Literatur für "Pfeffersäcke" und solche die es noch werden wollen ;O)

Hildesheimer Fachwerkarchitektur

Die Hildesheimer Fachwerkarchitektur verständlich und anschaulich beschrieben.

 

Wenn Sie schon immer etwas über die nährere Bedeutung der Fassade des Knochenhauer Amtshauses, des Storre Haus am Marktplatz wissen wollten, wenn Sie die Architektur der Fachwerkhäuser am Brühl interessiert, oder in der Hildesheimer Neustadt, in diesem kleinen Heftlein für nur € 5,00 erfahren Sie alles wissenswerte rund um die reichhaltige Hildesheimer Fachwerkarchitektur.

 

Käuflich zu erwerben an der Tourist-Info Hildesheim, am Marktplatz.

neues aus dem Theiss Verlag....

Verwegene Haudegen – Tugendsame Kavaliere

»Du nennst dich Ritter, was ist das?« Dieser Band beantwortet die verwunderte Frage des Parzival, der zum ersten Mal einen Mann in schimmernder Rüstung sieht. Die Autoren schöpfen aus dem wirklichen Leben: Der Leser zieht mit dem Heer Barbarossas in die Schlacht, lernt die Burgen des Cuno I. von Münzenberg kennen und kämpft mit Götz von Berlichingen vergeblich gegen den Niedergang des Rittertums im 15. und 16. Jahrhundert.

Brillante Texte und großformatige Abbildungen lassen den Leser ins Thema eintauchen. Er trifft immer wieder auf Parzival und viele weitere historische Ritterfiguren. So entsteht ein lebendiges und profundes Bild nicht nur des Ritterlebens zwischen höfischer Etikette und Heldentaten im Krieg, sondern auch der Welt, in der sie lebten und kämpften.

Dietrich W. Poeck: Rituale der Ratswahl

         

Gleich drei Kirchen waren im Bordeaux des späten Mittelalters Bühne für das dramatische Ritual der Ratswahl (6): In der städtischen Kirche St. Eloi fand die eigentliche Wahl statt, in der Kathedrale, zu dieser Zeit Sinnbild der englischen Herrschaft in Frankreich, leisteten die Herren den Treueid auf den englischen König, und in St. Seurin schwor der Bürgermeister, das Wohl der Stadt zu fördern (7). Die Neugewählten ließen sich vor der Kathedrale mit Trompetenschall herrschaftlich feiern: Die Symbolkraft des sakralen Gebäudes diente so nicht allein den englischen Königen, sondern auch dem Herrschaftsanspruch des städtischen Rates (8).

Dietrich W. Poecks Untersuchung 'Rituale der Ratswahl' macht in beeindruckender Weise die Dramatik des Geschehens 'Ratswahl' deutlich, eines alteuropäischen Zeremoniells, das die Forschung bislang weitgehend ignoriert hat: [1] In ihr behauptete der städtische Rat immer wieder seine legitime Existenz. Das Ritual kondensierte in sich Vergangenheit und Zukunft, indem es den 'Rat' als dauerhafte Einrichtung - unabhängig vom Wechsel der Personen - symbolisch darstellte: "Die Wandlung des Rates betont jedes Jahr im Blick auf die Zeit die gleichmäßige Wiederkehr, im Wandel der Personen die Ewigkeit"(323). Die Ratswahl ist daher mit der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen memoria vergleichbar, in der mittels Grablegungen und Stiftungen die Präsenz des Toten als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft zur Perpetuierung der von ihm repräsentierten Gruppen- und Amtsbeziehungen gesichert werden sollte. So gelangte Dietrich W. Poeck in seinen wissenschaftlichen Arbeiten von der Frage nach einer spezifisch ratsherrlichen memoria [2] zu der Untersuchung der Ratswahl: In noch notwendigerer Weise als eine Wahlmonarchie war die städtische Ratsherrschaft darauf angewiesen, im Zeremoniell der Neusetzung die Dauerhaftigkeit und Legitimität des Amtes zu repräsentieren. In komplexer Weise dient das Zeremoniell der Ratswahl als Indikator für innere und äußere Machtverhältnisse innerhalb eines städtischen Gemeinwesens.

Dietrich W. Poecks Buch ist die Summe eines reichen Forscherlebens. Es spiegelt die Faszination deutlich wider, die das dramatische Geschehen der Ratswahl auf den Mediävisten ausübt. Die Beispiele sind sowohl geografisch - von London bis Thorn, von Bordeaux bis Reval - als auch systematisch außerordentlich breit gewählt. So kann Poeck deutlich machen, dass sich zwar viele Parallelen in den einzelnen europäischen Beispielen ergeben, diese aber von vielschichtigeren Zusammenhängen als zum Beispiel einzig einem gemeinsamen Stadtrecht abhängen. So stellt er für die Städte Osnabrücker Rechts fest, dass mit der Übernahme des Osnabrücker Stadtrechts nicht zwingend auch eine Übernahme des Wahlzeremoniells erfolgte (79). Gemeinsamkeiten und Unterschiede ergeben sich eher aus strukturellen Gründen, wie aus vergleichbaren Machtverhältnissen innerhalb der Stadt, die eine entsprechende polyzentrische Gestaltung der rituellen Topografie bedingten. Bedauerlich an dem außerordentlich weit gestreuten Spektrum an Beispielen ist nur, dass sich die ausgewählten Fälle zum größten Teil auf den nicht-mediterranen Raum beschränken. Eine Einbeziehung italienischer oder spanischer Städte hätte womöglich noch deutlicher den europäischen Rahmen des Ratswahlzeremoniells unterstrichen und noch stärker den Blick auf strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die Poeck mehr implizit denn explizit anspricht, gelenkt.

Thematisch ordnet Poeck das vielfältige Material nach den Gesichtspunkten "Zeichen und Zeremoniell", "Orte und Tage", "Der Stuhl" und "Die Bilder". Poeck begründet diese Gliederung mit der Auswahl der Fallbeispiele (5). In "Zeichen und Zeremoniell" umreißt er anhand von Gesamtdarstellungen das dramatische Panorama der Ratswahl, um in den folgenden Teilen einzelne Aspekte der zeitlichen und räumlichen Dimension des Geschehens näher zu verdeutlichen. So zeigt er anschaulich, dass das Einnehmen des Ratsstuhls so eng mit der Ratsmitgliedschaft verbunden war, dass es zum Beispiel in Hamburg Pflicht eines wegen Verstoß gegen seinen Amtseid unehrenhaft entlassenen Ratsmitglieds war, "den stoel" zu "kussen unde nimmermeir in den raet" zu "komen" (172). Die Bedeutung des Ratsgestühls zeigt sich auch in seiner aufwändigen, da mehrere symbolische Ebenen miteinander kombinierenden künstlerischen Gestaltung. Eid und Einnehmen des Sitzes sind häufig miteinander kombinierte Elemente der Visualisierung des Rats und der Ratswahl, wie Poeck im Kapitel "Die Bilder" deutlich macht.

Unter der Überschrift "Die Wandlung" zieht Poeck ein Fazit aus seiner Gesamtschau: Die Ratswahl kann als Maßstab für die Autonomie und Struktur der Stadtgemeinde angesehen werden. Die Legitimation und Unabhängigkeit des Rates kommt deutlich in der räumlichen und zeitlichen Gestaltung des Übergangs von einem nicht ratsässigen Bürger zu einem Ratsmitglied zum Ausdruck. Die wichtige Rolle der sakralen Dimension der stadtherrlichen Legitimität ist laut Poeck auch nach der Reformation ungebrochen: Erst in der Aufklärung sollten Zweifel am Wirken des Heiligen Geistes bei der Konstitution des städtischen Rates laut werden (314-320).

War es Poecks erklärtes Vorhaben, die "Besonderheit" und den "Glanz städtischer Kultur" (322) deutlich werden zu lassen, so ist ihm dies zweifelsohne gelungen. Es ist in der Tat erstaunlich, dass dieses faszinierende Zeremoniell als Forschungsobjekt bis jetzt auf so wenig Interesse gestoßen ist, bietet es doch Gelegenheit, Dauer und Wandel städtischen Selbstverständnisses über Epochen-, Konfessions- und Landesgrenzen hinweg zu untersuchen. Seine Forschungen eröffnen somit ein ideales Feld für eine vergleichende Betrachtung europäischer politischer Kultur.

Dennoch kann sein Buch nur als ein Anfang betrachtet werden, dem alle Meriten, aber auch alle Schwächen eines ersten Schrittes zu Eigen sind: Selbst wenn die untersuchten Fälle jeder für sich genommen aufgrund der abwechslungsreichen Schilderung, die Poeck durch eine Verbindung textueller und visueller Quellen und Beschreibungen erreicht, außerordentlich plastisch vor Augen treten, ergibt sich doch der Eindruck eines nicht unbedingt zwingend einem bestimmten Vorgehen geschuldeten Aneinanderreihens von Beispielen. Vielmehr ist so eine Art Kompendium für verschiedene Ratswahltypen in Europa vom 12. bis zum 18. Jahrhundert entstanden. Dadurch, dass Poeck außerdem ein geschlossenes, idealtypisches Verlaufsmuster der jeweiligen Ratswahl entwirft, indem er aus teilweise sehr unterschiedlichen historischen Situationen stammende Quellen kombiniert, wird auch nicht deutlich, ob und in welchem Zusammenhang die Gestaltung der Ratswahl mit internen Konflikten zu sehen ist. Eine solche Mikroanalyse hätte den Rahmen des Buches gesprengt, hätte aber vermutlich zu komplexeren Ergebnissen geführt als der Aussage, dass "mit der Inszenierung der Wahl [...] die Ordnung der Stadt jedes Jahr wiederhergestellt" (322) wurde. Auch wenn es aufgrund der Beispiele plausibel erscheint, dass es Strukturen langer Dauer wie etwa die Verbindung sakraler mit politischer Legitimation auch über die Reformation hinweg gab, wäre es doch wichtig, danach zu fragen, warum zu einem bestimmten Zeitpunkt die schriftliche Niederlegung der Wahlzeremonien erfolgte, reagierten doch die Räte hier oft auf interne und externe Entwicklungen. Außerdem wären wohl nicht nur die bildlichen Gruppendarstellungen der Räte zu einer Untersuchung des Ratswahlzeremoniells hinzuziehen, sondern auch die Gestaltung der Rathäuser und die Porträts einzelner Ratsmitglieder, die dort vermehrt im 16. Jahrhundert aufgehängt wurden. Eine solche Einbeziehung auch der architektonischen Erfahrbarkeit des Ratswahlzeremoniells müsste sich aber auf funktionale Studien der Rathausbauten stützen, die bislang weitgehend fehlen. [3]

Diese Kritikpunkte betreffen aber Einzelheiten der vorliegenden Studie: Sie verlangen im Grunde genommen Weiterführungen des von Poeck so solide gezimmerten Fundaments.


Anmerkungen:

[1] Als einzige größere monografische Arbeit wäre die Dissertation von Bruno Schlotterose zu nennen: Bruno Schlotterose: Die Ratswahl in den deutschen Städten des Mittelalters, Masch. Phil. Diss. Münster 1953.

[2] Vergleiche zum Beispiel Dietrich W. Poeck: Rat und Memoria, in: Dieter Geuenich / Otto Gerhard Oexle (Hg.): Memoria in der Gesellschaft des Mittelalters (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte; 111), Göttingen 1994, 286-335.

[3] Eine Ausnahme ist hingegen die Dissertation von Matthias Ohm: Das Braunschweiger Altstadtrathaus. Funktion - Baugeschichte - figürlicher Schmuck (= Braunschweiger Werkstücke; Reihe A Bd. 49), Hannover 2002.

Ruth Schilling

Die Herren der Hanse- Dietrich W. Poeck

Rezensiert für H-Soz-Kult

Matthias Puhle, Kulturhistorisches Museum Magdeburg

„So bezeichneten die Londoner Fernhändler die Hanse als crocodile, weil man ebenso wie bei diesem Tier, dessen Körper zumeist zum Teil unter Wasser ist, auch den vollständigen Körper der Hanse nicht sehen könne.“ (S. 511)

Poecks Arbeit über die „Herren der Hanse“ versteht sich vor allem als ein weiterer Beitrag zu der seit Bestehen der Hanse-Forschung diskutierten Frage nach dem „Wesen der Hanse“, und er ist tatsächlich weiterführend.

 

Bereits im 15. Jahrhundert ging die Hanse selbst der Frage nach, was sie eigentlich sei. Vergeblich wurde nach einer Gründungsurkunde gesucht, die diese Frage beantworten würde. Die Notwendigkeit, sich mit der Organisationsstruktur der Hanse auseinanderzusetzen, wurde im Mittelalter vor allem von außen an die Hanse herangetragen, in der Regel durch Konflikte und sich daraus ergebende Haftungsfragen verursacht.

 

Staatsrechtlich war die Hanse kaum zu definieren. Sie sagte gegenüber dem englischen Kronrat 1469, sie sei „eine Art Bündnis von Städten“, das vor allem zu wirtschaftlichen Zwecken gegründet sei und die Rechtshoheit der Fürsten über ihre Städte nicht infrage stellte.

Die Hanse-Forschung hat lange die Trennung zwischen Kaufmanns- und Städtehanse vorgenommen, um damit zu verdeutlichen, dass nach der Einführung des Hansetags, 1356, auf dem die Delegierten der Hansestädte erschienen, die Städte das Heft des Handelns in die Hand nahmen.

In der neueren Forschung wurde dieses Modell durch zum Teil neue methodische Ansätze immer fragwürdiger und gilt inzwischen als ein überwundener Versuch, das Wesen der Hanse zu erklären. Insbesondere verfassungsgeschichtliche Ansätze wie die von Ernst Pitz und prosopraphische Forschungen zu den Handlungsträgern hansischen Handels und hansischer Politik haben in den letzten zwei Jahrzehnten ein neues Bild der Hanse entstehen lassen.

 

Die Hanse war kein mächtiger, über Jahrhunderte existierender Städtebund, sondern eine Organisation von Kaufleuten, die ihre politisch und wirtschaftlich dominierende Stellung in ihren Herkunftsstädten nutzten, um mit dem Rückhalt ihrer Städte ihren – für mittelalterliche Verhältnisse – globalen Handel abzusichern, wovon die Hansestädte in der Regel auch profitierten.

 

Für die Hanse war dabei die „doppelte Dichotomie von handelswirtschaftlicher und politischer Organisation sowie von Kaufleuten und Städten“ kennzeichnend.[1] Als Begriff spielten hierbei die „heren der Hanse“ schon seit längerem eine große Rolle, waren aber „in ihrer verfassungsmäßigen Funktion noch nicht definiert“.[2]

 

Dieses wesentliche Puzzleteil bei der Suche nach dem „Wesen der Hanse“ liefert nun Poecks Untersuchung über die „Herren der Hanse“. Der E. Pitz zu verdankenden verfassungsrechtlichen Einsicht, dass die Hanse auf zwei Einungen basierte, der Bürgereinung in der Stadt und der Städteeinung in der Hanse[3], fügt Poeck nun mit der Offenlegung der städteübergreifenden, globalen Netzwerke der hansischen Kaufleute die wahrscheinlich ins Zentrum der hansischen Wirklichkeit zielende Erkenntnis hinzu, dass diese von verwandtschaftlichen Beziehungen und wirtschaftlichen Interessen bestimmten Netzwerke einen erheblichen Einfluss auf die Politik der Hanse besaßen, was zwar schon länger geahnt und partiell auch beschrieben, aber bisher noch nicht in dieser überzeugenden Weise und in diesem Umfang erforscht worden ist.

 

Poeck nimmt die „Herren der Hanse“ zwischen 1356 und 1516 in den Blick. Dabei geht er von zwei wesentlichen Hansetagen mit starker Beteiligung hansischer Delegierter aus, dem Hansetag von 1379 und dem Hansetag von 1418. 1379 versammelten sich 47 Delegierte aus 25 Städten in Lübeck, 1418 52 Delegierte aus 31 Städten. Hinzu kamen drei Vertreter des Hansekontors in Brügge. Im Zentrum der untersuchten Delegierten stehen die Ratsgesandten Lübecks.

 

Allerdings verfolgt Poeck auch über Lübeck ausgreifende Netzwerke, wenn sich dafür Anhaltspunkte finden. Am Ende gelingt es Poeck, 111 Netzwerke und die Verbindungen zwischen diesen offenzulegen.

Die ausgesuchten Hansetage zeichnen sich einerseits durch überdurchschnittlich guten Besuch und andererseits durch die Bedeutung der verhandelten Gegenstände aus, die allerdings für die Untersuchung nur am Rande wichtig sind.

 

Im Anhang werden die Delegierten-Netzwerke in Tabellen nochmals verdeutlicht und eine sehr nützliche Übersicht über die Teilnehmer an Hansetagen zwischen 1356 und 1516 gegeben. Fünf Karten zu den Delegierten, den Netzwerken und zur Mobilität der hansischen Elite, sieben Abbildungen und ein Orts- und Personalregister vervollständigen den stattlichen Band.

 

Die vielfältigen verwandtschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den hansischen Gesandten, die Poeck aufdeckt, belegen eindrucksvoll, dass bei diesen eine unauflösliche Vermischung zwischen privaten Wirtschaftsinteressen und allgemeinen hansischen auf der einen und städtischen Belangen auf der anderen Seite vorlag. „In den Beratungen und Diskussionen des Hansetages“, so Poeck, „wurden die einzelnen Netzwerke von den Herren der Hanse zum Netzwerk Hanse verbunden“ (S. 511). Ob Poeck allerdings wirklich den Beweis erbracht hat, dass der „Hansetag nicht durch Interessen der Städte sondern durch diejenigen der Delegierten-Netzwerke bestimmt wurde“ (S. 511), muss hinterfragt werden. Denn dazu müsste doch ein wesentlich intensiverer Blick auf die Inhalte der Hansetage, auf die teilweise komplizierte Vorgeschichte der verhandelten Themen und die Beschlussfassung auf dem Hansetag gerichtet werden. Auch die Frage, die aufgrund der Quellenlage wahrscheinlich nicht befriedigend beantwortet werden kann, mit welchen Aufträgen die Gesandten zu den Hansetagen von Seiten ihrer Städte geschickt wurden, müsste ebenso wie die Frage der Wirksamkeit und Akzeptanz der Beschlüsse in den einzelnen Hansestädten behandelt werden. Um hier zu befriedigenden Antworten zu kommen, müssten weit mehr als zwei Hansetage untersucht und der travezentrische Blick verlassen werden.

 

Diese Anmerkungen schmälern aber nicht den Ertrag dieser Arbeit, sondern sollen vielmehr Anregungen für weiterführende Forschungen geben. Poeck hat mit dieser Untersuchung die Hanseforschung um einen bedeutenden Aspekt erweitert. Auch wenn die Netzwerke der „heren der hanse“ keinen Verfassungsrang besaßen, stellten sie doch eine wesentliche Komponente in dem komplexen und schwer zu fassenden System „Hanse“ dar und müssen bei zukünftigen Untersuchungen über die Hanse stärker als bisher berücksichtigt werden.

 

Anmerkungen:
[1] Rolf Hammel-Kiesow, Die Hanse, 4., aktual. Aufl., München 2008, S. 10.
[2] Ebd., S. 14.
[3] Ernst Pitz, Bürgereinung und Städteeinung. Studien zur Verfassungsgeschichte der Hansestädte und der deutschen Hanse, Köln u.a. 2001.

Die Hanse

Die Hansestädte legen heute noch sichtbares Zeugnis ab von Einfluss und Pracht der Hanse: Mächtige Kirchen, historische Rathäuser, wehrhafte Stadtmauern und ganze Stadtbilder sind erhalten, einige davon haben den Rang eines UNESCO-Weltkulturerbes erhalten. Der Band erzählt nicht nur die Geschichte der Hanse, sondern zeigt die Orte der Hanse in historischen Abbildungen und auch aktuellen Farbfotos.

Die Hanse war ein einzigartiges Phänomen der europäischen Geschichte. Niederdeutsche Kaufleute aus rund 200 Städten zwischen IJsselmeer und Peipussee dominierten vom 13. bis zum 16. Jahrhundert fast 300 Jahre den europäischen Handel von Nordwestrussland bis England und verhandelten ihre Waren von Skandinavien bis Portugal, Italien und Lemberg (Lwów). Das Ende dieser überterritorialen, international operierenden Organisation war mit der Verfestigung des europäischen Staatensystems gegen Ende des 17. Jahrhunderts gekommen.
Die Autoren entwerfen ein facettenreiches, anschauliches Bild von Handelswegen, Handelswaren, Schifffahrt und Politik, von der Zusammenarbeit mit und dem Kampf gegen Territoralfürsten, von Seeräubern und dem langen Nachleben der Hanse bis heute. Bedeutende Hansestädte werden in dem reich mit Abbildungen ausgestatten Buch in Exkursdoppelseiten mit eigens für den Band aufgenommenen aktuellen Farbfotos vorgestellt.

 

  • Verlag: Primus Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 214 S. m. zahlr. meist farb. Abb., 2 farb. Übers.-Ktn.
  • Seitenzahl: 215
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783896783561
  • ISBN-10: 3896783564

 

Handel, Macht und Reichtum. Kaufleute im Mittelalter

Von Peter Spuffort.

Stuttgart 2004. Einer der bedeutendsten Wirtschaftshistoriker unserer Zeit erläutert in dem reich bebilderten Buch die grundlegenden Veränderungen des Handels im spätmittelalterlichen Europa und beleuchtet nahezu alle Aspekte des damaligen Wirtschaftslebens - ein einzigartiges Überblickswerk, immer nahe am konkreten Beispiel und spannend bis zum Ende.
21 x 27 cm, 336 S., 240 Abb., geb.
Versand-Nr. 285625

Das Mittelalter-Franco Cardini

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Das neue Standardwerk
In einem großartigen Panorama zeichnet Franco Cardini, einer der bedeutendsten europäischen Mittelalter-Historiker, die ganze Vielfalt der mittelalterlichen Welt nach. In 25 Kapiteln beschreibt er die Entwicklung von der Völkerwanderung bis zum Humanismus und schildert die Lebenswelten der Bauern und Bettler, der Ritter und Herrscher, der Kaufleute und Kleriker. Cardini führt den Leser in die Städte, Kirchen und Universitäten, an herrschaftliche Höfe und auf Ritterburgen. Dabei beleuchtet er Kunst, Kultur und Architektur, das Aufblühen der Wissenschaften, wie z.B. der Alchemie, und die Entdeckung des Fremden in Skandinavien, Asien sowie im Mittelmeerraum. Reich bebildert, kann die Farbigkeit des Mittelalters nicht schöner präsentiert werden.

Der König der purpurnen Stadt(Rebecca Gablé)

Lehrjahre sind weiß Gott keine Herrenjahre, wie der 18-jährige Jonah Durham täglich zu spüren bekommt. Die Ausbildung im Hause seines Cousins, des Tuchhändlers Rupert Hillock, erlebt der verschlossene Waisenjunge als regelrechtes Fron- und Prügelmartyrium. Allein Großmutter Cecilia, eigentliche Herrin des Hauses und mit geheimnisvollen Mächten im Bunde, kann die schlimmsten Übergriffe des trunksüchtigen Lehrherrn verhindern. Was der ewig bierumwölkte, tumbgeile Rupert nicht einmal ahnt -- für die Alte ist es Gewissheit: Unter ihrem Dach reift eine künftige Perle heran. Wie hoch der schweigsame Jonah allerdings noch gespült werden sollte, hätte auch sie sich nicht träumen lassen!
Das neueste Werk von Historienfachfrau Rebecca Gablé, ein mit annähernd 1.000 Seiten Ehrfurcht gebietendes Sittengemälde, entführt uns ins England des 14. Jahrhunderts. König Edward II. ist tot, ermordet im Auftrag seines Erzfeindes Roger Mortimer. Edwards Günstlingswirtschaft und außenpolitisches Ungeschick hatten Englands Macht schwinden lassen. Sein Sohn, der frisch gekrönte Edward III. (eine Lieblingsfigur der Autorin), und dessen Gemahlin, die schöne Flämin Philippa von Hainault, versuchen nun die Adligen auszusöhnen, die sich während der Amtszeit seines Vaters heftigst beharkten. Im Krieg mit Schottland herrscht Waffenruhe, nun will Edward III. die Wirtschaft wieder ankurbeln.

In diesen historischen Kontext webt Rebecca Gablé geschickt ihre fiktiven Gestalten ein. Jonah, der im Tuchgewerbe Englands Rettung sieht, beginnt geschäftlich Blut zu lecken. Auch verschaffen ihm Kaltschnäuzigkeit und erotische Anziehungskraft karrierefördernden Zutritt zu allerhöchsten Kemenaten. Erst ein Treffen aber mit dem Königspaar bringt den Durchbruch. Jonah wird jüngstes Mitglied in der elitären Tuchmachergilde, traditionelles Sprungbrett für höchste Ämter. Zusammen mit der Königin importiert er Tuchspezialisten aus ihrer flandrischen Heimat und führt das Gewerbe zu Englands höchster Blüte.

Zu Ausbruch des Hundertjährigen Krieges ist Jonah ein gemachter Mann -- in der Minne jedoch hoffnungslos aufgerieben zwischen einer Hure, einer Bürgerstochter -- und der Königin daselbst! Zudem lauern jede Menge Feinde am Tor, allen voran sein missgünstiger Ex-Quälgeist Rupert Hillock! Gablé kommt langsam, aber gewaltig. Keine Lektüre für Minuten, sondern Kraftstoff für lange Leseabende. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

 

Leseprobe

Der König der purpurnen Stadt-Rebecca Gablé
London im Jahr 1330: Der achtzehnjährige Jonah hat kein leichtes Leben als Lehrjunge im Haushalt seines Cousins. Einzig seine Großmutter schenkt ihrem verwaisten Enkel ein wenig Zuneigung. Doch eine Begegnung mit König Edward und Königin Philippa lenkt Jonahs Schicksal in neue Bahnen. Er findet Aufnahme in der elitären Londoner Tuchhändlergilde, und gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er die englische Tuchproduktion. Aber je größer sein Erfolg, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Neider ?
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Wir sind das Salz von Florenz (Tilman Röhrig)

Womöglich wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte die junge Frau aus Ferrara, die schöne Laodomia, dem Spanner, der sie beim Ankleiden von seinem Fenster aus beobachtete, ihre Gunst gewährt.

 

So aber wurde aus dem erotisch gefrusteten Studiosus Girolamo Jahre später der berüchtigte Fra Savonarola, ein unfroher Moralsäuerling, im Florenz seiner Zeit als sittenstrenger "Prophet Gottes" geachtet -- vor allem aber gefürchtet.

 

Der 1945 geborene Tilman Röhrig, sowohl als Jugendbuchautor wie auch im historischen Genre höchst erfolgreich zu Hause, legt ein seitenstarkes und buchstäblich dralles Sittengemälde aus der Zeit der Renaissance vor. Florenz, im Mai 1470: Il Magnifico Lorenzo de' Medici und sein Bruder Giuliano, Herrscher und nach eigenem Bekunden das "Salz von Florenz", haben ihren großen Auftritt.

 

Unter allgemeiner Picknickstimmung wird auf der Piazza der letzte der Aufrührer des Aufstandes gegen die Medici-Brüder publikumswirksam massakriert. Ein schwerer Schlag gegen die rivalisierende Familie der Pazzi und ihren Protektor, den unfähigen Papst Sixtus IV., der beim Aushecken der Mordpläne eine unchristlich düstere Rolle spielte.

 

Mitten hinein in den Kampf Lorenzos des Prächtigen gegen halb Italien, pflanzt Röhrig seine Hauptdarstellerinnen, die schon bekannte Laodomia und ihre Freundin Fioretta, zwei mehr als lebenslustige Frauen, die in Florenz ihr Glück wittern.

 

Auf ihrem Liebes- und Leidensweg in allerhöchste Kreise, kreuzen sich Laodomias Wege schließlich mit denen des früh verschmähten Fra Girolamo wieder. Savonarola, der Sinnenfeind, ist auf dem Weg, Florenz zum Gottesstaat auszurufen. Dabei ist ihm der kunstsinnige Genussmensch Lorenzo ein Dorn im Auge. Auch Laodomia droht höchste Gefahr!

 

Gewürzt mit allerlei fleischlichen Genüssen sowie martialischen Hinrichtungsorgien, umschifft Röhrig eine literarische Klippe, an der schon mancher deutsche Historienschreiber zerschellte: Pflegen doch nicht wenige Autoren zu Gunsten akkurater geschichtlicher Datenverarbeitung, allzu gerne den erzählerischen Spannungsbogen zu vernachlässigen.

Quelle:

Amazon.de

Das Geld der Medici(Tim Parks)

Pressestimmen
"So hat noch niemand über die Medici und die Verquickung von Politik, Kunst und Bankwesen geschrieben." (The Guardian )

 

"Tim Parks lässt den Leser sehen, riechen und staunen. Er hat akribisch recherchiert und versteht es, zugleich unglaublich kompakt wie plastisch zu erzählen. Ein lebendiges und spannendes Geschichtsbuch." (Roana Brogsitter, Bayrischer Rundfunk )

 

"Tim Parks hat ein ungeheuer kenntnisreiches Buch über die Bank der Medici geschrieben. Man kann nur jedem die Lektüre dieses Buches empfehlen. Auf unterhaltsame und kluge Weise kann man unglaublich viel lernen." (Katja Weise, NDR )

 

Roana Brogsitter, Bayerischer Rundfunk B5 aktuell, 7.3.2007
"Das Geld der Medici" ist erzählte Geschichte. Tim Parks entführt den Leser tief in das Italien des Mittelalters, lässt ihn sehen, riechen und staunen. Er hat akribisch recherchiert und versteht es, zugleich unglaublich kompakt wie plastisch zu erzählen. Ein lebendiges und spannnendes Geschichtsbuch.

Lesetipp: Rungholt, der Patrizier aus Lübeck...

Lübeck, ausgehendes 14. Jahrhundert. Spätmittelalter.
Ein neuer Ermittler betritt das Kopfsteinpflaster. Rungholt. Ein fettleibiger Patrizier mit Hang zum Hamburger Bier und dem Herz am rechten Fleck. Ein Mann, der stoisch seine Interessen vertritt und dessen größter Feind sein eigener Zorn ist.
Brummelnd und bärbeissig wandelt Rungholt durch die Kopfsteingassen Lübecks und verfolgt unerbittlich die Diebe und Mörder, all jene, die Böses über seine Welt bringen.
Getrieben von seinen zurückliegenden Sünden, dem "blutenden Schnee", jagt und hetzt Rungholt seine Feinde mit Finesse und geradezu aufopfernder Ausdauer. Ein "Bluthund", der erst aufgibt, wenn die Mörder hängen.

Der 5.Fall des Lübecker Patrizier!!

Kurzbeschreibung

Historische Hochspannung in einem raffinierten Kriminalfall!

Alle Lübecker fürchten und verachten ihn: den Bankier d’Alighieri. Er kennt jedes böse Geheimnis seiner Mitbürger. Ausgerechnet dieser Geldverleiher bittet Rungholt um Hilfe. Der bärbeißige Patrizier soll ihm entwendete Edelsteine wiederbeschaffen. Eine einfache Aufgabe, denkt Rungholt, doch dann wird eine Tagelöhnerfamilie bestialisch ermordet und ein Kinderschädel mit Runen gefunden. Rungholt ahnt: Die Edelsteine und die Toten hängen zusammen ...

Hans Schlotter- Die Bürgermeister und Ratmannen der Stadt Hildesheim(Bd.1+2)

J.H. Gebauer: Geschichte des Handels der Stadt Hildesheim und des Kaufmannstandes.

Maike Kozok: Hildesheim zur Kaiserzeit

Richard Dübell: Der Tuchhändler

Im Jahr 1475 steckt die reiche Handelsstadt Landshut mitten in fieberhaften Vorbereitungen zur herzoglichen Hochzeitsfeier. Da droht ein rätselhafter Mord das Fest, das zu einem der prächtigsten der Christenheit werden soll, zu vereiteln. Der Kaufmann Peter Bernward versucht, gejagt von den Gespenstern der eigenen Vergangenheit, den Fall aufzuklären - ein schier unmögliches Unterfangen.

 

 

Lesetipp: Colonia im Mittelalter

Was führte Bernhard von Clairvaux nach Köln? Welche Rolle spielte die Ulrepforte in den ständigen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und dem Erzbischof? Und was steckt wirklich hinter der Legende von der heiligen Ursula? Dieter Breuers nimmt Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise ins Mittelalter und zeigt Ihnen, was es damals wirklich bedeutete, in einer Stadt zu leben. Er lässt Sie nicht nur an seinem profunden Wissen über die Rheinmetropole teilhaben, sondern gibt einen interessanten Überblick über den Alltag und die besonderen Vorkommnise in den europäischen Städten des 12. und 13. Jahrhunderts. Noch nie war Geschichte so spannend!

 

 

Quelle: Amazon

 

Buchtipp: Das leuchtende Mittelalter

Leuchtendes Mittelalter

Das Mittelalter war „außerordentlich kreativ, strahlend und farbenprächtig“ (Jacques Le Goff)

 

Wer die Wahrnehmung unseres Nachbarlandes Frankreich fördern möchte, der tut auch gut daran, die Ergebnisse der französischen Historiographie in Deutschland bekannt zu machen. So ist es erfreulich, dass der letzte Buchherbst Studien französischer Autoren für das deutschsprachige Publikum zugänglich gemacht hat – man würde sich wünschen, dass dies auch umgekehrt häufiger geschähe. Zwei Publikationen greifen wir heraus; sie befassen sich mit der Geschichte des Mittelalters. Die Bücher von Jacques Dalarun und Jacques Le Goff lohnen die Lektüre, wie die Rezensenten feststellen.

 

Es gibt wohl kaum ein Medium, das uns so viele Informationen über das Weltbild des mittelalterlichen Menschen vermittelt wie die auf Pergament oder auf Papier geschriebenen und mit einer Fülle von Illustrationen ausgestatteten Handschriften. Sie sind eine schier unerschöpfliche Quelle, wenn es darum geht, dem Alltagsleben der Menschen auf die Spur zu kommen, ihren Vorlieben, Ängsten und Vorstellungen vom Jenseits. Auch ermöglichen sie es, die Denkmodelle zu verstehen, mit deren Hilfe das Diesseits geordnet und bewältigt werden sollte.

Dieses Quellenangebot hat eine Gruppe französischer Wissenschaftler in Paris und Orléans vor drei Jahren für einen Prachtband genutzt, der nun, kongenial übersetzt, auch dem deutschsprachigen Publikum zugänglich ist. Die dem Kenner vertraute Tatsache, dass die Epoche zwischen Antike und Neuzeit keineswegs eine dunkle war, macht schon der Titel des Buchs „Das leuchtende Mittelalter“ programmatisch deutlich, und bereits das bloße Blättern in diesem opulent gestalteten Band führt dem Benutzer eindringlich vor Augen, wie „außerordentlich kreativ, strahlend und farbenprächtig“, um Jacques Le Goff zu zitieren, das Mittelalter wirklich war.

Mag die Veröffentlichung auf den ersten Blick ein wenig wie ein Coffee-Table-Book einherkommen, dem es mehr auf die Ausstattung als auf den Inhalt ankommt, so wird dieser Eindruck beim Lesen der Textbeiträge sofort korrigiert: Das Dutzend hochkompetenter Autoren hat es auf faszinierende Weise vermocht, über Wissen und Bildung, die Herrschaftsstrukturen, das Alltagsleben, über die religiösen Vorstellungen und die materielle Lebensumwelt des mittelalterlichen Menschen anschaulich zu berichten und diese Informationen mit einer klugen Auswahl von Bildbeispielen zu unterfüttern.
Besondere Beachtung verdient ein reichillustrierter Anhang, der über die Produktion – Pergamentbereitung, Schreiben, Illuminieren – der Text- und Bildquellen informiert, auf die sich die Publikation stützt: fast ausschließlich französische Bilderhandschriften. Und dies wird man als einzige Einschränkung vorbringen dürfen: daß auf an-dere – italienische, englische spanische, deutsche – Bildquellen weitgehend verzichtet wurde, die den leuchtenden Farben doch vielleicht einige Pastelltöne hinzugefügt hätten. Was hier vor Augen tritt, ist daher weniger ein gesamteuropäisches als vielmehr ein französisches leuchtendes Mittelalter.

Von Dr. Norbert H. Ott

Jacques Dalarun (Hrsg.),
Das leuchtende Mittelalter.
Primus Verlag,
Darmstadt 2005, 304 Seiten,

http://www.arte.tv/de/1105026,CmC=1104484.html

Lesetipp: Bernd Fuhrmann:"Mit barer Münze"

Bernd Fuhrmann

Mit barer Münze

Handel im Mittelalter

Wer waren die Kaufleute des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, woher stammten sie und welche Waren transportierten Schiffe, Kähne, Karren oder Lasttiere oft über weite Entfernungen? Welche Städte bildeten Handelszentren und welche Veränderungen führten zum Aufstieg neuer Zentren, wie veränderten sich die Handelswege, welche Messen besuchten die Zeitgenossen?
Entlang der wichtigen Handelszentren und bedeutenden Kaufmannsfamilien gibt Bernd Fuhrmann einen facettenreichen Überblick über den Handel im Mittelalter. Erzählt werden dabei nicht nur Erfolgsgeschichten, sondern auch solche ohne Happy End – von Kaufleuten, die scheiterten, ihr Vermögen verloren. Denn Fernhändler zu sein bedeutete bis weit in die Neuzeit immer auch, sich auf ein ungewisses Abenteuer einzulassen.

Zum Autor:

Bernd Fuhrmann ist Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Siegen.

 

"Im Namen Gottes und des Geschäfts"

Lebensbild eines toskanischen Kaufmanns der Frührenaissance. Francesco di Marco Datini 1335-1410

 

Ein rarer Glücksfall für die Geschichtsschreibung: durch Zufall wird nach Jahrhunderten die vollständige Geschäfts- und Privatkorrespondenz des Kaufmanns Francesco di Marco Datini unter einer Treppe seines heute noch erhaltenen Palazzos entdeckt. Was da an Dokumenten zutage trat, bietet einen einzigartigen Einblick in Kaufmannssitten und Handel der heraufziehenden Renaissance. Während Datini in Florenz seinen Geschäften nachging, wachte seine junge Frau Margherita in Prato über Haus und Hof. Anhand dieser Privatkorrespondenz entwickelt Origo nicht nur die Charakterstudie eines dominanten, manchmal treulosen Ehemanns, sondern zeichnet auch das Porträt einer Frau der Frührenaissance, die immer mehr zur selbständig Handelnden wird.

 

  • Verlag: Wagenbach
  • 2009
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 475 S., 26 Abb. auf Taf.
  • Seitenzahl: 496
  • Wagenbachs andere Taschenbücher (WAT) Nr.290
  • ISBN-13: 9783803122902
  • ISBN-10: 3803122902
  • Best.Nr.: 07107151

 

Robert Fossier:Das Leben im Mittelalter

Geburt und Tod, Ehe und Familie, Religion und das Verhältnis zur Natur … Robert Fossier führt uns ein in die mittelalterliche Welt und erzählt vom Leben derer, von denen wir bislang zu wenig wissen: der einfachen Menschen. Der renommierte Historiker beschreibt das Denken, das Zusammenleben und den Alltag des angeblich »dunklen« Zeitalters, das uns viel näher ist, als wir glauben.

Jacques Le Goff-Kaufleute und Bankiers im Mittelalter

Ein kompakter Überblick über mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte des »großen Historikers der kleinen Geschichten«: von den Betreibern des Handels und der Geldgeschäfte, von ihrer sozialen und politischen Rolle.

Im Fokus dieser Studie stehen die Protagonisten der kommerziellen Revolution im europäischen Spätmittelalter: die Kaufleute und Bankiers. Jacques Le Goff beschreibt in seiner unnachahmlich lebendigen Art, wie aus fahrenden Händlern sesshafte Kaufleute wurden, die durch die Erschließung neuer Handelswege und Geschäftsverbindungen und aufgrund neuartiger Buchhaltungsmethoden an Reichtum und Einfluss gewannen.

In seinem neuen Buch vertritt der Geschichtswissenschaftler Jacques Le Goff die These, dass das christliche Mittelalter durch die religiöse Verdammung des Geldes und des Reichtums eine Art Gegenwelt zum römischen "Kapitalismus" bildete. Denn im Mittelalter hatte das Spendenwesen eine hohe moralische Bedeutung.

Über Geld redet man nicht: In dieser stehenden Wendung drückt sich ein letzter Rest der christlich-mittelalterlichen Geldverachtung aus, die der Entfesselung von Bereicherungsenergien im kapitalistischen Zeitalter vorausging.

Die Wurzeln des Kapitalismus sieht man heute (mit Karl Marx und vielen anderen) für gewöhnlich im 17. Jahrhundert; schließlich entstand damals das eigentliche Börsenwesen. Aber Handel, exorbitanter Reichtum, Zinswucher, Scheckverkehr, Termingeschäfte, gar Versicherungen - all das gab es schon im Mittelalter.

Ist der Kapitalismus vielleicht eine Art Naturbedingung menschlichen Strebens und nicht die Sache einer nach und nach alles beherrschenden "Klasse"? Und was ist mit der christlichen Geringschätzung von Reichtum und Geld? Hat sie die Entwicklung des Kapitalismus gehemmt?

Erst im 13. Jahrhundert mit der Einführung der Wechselpraxis und des Bankwesens seien erste Ansätze zu einem soliden Geldsystem zu verzeichnen. Auch verstand man etwa im 9. Jahrhundert den Begriff Geld ganz anders als später (und zuvor im römischen Reich): Münzen hatten die Funktion, Taschgeschäfte zu begleiten und waren noch lange nicht Zweck des ökonomischen Handelns.

Almosen (und nicht nur die Steuer) waren für die spirituelle "Buchführung" von höchster Wichtigkeit. Der durchschnittliche Reiche etwa des 11. Jahrhunderts, dachte damals noch an das Jesuswort vom Kamel und dem Nadelöhr und an das vom "schnöden Mammon". So ist Le Goffs abgeklärtes Buch ein ideales Brevier für all jene, die sich nicht damit abfinden wollen, dass Bereicherung das Ziel des letzen Menschen sein soll.

Aus der neuen »Berufsgattung« entstand eine neue Gesellschaftsschicht, deren – nicht nur pekuniäre – Macht bald sowohl Bürgertum und Adel als auch der Klerus anerkennen mussten. Diese Entwicklung beschreibt Le Goff knapp und einleuchtend.

 

Aus dem Französischen von Friedel Weinert.

144 Seiten. Broschiert
10,90 €
ISBN 978-3-8031-2520-0

 

http://www.wagenbach.de/buecher/titel/164-kaufleute-und-bankiers-im-mittelalter.html

"Kaufmannsleben zur Zeit der Hanse",Goswin von der Ropp

Umfassende Darstellung der Sitten und Gebräuche der hansischen Kaufleute im Spannungsfeld zwischen Zusammenhalt und Unabhängigkeit der einzelnen Mitglieder des Bundes. Goswin von der Ropp zeigt, dass für den Erhalt des Zusammenschlusses einerseits strenge Regeln zu befolgen waren, dass aber andererseits der wirtschaftliche Erfolg der hansischen Kaufleute nicht unwesentlich von selbständigem Denken und Handeln abhängig war. Nachdruck der Originalausgabe von 1907.
Goswin von der Ropp-Kaufmannsleben zur Zeit der Hanse
Umfassende Darstellung der Sitten und Gebräuche der hansischen Kaufleute im Spannungsfeld zwischen Zusammenhalt und Unabhängigkeit der einzelnen Mitglieder des Bundes. Goswin von der Ropp zeigt, dass für den Erhalt des Zusammenschlusses...
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epoc- das Wissenschaftsmagazin- Die Hanse

Die Hanse

Es herrschte Aufbruchsstimmung in Westeuropa. Seit dem späten 11. Jahrhundert boomte die Wirtschaft. Allenthalben produzierten Manufakturen hochwertiges Tuch, wurden Erze gefördert und verarbeitet, brachten die Äcker satte Erträge. Die Bevölkerung wuchs, neues Land musste erschlossen werden, Siedlungen entstanden aus dem Nichts. Ein Berufsstand trug maßgeblich zu diesem Wachsen und Gedeihen bei: die Fernhändler. Sie sorgten dafür, dass Rohstoffe und Waren dorthin gelangten, wo sie gebraucht wurden – und wurden dabei reich und mächtig.

 

http://www.epoc.de/alias/dachzeile/die-hanse/1061435

 

Zeitreise: Besuch einer spätmittelalterlichen Stadt

"Kaum zu glauben, aber wahr! Uns, d.h. einer kleinen, an Geschichte sehr interessierten Gruppe aus vier Teilnehmern und zehn Teilnehmerinnen ist etwas Sensationelles im Geschichtsbereich gelungen. Endlich ist es - zumindest in dieser Geisteswissenschaft - vorbei mit der langweiligen Theorie. Nach fast dreijähriger Forschungsarbeit ist es uns nämlich geglückt, eine Zeitmaschine zu entwickeln. Als Leiterin dieser Gruppe nahm ich sogleich im Jahr 1437 in einer norddeutschen Stadt Kontakt mit zwei freundlichen Bürgern, einem Kaufmann namens Reinhold von Münzenberg und einem Blaufärber namens Johannes Bussow, auf. Beide Herren fanden sich ohne Zögern bereit, je zwei von unseren Gruppenmitgliedern für volle drei Monate aufzunehmen und zu verpflegen. Das Los traf Holger L. (Diplomchemiker), Heinke S. (Gymnasiallehrerin in Latein und Biologie), Claudia H. (Hausfrau und Mutter von vier Kindern) und Kurt K. (Diplomchemiker). Anhand von deren Aufzeichnungen können Sie nun, liebe Leser und Leserinnen, selbst nachvollziehen, wie es war, in einer deutschen Stadt von Dezember 1437 bis Februar 1438 gelebt zu haben. Leider habe ich als Leiterin zu beklagen, dass nicht alle Gruppenmitglieder zurückgekehrt sind. Ich hoffe, dass dies keine (negativen) Konsequenzen für die Geschichte der Menschheit haben wird."

 

Quelle: http://www.amazon.de/Zeitreise-Besuch-einer-sp%C3%A4tmittelalterlichen-Stadt/dp/3833424192

Literaturtipp:

Manners And Customs in the Middle Ages
Manners And Customs in the Middle Ages
Clothing in the Middle Ages
Clothing in the Middle Ages
Medieval Costume in England and France: The 13th, 14th and 15th Centuries
Medieval Costume in England and France: The 13th, 14th and 15th Centuries

Das Buch zur ZDF Dokumentation über die dt.Hanse!

Kurzbeschreibung

VISIONÄR UND UNERBITTLICH: DIE HANSE, DAS ERSTE IMPERIUM DER KAUFLEUTE. DIE ERFOLGSGESCHICHTE EINER EUROPÄISCHEN SUPERMACHT, DIE EINEN GANZEN KONTINENT PRÄGTE.

Über den Autor

Gisela Graichen studierte Publizistik, Rechts- und Staatswissenschaften und ist Diplom- Volkswirtin. Für das ZDF hat die Buch- und Filmautorin u. a. die erfolgreiche Archäologie-Reihe «Schliemanns Erben» und die Wissenschaftsserie «Humboldts Erben» entwickelt. Ihr letztes Buch «Deutsche Kolonien» stand zehn Wochen lang auf der «Spiegel»-Bestsellerliste. Sie lebt in Hamburg.

Dr. Rolf Hammel-Kiesow ist stellvertretender Leiter des Archivs der Hansestadt Lübeck und Honorarprofessor an der Universität Kiel. Seit 1994 gehört er zum Vorstand des Hansischen Geschichtsvereins. Er lebt in Lübeck
(es wird sogar der Pepersack aus Hildesheim erwähnt!)

Geist und Anlitz der Renaissance

Der Ausstellungskatalog zur Hamburger Hanseausstellung: Die Hanse-Lebenswirklichkeit und Mythos(1989)

Lesetipp: Für und wider den Wahn: Die Geschichte der Hexenverfolgung im Hochstift Hildesheim

Es gibt wohl kaum ein dramatischeres und zugleich irrwitzigeres Thema in der Geschichte schlechthin. Ein Vortrag des Verfassers zu der Situation der Hexenverfolgung in unserer Heimat vor einem hiesigen Geschichtsverein legte den Grundstock zu diesem, für das Bistum Hildesheim noch unaufgearbeiteten Terrain und zeigte, welch ein Potential hier noch unbearbeitet brach lag. Folglich wird in der vorliegenden Darstellung erstmals der Versuch unternommen, für etwa das Gebiet des alten Hochstifts Hildesheim die faszinierende Epoche der Hexenverfolgungen zu dokumentieren, so problematisch sich dies heute auch gestaltet. Dabei handelt es sich um die Geschichte eines religiösen Wahns, der auch in unserer Heimat seine Spuren mit einigen Highlights hinterlassen hat - allen Aktenverlusten zum Trotz. Aber gerade aus Hildesheimer Sicht ergab sich im Verlaufe der Arbeit auch die ausserordentlich seltene Situation, dieses grundsätzlich negativ belegte Thema sogar in gewisser Hinsicht positiv darstellen zu können, denn - und auch dies findet erstmals seine Veröffentlichung - es ist die Stadt Hildesheim, der ein engagierter Kämpfer gegen den Hexenwahn ansich entstammt! Das ist umso bemerkenswerter, als der bereits aus namhaftem Hildesheimer Geschlecht entstammende Jurist Justus Oldekop es vermochte, sich in hohem Maße über den Geist seiner Zeit zu erheben: Im Gegensatz zu seinen berühmten Mitstreitern Weyer, Tanner, A. Prätorius, Hexenpater v. Spee etc., welche schlechthin als die Vorkämpfer gegen den Hexenprozess gelten, dämonologisch großenteils aber alles beim Alten ließen, focht der angesehene Hildesheimer (der sich übrigens lange in Braunschweig aufhielt und hier seinen Monsterprozess erleben musste) nicht nur wie diese aus Mitleid mit den armen Opfern gegen die Qual der Folter und die ungerechten Gerichtsverfahren, sondern Oldkop bekämpfte zudem den Wahn ansich, mithin die theologischen Grundlagen des Wahns! Dabei agierte er literarisch und in direktem Widerspruch den ob seiner Härte berüchtigten führenden deutschen Strafrechtslehrer des 17. Jahrhunderts, Benedict Carpzov (1595-1666), der synonym für eine abermalige Verschärfung des Hexenprozesses stand. Selbstlos, furchtlos, energisch und in einer Zeit, als die Scheiterhaufen noch brannten und das Einschreiten zugunsten der Opfer noch immer gefährlich war, erhob er seine Stimme der Vernunft.

 

http://www.amazon.de/F%C3%BCr-wider-Wahn-Hexenverfolgung-Niedersachsens/dp/3980364232

 

Auch ein neuzeitlich lebender hanseatischer Pepersack muss sich immer wieder und weiter fortbilden!

Eine kleine Auswahl an Büchern, die lesenswert sind um sich ein besseres Bild von den Lebensumständen einer Hof und Ausgemeinschaft im späten 14. Jahrhundert machen zu können.

Wie haben sie gelebt, womit haben sie ihren Tag verbracht, wie sah ein Haus aus, was für einen Hausstand hatte ein wohl betuchter Kaufmann dieser Zeit?
Was gab es für Messen und Märkte, welche waren wichtig für die Pflege von Geschäftsbeziehungen, wie funktionierte der Alltag einer Kaufmanns- und Ratsherrenfamilie, als Angehörige der städtischen Führungsschicht im (spät)mittelalterlichen Hildesheim des 14. Jahrhundert??


Wappen der Familie Pepersack
Wappen der Familie Pepersack
Siegelmarke
Siegelmarke

Unser Wahlspruch lautet:
humanus esse imprimis

Mitglied im Händlerbund

Mittelalter- Tanzgruppe

Der nächste Termin:27.10.2017
Der nächste Termin:27.10.2017

Neu!! (BIO)Met von Met Amensis:

Historische Kostümführungen durch Hildesheim

Der Pepersack ist nun auch beim "Kulturium" zu finden!!

Kultur in der Region Hildesheim
Kultur in der Region Hildesheim

Die Kirche(n) in Hildesheim, im Mittelalter!

Der neue Städtebund:"Die Hanse"

Die Hildesheimer Kartause:

Die Zisterzienser in Hildesheim

Hildesheim

Hansischer Geschichtsverein:

Das Bistum Hildesheim

Diekholzen

Die ratsherrliche Gewandschneider Gilde

Das Siegel der Gewandschneider-Gilde
Das Siegel der Gewandschneider-Gilde

Das Dielenhaus(Lübeck)

Hildesheimer Gemeinheit AD1350

Das Hansevolk zu Lübeck e.V.

Europäisches Hansemuseum,Lübeck

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Die Familie Pepersack hat die Aachener Erklärung unterzeichnet!

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