Die deutsche Hanse

Die Hanse war eine Organisation von niederdeutschen Fernkaufleuten, der rund 70 große und 100 bis 130 kleinere Städte angehörten.
Diese Städte lagen in einem Gebiet das heute sieben europäische Staaten umfasst: von der niederländischen Zuidersee im Westen bis zum baltischen Estland im Osten und vom schwedischen Visby im Norden bis zur Linie Köln-Erfurt-Breslau-Krakau im Süden.
Aus diesem Raum heraus erschlossen sich die hansischen Fernkaufleute einen wirtschaftlichen Einflussbereich, der im 16. Jahrhundert von Portugal bis Russland und von den skandinavischen Ländern bis nach Italien reichte, ein Gebiet, das heute 20 europäische Staaten einschließt.
In ihrer Blütezeit war die Hanse so mächtig, dass sie zur Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen Interessen Wirtschaftsblockaden gegen Königreiche und Fürstentümer verhängte und im Ausnahmefall sogar Kriege führte.
Vom 13. bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts beherrschte die Hanse weitgehend den Fernhandel des nördlichen Europa, konnte aber nie eine Monopolstellung erringen.
Die hansischen Kaufleute versorgten West- und Mitteleuropa mit den Luxuswaren, Nahrungsmitteln und Rohstoffen des nördlichen und östlichen Europa.
Hierzu gehörten z.B. Pelze, Wachs, Getreide, Fisch ebenso Flachs, Hanf, Holz und Holzbauprodukte wie Pech, Teer und Pottasche. Im Gegenzug brachten die Hansekaufleute in diese Länder die gewerblichen Fertigprodukte des Westens und Südens wie Tuche, Metallwaren, hier insbesondere Waffen, und Gewürze.
Zentrale Umschlagsplätze dieses Handels waren die Kontore der Hanse in Novgorod in Nordwestrussland (St. Peterhof), in Bergen in Norwegen (Deutsche Brücke), in Brügge in Flandern und in London in England (Stalhof).
Daneben unterhielt die Hanse von Russland bis nach Portugal über halb Europa verteilt zahlreiche kleinere Niederlassungen, die sogenannten Faktoreien.
Die Fernkaufleute verfolgten handelswirtschaftliche Ziele.
Seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts versuchten die Hansestädte jedoch, eine festere Bündnisorganisation zur gegenseitigen Unterstützung gegen adlige Herrschaftsansprüche zu schaffen.
Mit diesem festeren Zusammenschluss wollten sie auch Problemen begegnen, die durch die wachsende Konkurrenz englischer, italienischer und süddeutscher Kaufleute und holländischer Frachtfahrer und durch die staatliche Erstarkung in den Zielländern des Handels entstanden.
Der Druck von außen war somit der Grund dafür, dass sich die stede van der dudeschen hense enger zusammenschlossen.
Die Entwicklung ließ sich jedoch nicht aufhalten und führte dazu, dass der Einfluß der Hanse zurückging, wenn auch der Handel im 16. und frühen 17. Jahrhundert noch enorme Zuwächse aufwies.
Die aufkommenden nationalen und territorialen Wirtschaften ließen einer überregionalen Handelsgemeinschaft wie der der Hansekaufleute und Hansestädte keinen Raum mehr. Im Jahre 1669 fand in Lübeck der letzte Hansetag der historischen Hanse statt.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Hansischen Geschichtsvereins e.V. www.hansischergeschichtsverein.de

Quelle:http://www.hanse.org/de/die_hanse/damals

ein Hansetag damals...

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts formten die Städte ihre seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bestehende Zusammenarbeit zu einer festeren Organisationsform um.
Zentrales Organ war der "Tagfahrt" genannte Hansetag, auf dem die abgeordneten Ratsherren der Hansestädte, die Ratssendeboten, die anstehenden Probleme erörterten und versuchten, gemeinsame Beschlüsse herbeizuführen.
Dazu verschickte in der Regel Lübeck gemeinsam mit den anderen wendischen Städten Hamburg, Lüneburg, Wismar, Rostock und Stralsund Einladungsschreiben.
Sie enthielten neben dem Termin die genaue Bezeichnung der zur Entscheidung anstehenden Angelegenheiten und gleichzeitig die Aufforderung an die geladenen Städte, vollmächtige Vertreter zu entsenden.
Weil Lübeck zu allen anderen Hansestädten im mittel gelegen war, fanden dort die meisten "Tagfahrten" statt, allein 43 von 67 zwischen 1356 und 1407.
Wenn die Sitzordnung der Abgeordneten entsprechend der Rangordnung der Städte gefunden war, konnte die Tagfahrt beginnen.
Die Bürgermeister der gastgebenden Stadt leiteten die Verhandlung und erteilten den Sprechern das Wort. Die Beschlüsse mussten einstimmig gefasst werden, was mitunter bei 50 teilnehmenden Städten mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen - auch nicht anders als heute - außerordentlich schwierig war.

Wenn allerdings Entscheidungen zu Problemen gefasst werden sollten, die im Einladungsschreiben nicht genannt waren oder die in ihrer Reichweite den dort gesteckten Rahmen sprengten, mussten die Angelegenheiten mit den Räten und Bürgerversammlungen der jeweiligen Heimatstädte zuvor beraten werden.
Das machte eine Beschlussfassung erst auf dem nächsten Hansetag möglich. Dieses Ad-referendum-Nehmen, d. h. die Rückverweisung an die Heimatstädte, und die geforderte Einstimmigkeit machten die Entscheidungswege schwierig und langwierig.

Rechtsgültig wurden die Beschlüsse der Hansetage, die sogenannten Rezesse, auch erst durch die Verkündigung, d.h. Verlesung, in den Kontoren und auf den Gemeindeversammlungen der einzelnen Städte. Was den Interessen der jeweiligen Städte zuwiderlief, wurde dabei weggelassen. Daher waren die Chancen eines Rezesses, in allen Hansestädten Rechtskraft zu erreichen, meistens sehr gering.

Trotz dieser Hemmnisse in der inneren Organisationsstruktur hat die Hanse nach außen hin von der Mitte des 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts über 400 Jahre lang die Wirtschafts-, Handels- und Machtpolitik im nördlichen Europa mitbestimmt und in Teilen auch entscheidend mitgestaltet.

Dudesche Hanse

Hanseatic League
Hanseatic League

Hanse (althochdeutsch Hansa „Gruppe, Gefolge, Schar“) – auch Deutsche Hanse oder dudesche Hanse, lat.: Hansa Teutonica – ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland war.

Eine Entwicklung von der „Kaufmannshanse“ zu einer „Städtehanse“ lässt sich spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts mit erstmaligen nahezu gesamthansischen Tagfahrten (Hansetagen) festmachen, in denen sich die Hansestädte zusammenschlossen und die Interessen der niederdeutschen Kaufleute vertraten. Eine eindeutige Abgrenzung zwischen einer „Kaufmannshanse“ und einer „Städtehanse“ ist jedoch umstritten.[1]

Die Farben der Hanse (weiß und rot) finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte. In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren beinahe 300 See- und Binnenstädte des nördlichen Europas in der Städtehanse zusammengeschlossen. Eine wichtige Grundlage dieser Verbindungen war die Entwicklung des Transportwesens, insbesondere zur See, weshalb der Koggen zum Symbol für die Hanse wurde.

Die Hanse war nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein gewichtiger Faktor.

„Hanse“ oder „Hänse“ nannten sich auch andere Kaufmannsverbünde bis nach Österreich, unabhängig von der „großen“ norddeutschen Hanse. Bei ihnen handelte es sich in der Regel um keine politischen Bünde zwischen Städten und Territorien, sondern um Bruderschaften, denen einzelne Händler beitraten. Oft waren solche Verbünde auf einen bestimmten Jahrmarkt ausgerichtet und übernahmen während dessen Dauer wirtschaftliche Kontrollfunktionen, wie sie in größeren Städten von den Zünften ausgefüllt wurden.

 

mehr Infos: http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/356544

Kaufleute schaffen ein erfolgreiches Wirtschaftsbündnis

 

Im 12. Jahrhundert nach Christus beginnt im Norden Europas eine einzigartige Erfolgsgeschichte.

Kaufleute unterschiedlicher Städte schließen einen Bund, um Fernhandel zu treiben.

 

Ihre Städte wachsen hinter sicheren Mauern zu blühenden Handelsmetropolen. Ihre Regeln setzen Maßstäbe für Wirtschaft und soziales Zusammenleben.

Lübeck wird zur Königin unter den Hansestädten. 600 Jahre dauert die Macht der Hanse im Norden Europas.

Das Erfolgsrezept ist einfach: Frieden durch Eintracht und die Freiheit des Handels.

 

Am Ende waren es noch drei Städte, die die republikanische Tradition der alten Hanse mit ihrem Namen weiter führten: Lübeck, Hamburg und Bremen.

 

Hanseatisch, das meint: Nüchternheit, kühles Abwägen und buchstäblich wagemutiges Handeln.

Ebenso: Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und ausgeprägtes Bewusstsein für Wert und Qualität.

Pfeffersäcke nannten ihre Gegner die Kaufherren.

Sparsamkeit galt den Hansischen Kaufleuten als Tugend.

Kostspielige Kriege suchten sie zu vermeiden, setzten lieber auf Verhandlungsgeschick und Interessenausgleich.

 

Auf dem Höhepunkt der Macht, im 15.Jahrhundert, waren es 70 große Städte und mehr als 120 kleinere, die Vertreter zu den Hansetagen schickten, um dort ihre Interessen und die Geschicke des Bundes zu beraten.

 

Am Anfang steht das Stadtrecht

Im Jahr 1159 gründen deutsche Kaufleute unter dem Schutz Herzog Heinrichs des Löwen die Stadt Lübeck.

Die Gilde der Gotlandfahrer hat ein Ziel: Den Wikingern einen Teil des einträglichen Handels im Norden abzujagen.

Seit Jahrhunderten beherrschen die Nordmänner den Handel zwischen Skandinavien und ihren Kolonien in England.

 

Auf dem Festland sind die deutschen Städte Köln und Bremen in das einträgliche Dreiecksgeschäft einbezogen.

Der Seeweg nach Norden führt entlang gefährlicher Küsten um Skagen herum und durch die dänische Meerenge. Übers offene Nordmeer segeln Wikinger weit über Grönland hinaus.

Von Visby auf Gotland aus beherrschen ihre Schiffe den Handel zwischen Russland und dem Westen. In Nowgorod besitzen sie sogar ein eigenes Stadtviertel: Den Gotenhof. 
 

In wenigen Jahrzehnten gelingt es den deutschen Gotlandfahrern, Visby aus seiner führenden Rolle im Ostseehandel zu verdrängen.

 

Der Gotenhof in Nowgorod heißt nun: Petershof.

Die norddeutschen Städte erkennen den Rat von Lübeck als obersten Gerichtshof für den gemeinsamen Handel mit Nowgorod an.

 

Lübecker Recht gewinnt dadurch weit über die Grenzen der Stadt hinaus Gewicht.

Es wird zum Vorbild für neue Stadtgründungen im Osten: Elbing, Riga, Danzig, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald und viele weitere.

 

Das gleiche Bedürfnis der Städte nach Schutz ihrer Handelsfahrten und Verkehrswege, nach Einkaufs- und Absatzmöglichkeiten führt zusammen mit der gleichen Rechtsgrundlage zur Bildung der Hanse. Auch wenn die Städte im Einzelnen unterschiedlich sind und bleiben. Im Jahr 1282 werden die "Kaufleute von der deutschen Hanse" erstmals in einer englischen Urkunde erwähnt.
  
 Wagemut und Technik erweitern Grenzen

 

Die Gründungsbürger Lübecks kamen aus allen Teilen Nord-West Europas.

Neben Zuwanderern aus dem Rheinland, Niedersachsen, Friesland und Flandern spielen Fernkaufleute aus Westfalen eine besondere Rolle.

 

Sie entwickeln engen Handelsverkehr zu ihren Herkunftsregionen. Salz aus Lüneburg, Erze aus dem Harzvorland, Tuche aus Flandern, Frankreich und dem Rheinland finden so den Weg nach Norden.

 

In Gegenrichtung füllen Wachs, Honig, Felle und Stockfisch die Speicher der Hansestädte.

Für beide Seiten lohnt das Geschäft und fördert den Wohlstand.

Moderne Frachtschiffe, Hanse-Koggen, transportieren mehr Waren schneller als zuvor.

Aus Italien übernehmen die Kaufleute das System bargeldlosen Zahlungsverkehrs untereinander sowie moderne Buchungsmethoden.

Mehr als 200 Städte erkennen den Vorteil des Bundes und führen stolz den Beinamen: "Hansestadt".
 

Entscheidungen der Hanse fielen in Lübeck

 

Die Kaufmannshanse entwickelt sich im 15.Jahrhundert zum Städtebund, zur Städtehanse.

In jeder Stadt entscheidet ein Rat über Handel und Wandel im Inneren, wie nach außen.

Da sich Hansetage aller Mitglieder als schwer durchführbar erweisen, teilen sich die Städte nach ihrer Interessenlage in zunächst drei, später in vier Quartiere.

 

Regionale Treffen und Quartierstage helfen Entscheidungen der Hanse in Lübeck vorzubereiten.

Lübeck steht dem lübischen Viertel der Städte vor, Köln dem westfälischen. Braunschweig führt das sächsische Quartier und Danzig spricht für die preußisch-livländischen Städte.

Gemeinsam stehen alle Hansestädten die vier Kontore offen, Handelsposten im Ausland, in denen die Hanse einträgliche Sonderrechte besitzt: Brügge in Flandern, Bergen in Norwegen, der Stahlhof in London sowie der Petershof in Nowgorod. 
Starke Staaten und neue Chancen

 

Die Hanse verdankt ihren Reichtum und ihre Macht der Tatsache, dass die Staaten Europas sie brauchten.

Dank ihrer technischen und organisatorischen Stärke kann Sie die Bedürfnisse ihrer Handelspartner befriedigen. Im 14. Jahrhundert besitzt die Hanse das nahezu unangefochtene Handelsmonopol in Nordeuropa.

 

Doch Uneinigkeit und Interessengegensätze innerhalb der Gemeinschaft gefährden den Erfolg.

Lübeck und die wendischen Städte setzen auf die Landverbindung zur Nordsee, nach Hamburg.

Die preußisch-livländischen Städte bevorzugen die Fahrt durch den dänischen Sund. Die Politik der Hanse gegenüber Dänemark und England ist ständiger Streitpunkt zwischen beiden Quartieren.
 

Jakob von Fugger der Jüngere: Starke Konkurrenz aus Süddeutschland.

 

Auch von außen droht Gefahr.

Fürsten, die sich die Dienste der Handelsstädte durch Vergabe von Sonderrechten erkauft hatten beginnen in ihren Gebieten gelegene Städte zurück zu erobern.

 

Konnte die Hanse bisher stets ihre Unabhängigkeit verteidigen, fehlt ihr in den aufziehenden Stürmen der Reformation und des 30-Jährigen Krieges der Schutz eines starken Landesherren.

Die Kaiser in Wien interessiert die Hanse nicht, auf die sie politisch kaum Einfluss besitzen.

In England, Holland und Süddeutschland entstehen starke Konkurrenten, die die Handelsmacht der Hanse herausfordern.

 

Von der Ausweitung des Handels nach Amerika können nur wenige Hansestädte profitieren, besonders Hamburg und Bremen: Der Glanz der Hanse verblasst. Ihr Wirtschaftssystem passt nicht in die beginnende Neuzeit.

Machtpolitisch ist sie den Monarchien Europas nicht gewachsen.

Was bleibt ist der Mythos eines beispiellosen Erfolgs: Frieden schaffen durch Eintracht und die Freiheit des Handels.

Die 'Weltsprache' des hansischen Wirtschaftsraumes (Mittelalter)


Das bedeutet: damals, im Mittelalter, als Plattdeutsch die "Weltsprache" des hansischen Wirtschaftsraumes war, als eine bürgerliche Schriftlichkeit in Platt sich durchsetzte, als Recht und Gesetz auf Platt festgehalten und gesprochen wurden, als nach der Erfindung der "Schwarzen Kunst", der Buchdruckerei, Bestseller in niederdeutscher Sprache gedruckt wurden.

Und es bedeutet zugleich, dass das Plattdeutsche nach der Jahrhunderte währenden Blütezeit wieder verfiel. Klagen über diesen Niedergang gab es zuhauf. Davon zeugt etwa die akademische Arbeit von Bernhard Raupach, der zum Ende dieser Periode 1704 über die "unbillige Verachtung der plattdeutschen Sprache" schrieb. Die Bedeutung des Begriffes "Plattdeutsch" ist nicht einfach mit "Sprache des platten Landes" zu übersetzen. Vielmehr ist "Plattdeutsch" die Sprache, in der man etwas "deutlich, verständlich, frei heraus" sagt.

Der früheste Beleg für die Benutzung dieses Wortes findet sich 1524, als in Delft ein Neues Testament "in goede platten duytsche" erscheint. In der Wissenschaft von der niederdeutschen Sprache hat sich seit Jacob Grimm der Begriff "Mittelniederdeutsch" als Oberbegriff für mehrere verwandte, regionale Schreibsprachen dieser Zeit durchgesetzt. Bedacht werden muss dabei, dass die Verbreitungsgebiete des gesprochenen und geschriebenen Niederdeutsch nicht dieselben sind.
http://www.ndr.de/kultur/norddeutsche_sprache/plattdeutsch/Die-Weltsprache-des-hansischen-Wirtschaftsraumes-Mittelalter,geschichte26.html

Die deutsche Hanse(D.Schäfer)

Bürgereinung und Städteeinung zur Zeit der Hanse

Die "Tohopesaten" waren eine typisch niederdeutsche Form der mittelalterlichen Städtebündnisse

der Wirtschaftsraum der deutschen Hanse

Meine Bibliothek füllt sich....der Ausstellungskatalog zur Ausstellung: Die Hanse- Lebenswirklichkeit und Mythos, Hamburg, 1989


Autor/in: Bracker, Jörgen (Hrg.) RARITÄT komplett
Titel: Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos. Eine Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte.
http://opac.regesta-imperii.de/lang_en/anzeige.php?sammelwerk=Die+Hanse.+Lebenswirklichkeit+und+Mythos+1

Hansischer Geschichtsverein e.V.

Der Hansische Geschichtsverein e.V.

Der Verein hat den Zweck, den Forschungen zur Geschichte sowohl der Hanse wie auch der Städte, die früher der Hanse angehört haben, einen Vereinigungs- und Mittelpunkt zu geben. Er pflegt ferner die Studien zur deutschen See- und Verkehrsgeschichte.
Insbesondere gibt der Verein die Quellen der hansischen Geschichte und der deutschen See- und Verkehrsgeschichte heraus, veröffentlicht Forschungen und Darstellungen zur Geschichte der Hanse und der Hansestädte, gibt die Zeitschrift Hansische Geschichtsblätter heraus und veranstaltet jährlich in der Pfingstwoche eine Tagung mit öffentlichen Vorträgen.

Die Mitgliedschaft im Hansischen Geschichtsverein kostet gegenwärtig 30,– € pro Jahr (15,– € für Studenten und andere in der Ausbildung Begriffene) und schließt den Bezug der Zeitschrift Hansische Geschichtsblätter ein.

Hanse (ahd. hansa für ‚Gruppe, Gefolge, Schar') -- auch Deutsche Hanse oder Düdesche Hanse, lateinisch Hansa Teutonica -- ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland war.
Eine Entwicklung von der „Kaufmannshanse" zu einer „Städtehanse" lässt sich spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts mit erstmaligen nahezu gesamthansischen Tagfahrten (Hansetagen) festmachen, in denen sich die Hansestädte zusammenschlossen und die Interessen der niederdeutschen Kaufleute vertraten. Eine eindeutige Abgrenzung zwischen einer „Kaufmannshanse" und einer „Städtehanse" ist jedoch umstritten.
Die Farben der Hanse (weiß und rot) finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte. In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren beinahe 300 See- und Binnenstädte des nördlichen Europas in der Städtehanse zusammengeschlossen. Eine wichtige Grundlage dieser Verbindungen war die Entwicklung des Transportwesens, insbesondere zur See, weshalb die Kogge zum Symbol für die Hanse wurde.

 

Die Hanse war nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein gewichtiger Faktor.

 

„Hanse" oder „Hänse" nannten sich auch andere Kaufmannsverbünde bis nach Österreich, unabhängig von der „großen" norddeutschen Hanse. Bei ihnen handelte es sich in der Regel nicht um politische Bünde zwischen Städten und Territorien, sondern um Bruderschaften, denen einzelne Händler beitraten. Oft waren solche Bünde auf einen bestimmten Jahrmarkt ausgerichtet und übernahmen während dessen Dauer wirtschaftliche Kontrollfunktionen, wie sie in größeren Städten von den Zünften ausgefüllt wurden.

Pfeffersäcke mit Rückenwind – Die Hanse

Hildesheim und die Hansezeit:

Hildesheim und die Hanse
Hildesheim und die Mitwirkung während der Hanse.
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Die deutsche Hanse- Qualität mit System!

Vertrauenswürdigkeit war das hansische Markenzeichen

Obwohl die Hanse weder von einer Regierung gelenkt wurde noch staatliche Struktur besaß, arbeiteten die Netzwerke ihrer Fernhändler und Kaufleute sowie die zwischen den Städten geknüpften Beziehungsgeflechte höchst effizient. Hart ausgehandelte Privilegien einerseits und Zuverlässigkeit andererseits ließen den gegenseitigen Handel aufblühen und machten hohe Qualitätsstandards möglich.  

 

Die städtische Handelsinfrastruktur beginnt bei den Hafenanlagen, die von den Kaufleuten gegen Gebühr genutzt werden. Mit dieser Gebühr werden auch die Arbeiten finanziert, die für das Freihalten und die Sicherung der Wasserwege zum Hafen notwendig sind. Wenn für die einlaufenden Schiffe und deren Ladung der fällige Zoll im Hafen bezahlt ist (sofern derjenige nicht davon befreit ist), dienen Kräne und Wippen zum Entladen der Schiffe.

 

Systematische Wareninspektion

Die an Land gebrachten Verpackungseinheiten werden durch Träger und Fuhrleute zunächst zur Waage (wo das Gewicht mit der verzollten Menge verglichen wird) und dann zu ihrem Bestimmungsort gebracht. Das ist meist das Haus eines Kaufmanns, wo die Waren zwischengelagert und zu neuen Transporteinheiten zusammengestellt werden. Bisweilen geht es auch direkt zum Binnenhafen oder zum Weitertransport auf ein anderes Seeschiff oder als Landtransport auf ein Fuhrwerk.

 

Die Handelsgüter, die aus dem Einzugsgebiet und dem Hinterland einer Stadt in den Seehandel eingespeist werden sollen, werden meistens durch die städtische wrake geprüft. Dieses System der Wareninspektion erlaubt es, auch kleine Mengen einer bestimmten Ware als geprüftes hansestädtisches Kaufmannsgut in den Handel einzubringen. Für Güter, die in der Stadt selbst hergestellt werden, nehmen die Amts- oder Zunftmeister diese Funktion bei der "Beschau" wahr. Die geprüften Waren werden mit einem Wrakezeichen versehen, so dass nachvollziehbar ist, wo sie geprüft wurden.

 

Produkte mit Meisterzeichen

Handwerkliche Produkte müssen außerdem ein Meisterzeichen aufweisen. Schlechte, schadhafte Ware kann so bis zur (oberflächlichen) wrake oder bis zum Hersteller zurückverfolgt und dieser zu Schadenersatz verklagt werden. Wird der Schaden im Ausland bemerkt, erfüllen oft zunächst die Älterleute des Kontors, wo die Ware verkauft wurde, oder der Rat der Stadt die Forderung, um die Sache schnell zu bereinigen. Die gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Hersteller könnte so lange dauern, dass der Ruf der Hanse und der jeweiligen Stadt darunter leiden würde.

Streitigkeiten zwischen Kaufleuten, die sich nicht durch ein schiedsgerichtliches Verfahren beilegen lassen, werden vor Gericht ausgetragen. Es gibt ein gesondertes Gastgericht, das einen schnelleren Verfahrensgang hat, damit fremde Kaufleute nicht unnötig lange festgehalten werden. Der Hansetag kann in Handelssachen in der Regel als oberste Instanz angerufen werden. An dieses System sind in unterschiedlicher Intensität (die es von der historischen Forschung noch auszuarbeiten gilt) die folgenden Städte angebunden. Unterteilt in die verschiedenen hansischen Regionen, gehören zur Hanse entweder als echte Hansestädte oder als ihr zugewandte Städte, deren Kaufleute die hansischen Privilegien nutzen.

 

Regionale Gliederung

Die verschiedenen regionalen Gruppen bilden die räumliche und organisatorische Grundlage der Hanse. Das sind, von Westen her gesehen, die süderseeischen (die an der Zuidersee gelegenen), niederrheinischen, westfälischen, (nieder-) sächsischen, wendischen, pommerschen, brandenburgischen, preußischen, livländischen, (im 14. Jahrhundert) schwedischen und gotländischen Städte. Das ist auch selbstverständlich in einer Zeit, in der die Kommunikations- und Verkehrsmittel eine gleichzeitige und gleichmäßige Information aller Mitglieder nicht zulassen. Von Lübeck, das im Hinblick auf die Verkehrswege in der Mitte des hansischen Raumes liegt, "zu allen steden ins mittel gelegen", wie es damals hieß, benötigt ein Brief nach Reval (Tallinn) bei guten Bedingungen eine Woche, nach Bergen vier Tage bis zu zwei Wochen; Brügge und London waren in einer knappen Woche zu erreichen.

 

Daher lag es auf der Hand, dass die Hanse die vorgegebene regionale Gliederung auch für ihre Zwecke nutzte. Sie fasste sie zunächst in Drittel, seit dem 16. Jahrhundert in Viertel zusammen, so genannte hansische Quartiere: Das wendische Quartier mit Lübeck als Vorort umfasste die wendischen und pommerschen Städte, im sächsischen Quartier hatte Braunschweig die Führungsrolle, das livländisch- preußische Viertel mit Danzig als Vorort erstreckte sich von Reval (Tallinn) bis Thorn (Torun); ursprünglich gehörte hierzu auch Visby, das aber 1476 zum letzten Mal zu einem Hansetag eingeladen wurde. Das niederrheinischwestfälische Quartier umfasste auch die süderseeischen Städte, Vorort war Köln.

 

 

Militärische Beistandspflicht

Drittels- oder Quartierstage fanden selten statt. Wichtiger waren die Städteversammlungen der oben genannten Regionen, die Regionaltage. Auf ihnen wurden die hansischen Angelegenheiten beraten und oftmals der Rat eines Mitglieds bestimmt, dessen Sendeboten alle Städte der Region auf dem allgemeinen Hansetag vertreten sollten. Von Seiten der Hanse wurde die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Mitgliedern den Nachbarstädten aufgetragen. Auch im Rahmen spezieller Bündnisse, der "Tohopesaten", lag die militärische Beistandspflicht bei Angriffen auf ein Mitglied zuallererst bei den Nachbarn.

Das umfasste auch die Durchführung von Seeblockaden und die Seekriegsführung. Man schätzt, dass in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts allein in den sieben Hansestädten Bremen, Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Danzig rund 1000 Schiffe beheimatet waren. Verlässliche Zahlen aus früheren Zeiten gibt es leider nicht. Da bis ins 16. Jahrhundert hinein Handelsschiffe relativ kurzfristig in "Friedeschiffe" (so hießen damals die Kriegsschiffe) umgerüstet werden konnten, waren die Hansestädte bei Bedarf in der Lage, Flotten aufzubieten, die es mit denen der Königreiche im nördlichen Europa aufnehmen konnten.

 

 

Innovative Seekriegsführung

In der Seekriegsführung war die Hanse ausgesprochen innovativ. Das Spektrum reichte von der Einführung der Seeblockade 1284 gegen Norwegen über Seelandungen als amphibische Operationen in den beiden Kriegen gegen König Waldemar IV. von Dänemark bis hin zum ersten größeren Seegefecht, das vor Kopenhagen 1428 mit Schiffsartillerie auf Distanz geführt wurde. Der Hansetag verteilt im Kriegsfall die Kontingente auf die beteiligten Städte, hat aber selbst keine Flotte. Die Kriegskosten werden über eine Sondersteuer auf Handel und Schifffahrt, in deren Interessen diese Kriege geführt wurden, verteilt. Später wurde auch die städtische Bevölkerung mit direkten und indirekten Steuern in die Pflicht genommen.

 

Quelle: http://www.zdf.de/terra-x/qualitaet-mit-system-5365968.html

 

Der Lübecker Kaufmann - Aspekte seiner Lebens - und Arbeitswelt / G. Gerkens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://opac.regesta-imperii.de/lang_en/anzeige.php?sammelwerk=Der+L%C3%BCbecker+Kaufmann.+Aspekte+seiner+Lebens-+und+Arbeitswelt

Das europäische Hansemuseum in Lübeck:

Die Vergangenheit ist endgültig vorbei, sie ist ein versperrtes Land – ein riesiges, aber unerreichbares Territorium. Geschichte dagegen ist die Darstellung dieses Abwesenden … Sie muss erzählt werden, präsentiert, dargestellt.
Valentin Groebner

 

 

Die Darstellung von Geschichte im Europäischen Hansemuseum

Historische Romane, Historienfilme und Dokumentationen, Ausstellungen, Living History-Events und Reenactments, Historien-Märkte und Themenparks – die gegenwärtige Geschichtskultur weist eine große Bandbreite auf. Sie reicht von der akademischen Geschichtsschreibung bis zu populären Formen einer medial vermittelten Darstellung. So unterschiedlich diese Artikulationen des gesellschaftlichen Geschichtsbewusstseins sein mögen, sie alle stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, die Vergangenheit in eine plausible und vor allem glaubhafte Erzählung zu überführen.


Dem Historiker tritt das Problem des Wahrheitsgehalts einer historischen Erzählung in erster Linie als Frage nach der Glaubwürdigkeit der historischen Quellen entgegen. Grundsätzlich gilt, dass eine historische Erzählung den überlieferten Quellen nicht widersprechen darf. Die Quellen haben immer ein Vetorecht, um mit dem Historiker Reinhart Koselleck (1923 – 2006) zu sprechen: „Jedes historisch eruierte und dargebotene Ereignis lebt von der Fiktion des Faktischen, die Wirklichkeit selber ist vergangen. Damit wird ein geschichtliches Ereignis aber nicht beliebig oder willkürlich setzbar. Denn die Quellenkontrolle schließt aus, was nicht gesagt werden kann.“ Dieses „Vetorecht der Quellen“ vorausgesetzt, sind die Grenzen zwischen der Geschichtswissenschaft und populären Formen der Geschichtsvermittlung offen. Jede Erzählung über die Vergangenheit nähert sich der „historischen Wahrheit“ schrittweise über die Kombination und Interpretation der historischen Überlieferung. Ob Sachbuch, historischer Roman oder Historienfilm, Geschichte ist immer ein Stück weit Fiktion.

Gerade in historischen Ausstellungen erwarten die Besucherinnen und Besucher, dass das Dargestellte wissenschaftlich fundiert und verlässlich ist. Als Garantie dafür dient in Ausstellungen die Authentizität der originalen Exponate. Das Europäische Hansemuseum erweitert dieses Feld der Vermittlung anhand von Originalobjekten durch Inszenierungen. Auf wissenschaftlicher Grundlage werden Augenblicksaufnahmen aus ausgewählten historischen Ereignissen in unmittelbar erfahrbare Rekonstruktionen überführt. Auf diese Weise entfaltet das Museum das kreative Potenzial, das auch das Medium des Textes – ob Prosa oder Geschichtsschreibung – entfalten kann. Die Rekonstruktion wird zum Exponat. Die Distanz zu den Besucherinnen und Besuchern wird aufgebrochen. In einer interpretierenden Inszenierung geht die Faszination von der gesamten Szene aus. Es ist eine dichte Beschreibung, die zugleich intellektuell und sinnlich erfahren wird.

Auf originale Exponate wird nicht verzichtet. Sie werden in gesonderten Räumen zusammen mit Ausstellungstexten und Grafiken präsentiert. Die Ausstellung nutzt beide Formen der Vermittlung und macht sich die fiktionalen Momenten der Geschichtsdarstellung zu eigen, ohne dabei das „Vetorecht der Quellen“ aufs Spiel zu setzen. Das Europäische Hansemuseum vollzieht eine Annäherung an die historische Realität, indem es Räume historischer Möglichkeiten erschließt – eine Einladung ins Mittelalter.
Quelle

 

Die Familie Pepersack war zu Gast bei der offiziellen Eröffnung, Mai 2015!

Webseite des Verein<klicken>
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Ende Mai 2015 waren wir zu Gast bei der offiziellen Eröffnung des europäischen Hansemuseum in Lübeck.
Das Hansevolk zu Lübeck e.V. hat diese Veranstaltung begleiten dürfen, durch viele Aktionen und Wissensvermittlung der Lebensweise Lübecker Kaufleute und der Lübecker Bevölkerung im 15. Jahrhundert.

Bildergalerie des Hansemuseum:

Wappen der Familie Pepersack
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Siegelmarke
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Unser Wahlspruch lautet:
humanus esse imprimis

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Mittelalter- Tanzgruppe

Der nächste Termin:25.8.2017
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1-3.9.17: 1367-2017- 650 Jahre Schlacht bei Dinklar

14.10.2017 Minnekonzert mit Holger Schäfer in der kath.Pfarrkirche Diekholzen.

©created by Andrea Höweling,2017
©created by Andrea Höweling,2017

Historische Kostümführungen durch Hildesheim

Der Pepersack ist nun auch beim "Kulturium" zu finden!!

Kultur in der Region Hildesheim
Kultur in der Region Hildesheim

Die Kirche(n) in Hildesheim, im Mittelalter!

Der neue Städtebund:"Die Hanse"

Die Hildesheimer Kartause:

Die Zisterzienser in Hildesheim

Hildesheim

Hansischer Geschichtsverein:

Das Bistum Hildesheim

Diekholzen

Die ratsherrliche Gewandschneider Gilde

Das Siegel der Gewandschneider-Gilde
Das Siegel der Gewandschneider-Gilde

Das Dielenhaus(Lübeck)

Hildesheimer Gemeinheit AD1350

Das Hansevolk zu Lübeck e.V.

Europäisches Hansemuseum,Lübeck

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Die Familie Pepersack hat die Aachener Erklärung unterzeichnet!

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