem Frankfurter Künstler Erich Jäckel geschaffen wurde. Seitdem hocken die vier Katzen an den Füßen des Nachtwächters und speien Wasser aus ihren Mündern. Weiß man um die dargestellte Legende, so erinnert der Brunnen nicht nur an sie, sondern auch an die Hildesheimer, die sich diese Legende von Generation zu Generation weitererzählt und offenbar Katzen als unheimliche Wesen empfunden haben.

Die Sage vom Huckup von Hildesheim

Der Huckup von Hildesheim

An mehreren Orten in der Umgebung von Hildesheim kennt man den »Huckup«. Er ist ein koboldartiges Wesen, das sich mit Vorliebe im Wald aufhält und dort namentlich Leuten, die Holz stehlen, plötzlich auf den Rücken springt und sich bis zum Ende des Waldes tragen läßt. Auch andere Diebe bestraft der Huckup auf diese Weise. In Hildesheim steht ein Denkmal, auf dem der Huckup dargestellt ist. Drunter steht folgende Inschrift, die Apfeldiebe warnt:

Junge, lat dei Appels stahn!
 Süs packe! deck dei Huckup an,
 Dei Huckup is en starker Wicht,
 Hölt mit de Stehldeifs bös, Gericht!

Ein Mann suchte im Ziegenberg bei Hildesheim Schwarzbeeren und legte sich gegen Mittag, als alle andern Beerensucher schon wieder nach Söhre hinuntergegangen waren, unter einen großen Baum, um ein wenig zu schlafen. Als er eben die Augen zutun wollte, rief es hinter ihm: »Hoho! Hoho!« Erschrocken sprang der Mann auf, blickte sich nach allen Seiten um, bemerkte aber außer den summenden Bienen und Käfern ringsumher kein lebendiges Wesen. Nur auf der Spitze des Baumes saß ein Rabe, der fast so groß wie eine Gans war und mit grimmigen Augen auf den Mann starrte, so daß diesem ganz ängstlich zumute wurde.

»Ei, du Teufelsvieh!« schimpfte der Beerensucher, »du sollst mich nicht länger im Schlaf stören!«,hob einen Stein auf und warf ihn nach dem häßlichen Vogel. Da flog der Rabe mit lautem Gekrächz davon, und der Mann legte sich wieder zum Schlafen nieder. Kaum aber fielen ihm die Augen zu, da rief es wieder hinter ihm: »Hoho! Hoho!«

Der Schläfer sprang auf und griff wieder nach einem Stein, aber nirgends war ein Rabe zu sehen. Die heißen Sonnenstrahlen schienen so matt durch das Laub, in dem sich kein Lüftchen regte, und der Ort wurde dem Mann immer unheimlicher. Da dachte er: »Hier ist nicht gut sein«, sprach ein Gebet und machte sich auf den Weg nach Söhre.

Kaum hatte er ein paar Schritte getan, als ihm etwas mit dem Geschrei: »Hoho! Hoho!« auf den Nacken sprang. Der Mann schüttelte sich, um die Last los zu werden, aber sein Bemühen war vergebens. Wie ein Mehlsack drückte ihn das Gewicht auf den Schultern, der Angstschweiß brach dem Armen aus den Poren, und keuchend schleppte er sich mit seiner schweren Bürde mühsam den Waldweg entlang. Endlich war der Waldrand erreicht, das goldene Kreuz auf dem Kirchturmknauf blinkte dem Geplagten entgegen, und plumps! da fiel ihm etwas von den Schultern. Es war der Huckup gewesen, der mit dem Mann seinen Scherz getrieben hatte.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/sagen-aus-niedersachsen-50/71

Ausgearteter Spott

Wenn die Spottlust zu Schimpfereien und Lästerreden ausartete, dann ließ der Rat nicht mit sich spaßen und mancher Bürger hat für sein „unnütz Maul“ 3 Thaler geben müssen.

Der Bürgermeister Henning Konerding wurde 1530 sogar wegen seiner“ Schelteworte“ verurteilt, 20 Fuder Steine zum Rathaus fahren zu lassen. Ratserlasse gegen „spitzige honlike (höhnische) Lacheworde“ waren nicht selten. 

 

http://lexikon.unserhildesheim.de/Ausgearteter+Spott.html

Wappen der Familie Pepersack
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Der nächste Termin:30.6.2017
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Am 24.9.17 auf Burg Wohldenberg
Am 24.9.17 auf Burg Wohldenberg

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©created by Andrea Höweling,2017
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1.7. Hildesheimer Wallungen 2017

Historische Kostümführungen durch Hildesheim

Der Pepersack ist nun auch beim "Kulturium" zu finden!!

Kultur in der Region Hildesheim
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